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Strom-Billiganbieter: Energieverband fordert Eingreifen der Politik

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund der Einstellung von Strom- und Gaslieferungen durch Energiediscounter hat der Interessenverband der deutschen Energiewirtschaft ein Eingreifen der Politik gefordert. Anlass ist die Mittwoch bekannt gewordene plötzliche Einstellung von Stromlieferungen durch den Anbieter Stromio. Die Weigerung des Unternehmens, weiter Strom zu liefern, offenbare eine "schwerwiegende Regulierungslücke", sagte die Präsidentin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Marie-Luise Wolff, am Donnerstag laut einer Mitteilung.

"Billiganbieter betreiben Geschäftemacherei auf Kosten der Kunden und wälzen das ökonomische Risiko auf die Grundversorger ab." Hier müsse die neue Bundesregierung eingreifen. Vor dem Hintergrund der explodierenden Preise an den Energiemärkten könne es nicht angehen, dass Anbieter in Niedrigpreiszeiten "Reibach" machten und sich bei steigenden Preisen nicht mehr um ihre Kunden kümmerten.

Verbraucherschützer gehen davon aus, dass es die Beschaffungsstrategie von Discountern war, sich kurzfristig zu günstigen Preisen am Spotmarkt einzudecken. "Das Modell der Discounter hat jahrelang gut funktioniert, jetzt fallen sie damit reihenweise auf die Nase", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding, der "WAZ" (Donnerstag).

Der Stromdiscounter Stromio hatte seine Stromlieferungen mit Ablauf des Dienstags eingestellt. Branchenkenner gehen davon aus, dass mehrere hunderttausend Kunden davon betroffen sind. Die Kunden sind mit Beginn des Mittwochs automatisch in die sogenannte Ersatzversorgung durch den örtlichen Grundversorger gerutscht. Der Grundversorger ist immer das Unternehmen, das in einem bestimmten Netzgebiet die meisten Kunden beliefert. Meistens sind das die Stadtwerke.

"Die Grundversorger übernehmen Verantwortung für ihre Bestandskunden und garantieren die Belieferung neuer Kunden unkompliziert und unterbrechungsfrei", sagte Wolff weiter. Dies müsse von der Politik honoriert werden. Unseriösen Geschäftsmodellen in der Daseinsvorsorge müsse Einhalt geboten werden.

Laut Bundesnetzagentur haben in Deutschland im laufenden Jahr bislang 39 Energielieferanten die Beendigung der Belieferung angekündigt oder bereits vollzogen.

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