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Stress im Job? Warum ihr trotzdem das Mittagessen nicht auslassen solltet, Experten zufolge

Regelmäßig das Mittagessen ausfallen zu lassen, kann mit einer niedrigeren Lebenserwartung einhergehen, zeigt jetzt eine Studie aus Iowa. - Copyright: Getty Images
Regelmäßig das Mittagessen ausfallen zu lassen, kann mit einer niedrigeren Lebenserwartung einhergehen, zeigt jetzt eine Studie aus Iowa. - Copyright: Getty Images

To-dos häufen sich, der Chef oder die Chefin überrascht uns mit einer spontanen Besprechung und der Kollege vom Nebentisch erzählt von seinem Urlaub: An manchen Tagen fühlen wir uns überfordert und gestresst, das kennt vermutlich jeder. Viele kürzen daher die Mittagspause ein, essen zwischendurch nur einen kleinen Snack oder lassen eine Mahlzeit komplett aus.

Dabei könnte uns eine kurze Auszeit im stressigen Alltag dabei helfen, mental herunterzukommen, um anschließend wieder produktiv arbeiten zu können. Und nicht nur das. Das Einsparen einer Mahlzeit, auch "Meal skipping" genannt, ist ungesund. Darin sind sich Experten einig.

Menschen, die längerfristig das sogenannte Meal Skipping betreiben, haben im Durchschnitt eine geringere Lebenserwartung als jene, die drei Speisen pro Tag zu sich nehmen. Aber auch sehr kurze Pausen zwischen den Mahlzeiten gehen mit gesundheitlichen Nachteilen einher. Zu diesen Erkenntnissen kamen Forscher von der University of Iowa in einer groß angelegten Studie. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin "Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics".

Drei Mahlzeiten am Tag sind am besten für die Gesundheit

Sowohl Ernährungsstudien als auch Richtlinien zu gesundem Essverhalten beziehen sich auf die Wahl der Lebensmittel. Sie geben an, welche Nahrungsmittel besonders wichtig für unsere Gesundheit sind und welche weniger häufig verzehrt werden sollten. Auch für die Kalorienmenge sowie die Zusammensetzung von Nährstoffen, insbesondere Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten, gibt es Empfehlungen. Die Studie aus Iowa ist jedoch die erste, die Zusammenhänge zwischen der Anzahl von Mahlzeiten sowie Essenspausen mit der Sterblichkeit untersucht hat.

An der Studie nahmen insgesamt mehr als 24.000 Erwachsene teil, die über 40 Jahre alt waren. Im Rahmen der "National Health and Nutrition Examination Survey" beantworteten die Teilnehmer Fragen zu ihrem Essverhalten, ihrem Gesundheitszustand sowie ihrem Wohlbefinden. Einmal pro Tag machten sie Angaben dazu, wie viele Mahlzeiten sie gegessen hatten und in welchen Zeitabständen. In den nachfolgenden Jahren werteten die Forscher dann aus, wie viele Teilnehmer verstorben waren. Dabei betrachteten sie insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesursache. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Während der Nachbeobachtungszeit verstarben insgesamt 4175 Studienteilnehmer, davon 8787 an kardiovaskulären Erkrankungen, also aufgrund von Problemen am Herzen und am Gefäßsystem. Die meisten Teilnehmer aßen drei Mahlzeiten am Tag. Diejenigen, die sich nur ein- oder zweimal pro Tag die Zeit zum Essen nahmen, hatten ein höheres Sterberisiko als die anderen Probanden.

Dabei machte es einen Unterschied, ob die Probanden entweder das Frühstück oder das Mittagessen ausließen. Bei Frühstückern, die mittags nichts aßen, war die Gesamtsterblichkeit – unabhängig von der Todesursache – erhöht. Teilnehmer, die morgens auf eine Mahlzeit verzichteten, neigten eher dazu, am Herz-Kreislauf-System zu erkranken und daran zu versterben.

Zeitabstand zwischen Mahlzeiten sollte nicht zu kurz sein

Darüber hinaus hatte der zeitliche Abstand zwischen den Mahlzeiten einen Einfluss auf die Gesundheit. Regelmäßige Mahlzeiten sind, der Studie zufolge, zwar mit einer höheren Lebenserwartung verbunden. Ein Zeitfenster von unter 4,5 Stunden zwischen zwei Mahlzeiten ging jedoch ebenfalls mit einem erhöhten Sterberisiko einher.

Die Untersuchung legt also nahe, dass regelmäßiges Essen nicht nur unserem Wohlbefinden zugutekommt, sondern auch mit einem längeren Leben verbunden ist. Das bedeutet nicht, dass wir nicht ab und zu Frühstück oder Mittagessen auszulassen können, wenn wir keinen Appetit verspüren. Auf lange Sicht sollten wir uns aber ein geregeltes Essverhalten angewöhnen. An stressigen Tagen bis zum Abendessen das Hungergefühl zu unterdrücken, ist nicht nur ungesund, sondern erhöht auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

jp