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Stress und Fehlgeburt: Was über den Zusammenhang bekannt ist

·Lesedauer: 3 Min.

Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn ein Fötus vor der 20. Schwangerschaftswoche stirbt. Das kommt gar nicht mal selten vor: 15 bis 20 Prozent aller Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt. Eine Studie aus dem Jahr 2017 ergab, dass etwa 43 Prozent der Frauen, die ein Kind bekommen haben, auch einmal eine Fehlgeburt hatten.

Chromosomenanomalien, Probleme mit der Gebärmutter oder dem Gebärmutterhals, ein höheres Alter der Mutter und gesundheitliche Probleme während der Schwangerschaft sind einige der Hauptursachen für Fehlgeburten. Es gibt zwar kaum Belege dafür, dass Stress eine Fehlgeburt verursachen kann. Es kann aber einen Zusammenhang geben. Stress kann sich auch auf andere Weise auf die Schwangerschaft auswirken. Hier erfahrt ihr mehr darüber.

Stress allein kann keine Fehlgeburt auslösen

Es gibt zwar viele Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können, aber Rachel Pilliod, Ärztin an der Oregon Health and Science University, sagt, dass es nicht viele Belege gebe, die darauf hindeuteten, dass Stress allein eine Ursache sein könne. "Es ist nicht ungewöhnlich, dass viele Bedenken über den Zusammenhang zwischen Stress und Fehlgeburt, Verlust oder Fehlgeburtsraten oder frühem Schwangerschaftsverlust geäußert werden", sagt Pilliod. "Aber es gibt keine Fülle von Daten, die darauf hindeuten, dass Stress stark mit erhöhten Fehlgeburtsraten verbunden ist."

Tatsächlich ergab eine Studie aus dem Jahr 2018 in der Fachzeitschrift "Human Reproduction" keinen Zusammenhang zwischen mütterlichem Stress und frühem Schwangerschaftsverlust. Eine andere Studie ergab, dass mütterlicher Stress keinen Einfluss auf den Blutfluss in der Gebärmutter oder die Nabelschnur hat. Das bedeutet, dass Stress keine Auswirkungen auf den Zugang des Fötus zu Nährstoffen oder sein normales Wachstum und seine Entwicklung hat.

Auch das US-amerikanische National Institute of Child Health and Human Development führt Stress nicht als Risikofaktor für eine Fehlgeburt an. Der Nationale Gesundheitsdienst Großbritanniens weist darauf hin, dass Stress nicht mit Fehlgeburten in Verbindung gebracht werde – und dass dies ein verbreitetes Missverständnis sei.

Trotzdem scheint es einen indirekten Zusammenhang zwischen Stress und Fehlgeburten zu geben


Allerdings könne Stress die häufigeren Ursachen von Fehlgeburten verschlimmern. Das sagt Zitao Liu, Arzt am New Hope Fertility Center, das auf Unfruchtbarkeitsbehandlungen spezialisiert ist. In einer 2017 in "Scientific Reports" veröffentlichten Studie wurde beispielsweise festgestellt, dass Chromosomenanomalien zwar häufig die Ursache für eine Fehlgeburt sind, psychologische Faktoren wie Stress dieses Risiko jedoch um etwa 42 Prozentpunkte erhöhen können.

Pilliod sagt, dass es durchaus einen statistischen Zusammenhang gibt zwischen Fehlgeburten und chronischem Stress wie etwa jener, der durch Armut verursacht wird. "Die stärksten Assoziationen bestehen bei lebenslangem chronischem Stress und Ungleichheiten in Bezug auf den sozioökonomischen Status, rassische Ungleichheiten und ähnliche Dinge", sagt Pilliod. "Aber auch hier ist es ein wenig schwierig, die genaue Ursache für die erhöhte Fehlgeburtenrate herauszufinden."

Eine Erklärung könnte sein, dass es wiederum auch einen belegten Zusammenhang zwischen Armut und Bluthochdruck gibt. Und laut der Harvard School of Public Health ist Bluthochdruck ein Risikofaktor für einen frühen Schwangerschaftsverlust. Insgesamt scheint Stress also zwar keine direkte Ursache für eine Fehlgeburt zu sein. Aber Stress kann andere Risikofaktoren verstärken.

In einer anderen Studie wurde festgestellt, dass 54 Prozent der Teilnehmerinnen, die in der Schwangerschaft hohem Stress ausgesetzt waren, Frühgeburten erlitten. Andere Daten zeigen, dass mütterlicher Stress mit einem niedrigen Geburtsgewicht des Kindes und Schwangerschaftsdiabetes in Zusammenhang steht. Pilliod sagt, dass Stress zu entzündlichen und chronischen Erkrankungen wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Sollte eine Mutter an einer dieser Krankheiten leiden, könnte dies also die Funktion der Plazenta und das Wachstum des Fötus' beeinträchtigen. Habt ihr aber keine zugrundeliegenden Risikofaktoren und ein unkompliziertes erstes Trimester, dann ist es laut Pilliod unwahrscheinlich, dass sich Stress negativ auf eure Schwangerschaft auswirkt.

Trotzdem ist es in jedem Fall gut, wenn ihr euer Stresslevel niedrig haltet. Liu sagt, dass einige der besten Möglichkeiten, Stress während der Schwangerschaft zu reduzieren, darin bestehe, Yoga auszuprobieren (solange es den Unterleib nicht belastet), psychologische Beratung zurate zu ziehen oder medizinische Unterstützung zu finden. Zudem helfe Unterstützung durch die Familie, so die Medizinerin.

Dieser Text wurde von Lisa Ramos-Doce aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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