Werbung
Deutsche Märkte öffnen in 1 Stunde 34 Minute
  • Nikkei 225

    39.098,68
    +836,48 (+2,19%)
     
  • Dow Jones 30

    39.069,11
    +456,87 (+1,18%)
     
  • Bitcoin EUR

    47.316,65
    -327,87 (-0,69%)
     
  • CMC Crypto 200

    885,54
    0,00 (0,00%)
     
  • Nasdaq Compositive

    16.041,62
    +460,72 (+2,96%)
     
  • S&P 500

    5.087,03
    +105,23 (+2,11%)
     

Streit mit Gewerkschaften in Skandinavien eskaliert: Ein Gericht entscheidet gegen Tesla – und ein mächtiger Pensionsfonds könnte seine Aktien abstoßen

Seit dem 27. Oktober streiken Mitarbeiter von Tesla in Schweden. - Copyright: Jessica Gow/TT / TT NEWS AGENCY / AFP
Seit dem 27. Oktober streiken Mitarbeiter von Tesla in Schweden. - Copyright: Jessica Gow/TT / TT NEWS AGENCY / AFP

In Skandinavien wächst der Widerstand der Gewerkschaften gegen Tesla. Seit über einem Monat streiken Mitarbeiter des US-Autobauers in Schweden, sie drängen auf einen Tarifvertrag. Die Solidarität mit den Streikenden ist groß, sowohl in Schweden als auch in den Nachbarländern. Schließlich gilt Tesla-Chef Elon Musk nicht gerade als Freund einer organisierten Arbeiterschaft.

Ein schwedisches Gericht entschied am Donnerstag gegen Tesla, nachdem das Unternehmen geklagt hatte, um eine Blockade zu stoppen, wie Reuters berichtet. Die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter von PostNord, dem schwedischen Postdienst, weigern sich zur Unterstützung der streikenden Tesla-Mitarbeiter, Nummernschilder für Elektroautos des Herstellers zu liefern.

In Schweden werden Kennzeichen mit der Post verschickt, normalerweise kommen sie nach drei bis vier Werktagen an – bei Tesla momentan nicht. So soll der Druck auf den Konzern erhöht werden. Denn: Seit Oktober versucht die Gewerkschaft IF Metall, einen Tarifvertrag für ihre Mitglieder, die bei Tesla arbeiten, zu erreichen.

Ein Tarifvertrag würde es der Metall-Gewerkschaft ermöglichen, mit Tesla über Löhne und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Nach Angaben der "New York Times" sind rund 90 Prozent der schwedischen Arbeitnehmer von Tarifverträgen erfasst.

Da dies in den nordischen Ländern so üblich ist, unterstützen neun Gewerkschaften in Schweden sowie weitere in Norwegen, Dänemark und Finnland die IF Metall. Größeres Ungemach könnte Tesla in dem Streit nun aus Norwegen drohen. Der Pensionsfonds des skandinavischen Landes ist der mächtigste Staatsfonds der Welt – und auch Aktionär bei Tesla.

Der norwegische Gewerkschaftsbund Landsorganisasjonen i Norge (LO) fordert von dem Fonds, seinen Einfluss geltend zu machen – und seine Aktien abzustoßen, sollte das Unternehmen in Schweden keinen Tarifvertrag abschließen.

Ölfonds: Tesla soll Arbeitnehmerrechte "respektieren"

"Wir können nicht akzeptieren, dass sich Global Player in den nordischen Ländern etablieren, ohne unser Kooperationsmodell zu akzeptieren", sagte die LO-Vorsitzende Peggy Hessen Følsvik der Zeitung "Dagens Näringsliv".

Der auch als Ölfonds bekannte Staatsfonds positionierte sich zugunsten der Arbeitnehmer. "Wir erwarten von den Unternehmen, in die wir investiert haben, dass sie grundlegende Menschenrechte, einschließlich der Arbeitnehmerrechte, respektieren", antwortete eine Sprecherin auf eine Anfrage der Zeitung.

In einem X-Posting im vergangenen Monat bezeichnete Musk den Widerstand als "wahnsinnig". Vier Tage später verklagte Tesla die schwedische Verkehrsbehörde und beschuldigte sie, Musks Unternehmen zu Unrecht ins Visier zu nehmen. Tesla forderte Zugang zu den Nummernschildern, so die britische BBC.

Mittlerweile kündigte die finnische Transportarbeitergewerkschaft AKT Solidaritätsmaßnahmen gegen Tesla an. "Es ist ein wesentlicher Bestandteil des nordischen Arbeitsmarktmodells, dass wir Tarifverträge haben und die Gewerkschaften sich gegenseitig unterstützen", sagte AKT-Präsident Ismo Kokko.

AKT erklärte, dass sich die Hafenarbeiter weigern würden, für Schweden bestimmte Tesla-Lieferungen zu verladen, wenn der Streit nicht bis zum 20. Dezember beigelegt ist. Eine ähnliche Maßnahme kündigte am vergangenen Mittwoch eine norwegische Gewerkschaft, um den Druck auf Tesla zu erhöhen, eine Einigung zu erzielen. Tesla reagierte nicht sofort auf die Anfrage von Business Insider.

Dieser Artikel wurde von Tobias Fuchs aus dem Englischen übersetzt und durch Informationen aus der norwegischen Presse ergänzt. Den Original-Artikel findet ihr hier.