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Streiks behindern Luftverkehr in Hamburg und Köln-Bonn massiv

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Hamburg/Köln (dapd). Flugausfälle, stundenlanges Warten, gestresste Passagiere: Der Arbeitskampf der Sicherheitskräfte an Flughäfen in Hamburg und Nordrhein-Westfalen hat am Freitag erneut massive Probleme im Luftverkehr verursacht. Seit dem frühen Morgen streikte das Kontrollpersonal an den Airports Köln-Bonn und Hamburg, um in den festgefahrenen Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Hauptleidtragende des Konflikts waren die Passagiere: So wurden allein in Hamburg bis Freitagmittag 115 der für den Tag geplanten 179 Abflüge sowie 32 der 179 Ankünfte gestrichen, wie eine Sprecherin des Flughafens auf dapd-Anfrage sagte. Die durch die Streiks entstandenen Kosten für den Flughafen lägen im "hohen sechsstelligen Bereich".

Am Flughafen Köln-Bonn wurde die Hälfte der geplanten knapp 200 Flüge gestrichen. Davon betroffen seien rund 10.000 Fluggäste, hieß es. Weil die Gewerkschaft ver.di den Streik diesmal angekündigt hatte, konnten die meisten Fluggesellschaften ihre Passagiere rechtzeitig informieren. Im Tagesverlauf seien nur zwei von zwölf Kontrollspuren geöffnet gewesen.

Wie es in der kommenden Woche weitergeht, ist derweil zumindest in NRW noch offen: Bis Sonntag wolle die Gewerkschaft mitteilen, ob, wann und wo gestreikt werde, hieß es bei ver.di auf Anfrage. In Hamburg dürfen sich Fluggäste dagegen auf einen planmäßigen Start in die Woche einstellen: Bis einschließlich Montag werde das Sicherheitspersonal in der Hansestadt auf weitere Streiks verzichten. Die Gewerkschaft wolle Gesprächen "den nötigen Raum" geben, sagte ver.di-Verhandlungsführer Peter Bremme.

Scharfe Kritik aus der Luftfahrtbranche

Auf wenig Verständnis stieß der Arbeitskampf in der Branche. In einer gemeinsamen Erklärung geißelten der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), die Lufthansa (Xetra: 823212 - Nachrichten) , Air Berlin (Xetra: AB1000 - Nachrichten) sowie die Flughäfen Köln-Bonn und Hamburg den Ausstand als "völlig unverhältnismäßig". Von mehr als 42.000 Angestellten des Sicherheitsgewerbes in NRW und Hamburg arbeiteten weniger als 1.600 an den Flughäfen, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. "Und dennoch werden diese Flughäfen und ihre Passagiere zum Kampfplatz der Tarifparteien gemacht."

Dagegen warb der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, um Verständnis. "Die Fluggäste täten gut daran, diesen Arbeitskampf nicht als Belastung, sondern als Hilferuf zu verstehen", sagte er der "Schwäbischen Zeitung". Es liege auch in ihrem Interesse, dass Beschäftigte, die für ihre Sicherheit zuständig seien, anständig bezahlt würden.

Ver.di hatte das Sicherheitspersonal am Donnerstag zu den erneuten Warnstreiks aufgerufen, nachdem ein Ultimatum an die Arbeitgeber für ein verbessertes Angebot verstrichen war. Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Bundesverband für Sicherheitswirtschaft (BDSW) sind festgefahren. Bereits Ende Januar hatte das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Düsseldorf, Köln-Bonn und Hamburg an zwei Tagen die Arbeit niedergelegt.

In Nordrhein-Westfalen fordert ver.di für die 34.000 Beschäftigten der Branche Lohnerhöhungen von 2,50 bis 3,64 Euro. In Hamburg soll der Stundenlohn für Luftsicherheitsassistenten auf 14,50 Euro steigen. Ein Angebot des BDSW von 12,75 Euro ab März und 13,50 Euro ab Januar 2014 hatte die Gewerkschaft abgelehnt.

dapd

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