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Strafmaß verkündet: So lange muss R. Kelly ins Gefängnis

Im Missbrauchsprozess gegen R. Kelly wurde bereits im September 2021 ein Urteil gefällt: schuldig in allen Anklagepunkten. Nun verkündete ein New Yorker Gericht das Strafmaß. (Bild: Getty Images/Pool)
Im Missbrauchsprozess gegen R. Kelly wurde bereits im September 2021 ein Urteil gefällt: schuldig in allen Anklagepunkten. Nun verkündete ein New Yorker Gericht das Strafmaß. (Bild: Getty Images/Pool)

Im Missbrauchsprozess gegen R'n'B-Star R. Kelly gab es bereits im September 2021 ein Urteil: schuldig in allen Anklagepunkten. Nun hat das zuständige Gericht in New York das Strafmaß verkündet.

Schuldig oder nicht schuldig? Im Missbrauchsprozess gegen R'n'B-Star R. Kelly fällte die Jury bereits im September 2021 ihr Urteil. Die Anklage gegen den heute 55-Jährigen lautete unter anderem auf sexuelle Ausbeutung Minderjähriger und Kidnapping. Die Geschworenen befanden den Musiker in allen neun Anklagepunkten für schuldig. Ein Dreivierteljahr nach dem Schuldspruch für R. Kelly hat das zuständige Gericht in New York nun das Strafmaß verkündet.

Im Raum stand eine Haftstrafe zwischen zehn Jahren und lebenslänglich. Die Staatsanwaltschaft forderte mindestens 25 Jahre sowie eine hohe Geldstrafe, die Verteidigung höchstens zehn Jahre. Bei einem letzten Termin in New York, zu dem der frühere Superstar persönlich erschien, verkündete Richterin Ann Donnelly nun das Strafmaß: R. Kelly muss für 30 Jahre ins Gefängnis. Der Musiker habe seinen enormen Einfluss genutzt, um junge Menschen sexuell auszubeuten.

Vor der Verkündung der Strafe hatte es nochmals eine Anhörung mehrerer Opfer gegeben, die ihre Leidensgeschichten schilderten. Unter anderem erklärte eine der Frauen, R. Kelly habe "jämmerliche" Taten begangen und "Millionen Menschen manipuliert". Diskutiert wurden bei dem Termin auch die Vermögensverhältnisse des Musikers. Laut seiner Anwältin Jennifer Bonjean sei R. Kelly inzwischen mehr oder weniger bankrott: "Seine Musik wird nicht mehr gespielt."

In einer Reihe mit Harvey Weinstein und Bill Cosby

Staatsanwaltschaft und Verteidigung an dem Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn waren im Spätsommer 2021 sechs Wochen lang damit beschäftigt, die Missbrauchsvorwürfe aus mehreren Jahrzehnten im Detail zu untersuchen und jeweilige Argumente vor Richterin Ann Donnelly auszuformulieren. Während Anwältin Elizabeth Geddes für die Staatsanwaltschaft auftrat und R. Kelly als Sexualstraftäter bezeichnete, erklärte einer der Anwälte des Musikers, Deveraux Cannick, dass der ehemalige R'n'B-Star selbst zu einem Opfer geworden sei - er sprach von ausgedachten Geschichten sowie ausgeschmückten Erzählungen über Misshandlungen. Kelly selbst verzichtete bis zuletzt auf eine Aussage.

Insgesamt wurden Hunderte Beweisstücke geprüft und Dutzende Zeugen verhört. Der weltweit beachtete Prozess gilt als weitere juristische Aufarbeitung der #MeToo-Ära, im Zuge derer es zur Verurteilung des Filmproduzenten Harvey Weinstein sowie des Komikers Bill Cosby gekommen ist. Die Anschuldigungen gegen Kelly sind allerdings nicht neu, die ersten wurden bereits vor 25 Jahren erhoben. 2008 wurde R. Kelly - bürgerlich Robert Sylvester Kelly - wegen des angeblichen Besitzes von Bildern schweren sexuellen Missbrauchs vorgeladen, allerdings freigesprochen.

Das letzte Wort in der aktuellen Prozessreihe gegen R. Kelly ist indes wohl noch nicht gesprochen. Schon vor der Urteilsverkündung in New York hatten die Anwälte des US-Sängers angekündigt, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen. Darüber hinaus lagen zuletzt noch weitere Anklagen gegen den Musiker vor, auch in den US-Staaten Illinois und Minnesota - der nächste Prozess startet Mitte August in Chicago. R. Kelly, der bereits seit 2019 inhaftiert ist, stritt bis zuletzt alle Anschuldigungen ab.

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