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Straßenblockaden zur Klima-Rettung: Mehr als 70 Prozent der Young Professionals lehnen solche Proteste ab

Klimaaktivisten der Umweltschutzbewegung "Letzte Generation" blockieren den Verkehr. - Copyright: picture alliance/dpa | Lennart Preiss
Klimaaktivisten der Umweltschutzbewegung "Letzte Generation" blockieren den Verkehr. - Copyright: picture alliance/dpa | Lennart Preiss

Sie kleben sich am Dirigentenpult der Hamburger Elbphilharmonie fest, blockieren den Straßenverkehr in Großstädten und legten zuletzt den Flugbetrieb am Berliner Flughafen (BER) für zwei Stunden lahm: Die Klima-Aktivisten der Gruppe "Letzte Generation" wollen die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Folgen des Klimawandels lenken und Politiker zum Handeln bringen. Doch ihre Protestformen sind umstritten.

Eine exklusiv für Business Insider durchgeführte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey zeigt nun, was junge Menschen über den Protest der Klimaaktivisten, die oft im gleichen Alter sind, denken.

Knapp drei Viertel (71 Prozent) der jungen Deutschen zwischen 20 und 40 Jahre halten Straßenblockaden demnach nicht für gerechtfertigt, um für den Klimaschutz zu protestieren. Fast ein Viertel (24 Prozent) hingegen sehen es als gerechtfertigt an, auf diese Weise für den Klimaschutz zu kämpfen. Fünf Prozent sind unentschieden.

Befragt wurden vom 16. bis 25. November online 1114 Personen, die Fehlertoleranz liegt bei 3,9 Prozent.

Die Kritik an der Gruppe "Letzte Generation" nimmt nach Flughafen-Aktion zu

Neue Kritik an dieser Form des Aktivismus war zuletzt mit der Blockade am Berliner Flughafen aufgekommen. Einige Klima-Aktivisten hatten sich dort an diesem Donnerstag auf dem Boden festgeklebt, andere fuhren mit ihren Fahrrädern über das Gelände. Die Folgen: Fünf Starts mussten laut Angaben des Flughafens gestrichen, 15 geplante Landungen nach Leipzig und Dresden umgeleitet werden.

Michael Salzgeber vom Aufstand der "Letzten Generation" auf der Landebahn des Berliner Flughafen BER. - Copyright: picture alliance / PIC ONE | Stefan Müller
Michael Salzgeber vom Aufstand der "Letzten Generation" auf der Landebahn des Berliner Flughafen BER. - Copyright: picture alliance / PIC ONE | Stefan Müller

Aus den Reihen der FDP forderten einige Politiker deshalb ein schärferes Vorgehen gegen die Aktivisten: "Protestaktionen dieser Art sind vollkommen illegitim und können nicht länger einfach so hingenommen werden", sagte etwa FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai dem Nachrichtenportal "t-online". Es müsse die "volle Härte des Rechtsstaates" greifen.

Die Chefin der Jungen Liberalen (JuLis), Franziska Brandmann, nutzte den Flughafen-Protest der Klima-Aktivisten außerdem umgehend dafür, um für die FDP-Jugendorganisation Werbung zu machen.

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Luisa Neubauer stellt sich hinter die Klima-Aktivisten

Unter Natur- und Klimaschützern selbst ist man geteilter Meinung über die Protestformen der "Letzten Generation". Luisa Neubauer, das Gesicht der deutschen Klimabewegung "Fridays for Future", verteidigte die Aktivisten Mitte November auf Twitter: "Die einen Bewegungen schaffen Mehrheiten, andere zeigen die Dringlichkeit auf, Arbeitsteilung, alles braucht es".

Oberster Naturschützer Kai Niebert vom Naturschutzring, dem Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen, wiederum, kritisiert die Debatten, die nun aus den Protestkationen der "Letzten Generation" folgen würden: "Seit Wochen diskutieren wir nicht mehr über die durch Waldbrände, Orkane und Dürren dringender werdende Klimakrise, sondern nur noch über Kartoffelbrei und Sekundenkleber. Wir erleben eine unglaubliche politische und mediale Ablenkung vom eigentlichen Thema", sagte er dem "Tagesspiegel". Er forderte deshalb: "Statt uns über Jugendliche zu ärgern, die sich um ihre Zukunft sorgen, sollten wir über Klimaschutz reden".