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Stiftung Warentest warnt: Vorsicht beim Einsatz von Kamera-Apps!

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Eigentlich sollen Sie den Nutzern hilfreich zur Seite stehen: Kamera-Apps. Doch manche funken die persönlichen Daten der Anwender um die ganze Welt, wie Stiftung Warentest nun herausfand. Die Experten nahmen die Apps namhafter Anbieter wie Canon, Fujifilm, Nikon, Panasonic, Ricoh, Sony und Yi einmal ganz genau unter die Lupe. Ergebnis: Zwei machen im Hintergrund mehr, als manchem Fotografen lieb sein dürfte.

Smartphone-Besitzer kennen das Problem. Viele Anbieter locken mit Gratis-Apps, doch umsonst sind die oft keineswegs. Die Anbieter haben es auf die persönlichen Daten der Nutzer abgesehen und verlangen meist viel mehr Rechte, als für die Anwendung der Software nötig ist.

Stiftung Warentest hat sich kostenlose Kamera-Apps namhafter Anbieter angesehen. Die sollen etwa für bequemes Teilen von Fotos in sozialen Netzwerken oder zur hilfreichen Fernsteuerung der Kamera dienen. Bei der Überprüfung, welche Daten die Apps im Hintergrund an ihre Anbieter weitergeben, fiel die kostenlose „Yi Mirrorless-App“ besonders negativ auf. Sie entpuppte sich als echte Datenschleuder.

Yi ist in erster Linie zum Teilen der Fotos wie etwa auf Facebook gedacht, die hilfreiche Fernsteuerungs-Möglichkeit bietet sie nicht. „Hilfreich ist die Software aber für den Anbieter – liefert sie ihm doch eine Menge persönliche Daten des Anwenders: Die Gerätekennungen seines Smartphones und seiner Kamera, aber auch Namen und Kennwort der drahtlosen Netzwerkverbindung zwischen Kamera und Smartphone. Das ist technisch überflüssig und deshalb besonders seltsam“, so die Experten von Stiftung Warentest.

Sie fanden heraus, dass die Yi-App die Daten an chinesische Server sendet und ein anderer Teil der persönlichen Informationen an Unternehmen wie Facebook und Google in den USA weitergeleitet wird. Besonders pikant sei, dass der Anwender nicht einmal um Erlaubnis gefragt werde und gar nicht merke, dass seine Daten im Hintergrund weitergeschleust werden. „Das widerspricht deutschen Datenschutzrichtlinien“, so die Experten.

Sony ebenfalls kritisch

Ähnlich kritisch verhalte es sich bei der App „PlayMemories Mobile“ von Sony. Die sende Infos der verwendeten Kamera und zum Mobilfunkanbieter an Sony. Standortdaten würden an Google weitergegeben, bei der iOS-Version an Apple. Auch die Apps Fujifilm Camera Remote (Android), Nikon SnapBridge (iOS) und Olympus Image Share senden unnötigerweise den Standort des Anwenders weiter, wie sich beim Test der Verbraucherschützer herausstellte.

Alles bestens ist bei den Apps Panasonic Image App, Canon Camera Connect, Fujifilm Camera Remote (iOS), Ricoh Image Sync und Nikon SnapBridge (Android). Sie tun lediglich das, was sie sollen und senden keine Daten weiter.

Grundsätzlich rät Stiftung Warentest, darauf zu achten, welche Zugriffsberechtigungen eine Foto-App anfordert und nach Möglichkeit der Weitergabe von Kamera- und Standortdaten zu widersprechen.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Kamera-Apps und Datenschutz“ finden Sie hier.

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