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Stiftung Warentest warnt vor Schnäppchenfernsehern

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)
(Bild: gettyimages)

Nur für kurze Zeit und in begrenzter Stückzahl: Der Fachhandel und größere Supermärkte locken mit Fernsehern zu Niedrigpreisen. Doch die sind kein gutes Geschäft. Stiftung Warentest hat sich die Aktionsware einmal genau angesehen und warnt in der Februar-Ausgabe des Verbrauchermagazins test: „Vorsicht, Schnäppchenfalle“.

Im Fachhandel und in größeren Supermärkten sind sie unübersehbar platziert: Fernseher mit anscheinend allem Drum und Dran, Kurzzeitangebote von Marken wie Sharp, Toshiba, Blaupunkt oder Telefunken. Full HD, ein Meter Bildschirmdiagonale zum Schnäppchenpreis von nur 300 Euro. Da heißt es schnell sein! Oder etwa nicht?

Finger weg, rät Stiftung Warentest. Die Verbraucherschützer haben 17 als Aktionsware angebotene Modelle ins Testlabor geschickt. Kein einziger schaffte das Qualitätsurteil „Gut“, nur zwei bekamen die Note „Befriedigend“. Der große Rest schnitt mit „Ausreichend“ und „Mangelhaft“ ab.

„Normalerweise prüfen wir solche Fernseher nicht, da Aktionsware oft in geringen Mengen produziert wird und mitunter nur einige Wochen am Markt ist“, erklären die Experten. Doch dieses Mal habe man die Grundsatzfrage klären wollen, was die Aktionsmodelle im Vergleich zu den „Dauerläufern“ taugen.

Bessere Qualität ist nicht sehr viel teurer

Dafür hat Stiftung Warentest zu den Aktionsgeräten jeweils zwei noch erhältliche Modelle aus zurückliegenden Tests zum Vergleich herangezogen. Vor allem um die Frage zu klären, wie viel Geld Kunden mehr ausgeben müssen, wenn sie einen „guten“ Fernseher wollen. Die Antwort überrascht. „Oft reichen schon 40 bis 180 Euro mehr für deutlich bessere Qualität“, so die Experten.

Als Beispiel führen sie den Sharp LC-40 an, der als mittelgroßer Fernseher mit 102 Zentimetern Bilddiagonale und als Aktionsware für 300 Euro zu haben ist. Der schnitt im Test mit der Note 3,4 als zweitbester ab, könne aber im Vergleich mit dem günstigsten Dauerläufer, dem Philips 43 für 480 Euro (Note 2,3) nicht mithalten. Bei schnellen Bewegungen ruckelt das Bild des Sharp-Fernsehers stark und seine Auflösung ist deutlich geringer: Full HD statt UHD, heißt es im Testbericht.

Bei der Prüfung der großen Fernseher mit rund 125 Zentimetern Bilddiagonale sahen die Ergebnisse ähnlich aus. Der Toshiba 49 (420 Euro), war zwar das beste Aktionsmodell, lag aber fast eine ganze Note hinter dem dauerhaft erhältlichen LG 49 (580 Euro).

Grundsätzlich raten die Experten zu Geräten ab einem Meter Bilddiagonale, da kaum ein Gerät in der kleineren Kategorie mit „Gut“ abgeschnitten habe – weder Aktionsgeräte, noch Dauerläufer. Empfehlenswert sei lediglich der Metz Cosmo 32 mit 81 Zentimetern Bilddiagonale. Der ist allerdings mit 915 Euro nicht gerade preisgünstig.

Fazit Stiftung Warentest: Wer Freude am Fernsehen haben möchte, sollte der Verlockung des Niedrigpreises widerstehen und die Finger von Billiggeräten lassen.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Fernseher“ sowie eine Produktdatenbank mit 446 Modellen finden Sie hier (kostenpflichtig).

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