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Stiftung Warentest warnt vor Abzocke bei der Mietkaution

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Wer auf Wohnungssuche geht, hat es vor allem in Großstädten schwer. Das knappe Angebot nutzen immer häufiger Betrüger, um Kasse zu machen. Stiftung Warentest erklärt, wie die Abzocker vorgehen.

Mancher, der in einer Großstadt auf die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung geht, ist der Verzweiflung nahe. Einem verfügbaren Objekt stehen oft Dutzende Interessenten gegenüber. Das nutzen immer öfter Betrüger für sich aus, um an das Geld der Wohnungssuchenden zu kommen.

Stiftung Warentest warnt im Verbrauchermagazin Finanztest aktuell vor mehreren Betrugsmaschen.

Masche 1

Die Betrüger bestellen Interessenten in eine Wohnung, die noch bewohnt ist und geben sich als Vermieter der Wohnung aus. Noch vor Ort solle dann sofort der Mietvertrag unterschrieben und die Kaution in bar gezahlt werden. Wer sich darauf einlasse, sei sein Geld los.

Werde der tatsächliche Mieter der Wohnung später darauf angesprochen, stelle er sich unwissend. Er behaupte dann zum Beispiel, jemandem den Schlüssel überlassen zu haben, damit er den Briefkasten leert.

Diese Art von Mietkautionsbetrug nehme vor allem in Großstädten zu, so Stiftung Warentest. Aber ähnliche Fälle habe es auch schon in kleineren Städten wie Göttingen und Gelsenkirchen gegeben.

Masche 2

Auf Internetportalen wie Immobilienscout24, Immowelt oder Immonet werden Wohnungen angeboten, die gar nicht existieren. Meist handele es sich um Inserate, die mit niedrigen Mieten und gut gemachten Fotos locken.

Wer sich meldet, erhalte Antwort auf Englisch oder in schlechtem Deutsch. Die angeblichen Eigentümer würden dann vorgeben, berufsbedingt oder aus anderen Gründen gerade im Ausland zu sein, so dass sie für eine Besichtigung nicht vor Ort sein können.

Stattdessen werde den Interessenten angeboten, direkt den Mietvertrag oder den Schlüssel für eine Besichtigung zugeschickt zu bekommen. Wohnungssuchende würden aufgefordert, dafür als Sicherheit vorher drei Monatsmieten Kaution über einen Zahlungsdienstleister wie Westernunion oder Moneygram zu überweisen.

Masche 3

Die Betrüger gehen eingangs genauso vor, wie bei Masche 2 und behaupten derzeit im Ausland zu sein. Sie würden sich aber bereit erklären, für die Besichtigung nach Deutschland zu reisen. Bedingung sei dann die Zahlung einer Kaution, damit sie nicht Gefahr laufen, die Reise umsonst anzutreten.

Masche  4

Besonders  abgebrüht gehen Täter vor, die Ferienwohnungen über Portale wie etwa Airbnb anmieten und sie dann als ihre eigenen Mietwohnung inserieren, berichtet Stiftung Warentest. „Solche Angebote machen einen besonders seriösen Eindruck. Meist sind Bilder, Lageplan und Grundriss beigefügt“, so die Experten. Wer sich meldet, werde von einem angeblichen Eigentümer oder Makler durch das Objekt geführt. Kurze Zeit später würden Interessenten dann per E-Mail die Zusage für die Wohnung erhalten, mit dem Hinweis, dass nun die Kaution fällig sei. Oft werde sogar noch eine Ablöse für die Küche verlangt. Beides solle in der Regel sofort überwiesen werden. Auf diese Weise würden die Betrüger meist mehrere tausend Euro abzocken.

So schützen Sie sich

Grundsätzlich sollten Wohnungssuchende vorsichtig sein, wenn Objekte in beliebten Lagen zu unrealistisch günstigen Preisen angeboten werden, rät Stiftung Warentest. In keinem Fall sollten Zahlungen im Voraus geleistet werden – weder bar noch per Überweisung.

Besondere Skepsis sei bei Vermietern im Ausland angebracht. Wohnungssuchende sollten sich auch nicht darauf einlassen, sich einen Schlüssel gegen Kaution schicken zu lassen. Bei Maklerangeboten empfehlen die Verbraucherschützer, zu überprüfen, ob das Maklerbüro existiert und Telefonnummer sowie Adresse abzugleichen.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Mietkaution“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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