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Stiftung Patientenschutz fordert Strafen für Impf-Vordrängler

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BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert Strafen für die Verletzung der Reihenfolge bei den Corona-Impfungen. "Die Begründung ist immer gleich: Der überschüssige Impfstoff hätte ansonsten weggeworfen werden müssen", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Damit in der Praxis die Impfverordnung konsequent angewandt wird, müssen Verstöße sanktioniert werden."

Angesichts des knappen Impfstoffs gilt eine strenge Reihenfolge, wer zuerst geimpft wird. Die über 80-Jährigen und die Menschen in Pflegeheimen erhalten den Schutz vorrangig, weil das Todesrisiko bei Covid-19 bei den Hochbetagten am größten ist. Für Schlagzeilen hatten aber Fälle gesorgt, in denen führende Mitarbeiter im Klinik- oder Feuerwehrbereich sowie Bürgermeister den Impfstoff bereits erhalten hätten. Brysch forderte, bezahlte und unberechtigte Verimpfung mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe zu belegen.

Um überschüssigen Impfstoff gut nutzen zu können, hätten die Impfzentren und die mobilen Impfteams Wartelisten für alternative Impfberechtigte der gleichen Prioritätsgruppe vorzuhalten, sagte Bryswch. Notfalls müssten auch Taxis und Liegendtransporte dafür verfügbar sein. "So wird möglichst ausgeschlossen, dass übrig gebliebener Impfstoff erst am Ende eines Einsatzes auffällt."

Zugleich nehme die Diskussion an Fahrt auf, ob bei Geimpften Einschränkungen zurückgenommen werden sollen, stellte Brysch fest. An diesem Donnerstag will der Deutsche Ethikrat in Berlin zu dieser Frage Stellung nehmen.