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Stichtag 31. Oktober: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu eurer Steuererklärung im Corona-Jahr

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Halloween steht kurz bevor und damit auch der letzte Zeitpunkt, an dem ihr eure Steuererklärung für das Jahr 2020 einreichen könnt. Einen Termin, den ihr nicht verbummeln solltet, denn für eine Verspätung droht ein Zuschlag von mindestens 25 Euro im Monat.

Für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist die Steuererklärung freiwillig - was viele aber nicht auf dem Schirm haben: Jeder, der 2020 in Kurzarbeit war, muss eine Steuererklärung abgeben. Immerhin waren das zu Hochzeiten im Coronajahr knapp sechs Millionen Angestellte - das entspricht 18 Prozent aller Beschäftigten. Das Problem: Laut einer Umfrage des Steuer-App-Anbieters Taxfix wussten nur 62 Prozent der Teilnehmenden von dieser Pflicht. Daher einmal die Besonderheiten in puncto Steuer für das Corona-Jahr 2020 im Überblick.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Wer bei einem Unternehmen fest arbeitet und nur sein Gehalt bezieht, muss in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Denn hier hat der Arbeitgeber bereits die monatliche Lohnsteuer einbehalten. Habt ihr allerdings Nebeneinkünfte, die 410 Euro übersteigen, seid ihr verpflichtet die Formulare auszufüllen. Gleiches gilt laut dem Verein „Steuering“, wenn ihr für mehrere Arbeitgeber tätig gewesen seid, wenn ihr und euer Ehepartner Arbeitslohn bezogen und einer von euch mit der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde oder ihr das sogenannte Faktorverfahren gewählt habt. Zudem ist jeder abgabepflichtig, der einen Lohnsteuerfreibetrag hat.

Alle Selbstständige, Freiberufler oder Gewerbetreibende müssen ebenfalls eine Steuererklärung abgeben. Ausgefüllt werden müssen die Unterlagen auch, wenn Lohnersatzleistungen gezahlt wurden – also Arbeitslosen-, Kranken-, Eltern- oder eben Kurzarbeitergeld. Wer mehr als 410 Euro im Jahr erhalten hat, ist verpflichtet eine Einkommenssteuererklärung abzugeben. Das Kurzarbeitergeld kann leider auch unter Umständen eine Nachzahlung nach sich ziehen.

„Als Lohnersatzleistung muss auf das Kurzarbeitergeld zwar keine Steuern gezahlt werden“, erklärt Juliane Kutzke, Steuerexpertin bei Taxfix. Der sogenannte Progressionsvorbehalt könne aber dazu führen, dass das Finanzamt den Steuersatz anhebt. Sie gibt folgendes Beispiel: Wer etwa eine Zeit lang zu 50 Prozent in Kurzarbeit war, hat 50 Prozent des regulären Gehalts von seinem Arbeitgeber bekommen – das Kurzarbeitergeld wiederum hat der Staat dem Unternehmen erstattet.

Auf die 50 Prozent Gehalt muss der Arbeitnehmer Lohnsteuer bezahlen. "Gehen wir davon aus, dass der Lohnsteuersatz zehn Prozent beträgt", sagt Kutzke. Diese zehn Prozent des halben Gehalts zahlt der Arbeitgeber an das Finanzamt voraus. Dieses sieht aber nun am Ende des Jahres, dass jemand nicht nur das halbe Gehalt bekommen hat, sondern auch das Kurzarbeitergeld. "Wer mehr verdient, muss mehr zahlen, deshalb hebt das Amt den Steuersatz auf zwölf Prozent", sagt Kutzke. Der Arbeitgeber hat aber nur zehn Prozent des halben Gehalts an das Amt vorausbezahlt. Es fehlt also Geld und ihr müsst eventuell etwas nachzahlen.

Wer nicht verpflichtet ist, sollte sich dennoch überlegen, ob er eine Steuererklärung ans Finanzamt schickt. Das bedeutet zwar immer ein bisschen Aufwand, ist aber sehr lukrativ. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes bekommen Beschäftigte im Durchschnitt 1051 Euro zurück.

Bis wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?

Alle, die ihre Steuererklärung freiwillig machen, dürfen sich freuen. Denn sie haben dafür bis zu vier Jahre Zeit. Das heißt, bis zum 31. Dezember 2021 könnt ihr noch eurer Steuererklärung von 2017 einreichen. Für alle anderen sind die Fristen deutlich kürzer. Normalerweise wäre diese für das Jahr 2020 am 31. Juli abgelaufen. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung den Zeitraum aber bis zum 31. Oktober verlängert. Weil dieser auf einen Sonntag fällt, müssen eure Unterlagen bis spätestens 1. November beim Finanzamt eingegangen sein. Eine Ausnahme davon ist, wenn ihr euch entschließt, euch Hilfe vom Steuerberater zu holen. Hier habt ihr nochmal einen Aufschub von sieben Monaten - der letzte Abgabetermin ist damit am 31. Mai 2022.

Einfach so die Frist verstreichen lassen solltet ihr nicht. Denn das kann teuer werden. Verpasst ihr das Abgabedatum Ende Oktober, kann euer Finanzbeamter einen Verspätungszuschlag festsetzen. Insbesondere wer wiederholt oder um viele Monate verspätet abgibt, ist hiervon bedroht. "Ist man sich sicher, dass man die Abgabefrist nicht einhalten kann, sollte man beim Finanzamt um eine Verlängerung bitten", sagt Kutzke. "Bei triftigen Gründen wird diese im Regelfall auch gewährt." Sind 14 Monate nach Ablauf der Steuerfrist die Unterlagen immer noch nicht eingegangen, muss der Finanzbeamte allerdings einen Zuschlag festsetzen.

Daneben hat das Finanzamt noch weitere Mittel zur Hand: Wer den Verspätungszuschlag ignoriert, dem droht ein Zwangsgeld. "Beim ersten Mal werden in der Regel einige hundert Euro fällig", sagt Kutzke. Die Höchststrafe liege bei 25.000 Euro. Es kann euch zudem passieren, dass die Behörde eine Steuerschätzung vornimmt, die meist zu eurem Nachteil ausfällt. Diese Annahme stützt sich auf vorliegenden Daten - entweder aus den Vorjahren oder den vom Arbeitgeber beziehungsweise Versicherer übermittelten Informationen.

Wie kann ich Home Office absetzen?

Die Kosten für Arbeitszimmer abzusetzen ist nach wie vor sehr schwierig. Denn für die Anerkennung muss das Arbeitszimmer fast ausschließlich beruflich genutzt werden. So darf die Einrichtung zum Beispiel nur Möbel enthalten, die für die Arbeit wichtig sind. Ein Gästebett oder ein zusätzlicher Schrank würden schon Schwierigkeiten bereiten. Auch zählt es nicht als Arbeitszimmer, wenn ihr während der Pandemie zum Beispiel an einem Tisch im Wohnzimmer gearbeitet habt.

Um dennoch auf die Pandemie zu reagieren, hat der Bundestag als Alternative eine sogenannte Homeoffice-Pauschale beschlossen: Das heißt, jeden Tag, an dem ihr von zu Hause gearbeitet habt, könnt ihr fünf Euro geltend machen. Die Grenze hierfür liegt bei 120 Tagen. Ihr könnt also 600 Euro maximal absetzen. Laut dem Steuerring gilt diese Regelung für die Jahre 2020 und 2021. Der Nachteil: Für die Tage, an denen ihr die Pauschale in Anspruch nehmt, könnt ihr keine Entfernungspauschale absetzen. Außerdem bekommt ihr den Steuervorteil nur, wenn ihr mit euren gesamten Werbungskosten inklusive der Pauschale über 1000 Euro kommt.

Was kann ich alles absetzen?

Für diejenigen, die durch die Kurzarbeit eventuell einen steuerlichen Nachteil haben, heißt es absetzen, was nur geht, um eine Nachzahlung zu vermeiden. Laut dem Steuerring könnt ihr unter anderem folgende Werbungskosten geltend machen.

  • Fahrtkosten zum Arbeitsplatz

  • Arbeitsmittel für Ihr Homeoffice

  • Bewerbungskosten

  • Spenden an gemeinnützige Organisationen

  • Unterstützung bedürftiger Personen

  • Steuervorteile für Menschen mit Behinderung

  • Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen

  • haushaltsnahe Dienstleistungen

Wie wirkt sich der Kinder- und Coronabonus aus?

Aufgrund der Corona-Pandemie haben Eltern im Jahr 2020 einen Kinderbonus von 300 Euro erhalten. Dieser wird nicht als steuerpflichtiges Einkommen gewertet, sondern als zusätzliche Kindergeldzahlung, schreibt der Steuerring. Das Finanzamt verrechnet den Kinderbonus jedoch über die Steuererklärung mit den Kinderfreibeträgen. So holt sich der Fiskus den Bonus von besserverdienenden Eltern wieder zurück. Auf Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder Unterhalt wird der Bonus nicht angerechnet.

Wer in der Zeit vom März 2020 bis Ende Juni 2021 einen Bonus von seinem Arbeitgeber bekommen hat, kann sich doppelt freuen - bis zu einer Höhe von 1500 Euro ist die Extrazahlung von der Einkommenssteuer befreit. Auch fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Gibt es Tricks, um aus der Steuererklärung noch etwas mehr herauszuholen?

Der App-Anbieter Taxfix listet in einem Ratgeber mehrere Tipps und Tricks auf, wie ihr ganz legal noch ein bisschen mehr Geld aus eurer Steuererklärung herausholen könnt. Wer seine Steuererklärung freiwillig abgibt, hat zum Beispiel einen Vorteil, wenn er damit so lange wie möglich wartet. Denn, wie das Unternehmen schreibt, bekommt jeder Steuerzahler vom Finanzamt 15 Monate nach Ablauf des Steuerjahres pro Monat 0,5 Prozent Zinsen auf die noch nicht ausgezahlte Steuererstattung. Aufs Jahr hochgerechnet sind das stattliche sechs Prozent.

Eine andere Möglichkeit ist, die Entfernungspauschale so gut es geht auszuschöpfen – denn der Weg, den ihr absetzen könnt, muss zwangsweise nicht der kürzeste, sondern der schnellste sein. Taxfix gibt ein kleines Rechenbeispiel: Ein längerer Fahrweg, etwa über die Autobahn, der euch aber 15 Minuten Zeitersparnis bringt, ergibt bei 220 Arbeitstagen höhere Werbungskosten von 528 Euro im Jahr.

Auch wenn viele erst einmal schlucken, wenn sie an ihre Steuererklärung denken - in der Regel lässt sich damit viel Geld sparen. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Apps und Programme, die euch beim Ausfüllen der Unterlagen unterstützen. Ihr braucht auch nicht ein Haufen Formulare ausdrucken, die ihr dann ans Finanzamt sendet - per Elster könnt ihr das alles online erledigen. Es lohnt sich in den meisten Fällen.

Im Video: Steuererklärung und mehr: Das ändert sich ab Oktober 2021