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Stichs härtester Gegner 1991: Volkov früh gestorben

Stichs härtester Gegner 1991: Volkov früh gestorben
Stichs härtester Gegner 1991: Volkov früh gestorben

Den großen Paukenschlag, mit dem er die Tennis-Welt auf sich aufmerksam machte, kommentierte Alexander Wolkow einst mit Lakonie.

„Ich habe gut trainiert und war bereit“, berichtete der Russe heute vor 33 Jahren den Reportern bei den US Open in New York: „Dann habe ich die Auslosung gesehen und gedacht: Oh. Aber man sieht ja: Alles kann passieren.“

Kann es in der Tat, der damals 23-Jährige bewies es an jenem 28. August 1990: Mit 6:3, 7:6, 6:2 warf er den großen Stefan Edberg aus dem Turnier, legendärer Rivale Boris Beckers, damals Nummer 1 der Welt und amtierender Wimbledon-Champion.

An diesem Tag kam der Schwede aber überhaupt nicht zu Recht gegen den Youngster aus der zerfallenden Sowjetunion. Es blieb nicht das letzte Mal, dass der Mann aus Kaliningrad einen großen Spieler das Fürchten lehrte, auch Michael Stich weiß ein Lied von den Qualitäten des Favoritenschrecks zu singen - der inzwischen tragisch früh verstorben ist.

US Open 1990: Alexander Wolkow schockte Stefan Edberg in Runde 1

Wolkows Triumph gegen Edberg kam seinerzeit völlig unerwartet: Edberg reiste nicht nur mit dem Rückenwind des zweiten Londoner Final-Triumph gegen Becker nach New York, sondern auch mit einer Serie von 21 Siegen.

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Sein Gegner hatte zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Turnier gewonnen, kam aber im Duell schlicht besser mit den Platzverhältnissen zu Recht, die Edberg zur Verzweiflung trieben: „Ich habe mich nie wohlgefühlt, der Court hat die Bälle sehr, sehr schnell kommen lassen. Ich habe hart gearbeitet und wusste, dass es schwer werden würde - aber ich habe das nötige Level nicht erreicht.“

Wolkow dagegen erwischte einen Sahnetag: Seine Aufschläge saßen ebenso wie seine Returns. Blieb Edberg an der Grundlinie, profitierte er von vielen missglückten Schlägen. Stürmte er ans Netz vor. frustrierte er ihn mit Passierbällen. Am Ende gelang es Wolkow, Edberg die erste Erstrundenniederlage eines topgesetzten Spielers seit John Newcombe gegen Jan Kodes 1971 zuzufügen.

Wolkow - in Runde 2 gegen Todd Wiltsken selbst klar ausgeschieden - half mit dem Sieg über Edberg auch, dem späteren Sieger Pete Sampras den Weg zu dessen erstem Major-Triumph zu ebnen.

Er verhinderte fast Michael Stichs Wimbledon-Sieg

In den Jahren darauf kam Wolkow der Weltspitze selbst relativ nahe: Er gewann drei ATP-Turniere stand 1993 im Halbfinale der US Open, mit dem russischen Davis-Cup-Team erreichte er 1994 das Endspiel.

Im Jahr 1991 vereitelte Wolkow auch fast ein ruhmreiches Kapitel deutscher Tennis-Geschichte: Auf dem Weg zu Michael Stichs Wimbledon-Triumph 1991 war Wolkow im Achtelfinale sein härtester Gegner, führte bereits 5:3 im fünften und letzten Satz - den Stich dann aber zu einem 7:5 zu seinen Gunsten umbiegen konnte.

Gegen Boris Becker tat sich der Rechtshänder Wolkow, der nach einer Schulterverletzung mit der linken Hand spielte, dagegen schwer, alle zehn Duelle verlor Wolkow. Nach der aktiven Karriere betreute er seinen Landsmann Marat Safin und führte ihn zu den Grand-Slam-Titeln in New York 2000 und Melbourne 2005.

Am 19. Oktober 2019 wurde die Tennis-Welt von der Nachricht von Wolkows frühem Tod erschüttert, über die Todesursache wurden keine Angaben gemacht.

Neben vielen anderen Weggefährten bekundete auch Becker sein Beileid: „Mein Beileid und meine Gedanken/Gebete sind mit deiner Familie! Ich werde mich an unsere Schlachten auf dem Tennisplatz erinnern.“