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Sie steuern den Einkauf von Pepsi und der Deutschen Bahn – und bekommen zehn Millionen

·Lesedauer: 3 Min.
Die Archlet-Gründer Jakob Manz, Lukas Wawrla und Tim Grunow wollen Unternehmen beim Einkauf helfen (v.l.n.r.).
Die Archlet-Gründer Jakob Manz, Lukas Wawrla und Tim Grunow wollen Unternehmen beim Einkauf helfen (v.l.n.r.).

Das zwei Jahre alte Software-Startup Archlet hat eine Millionenrunde abgeschlossen. In einer Series-A-Finanzierung sammelt die Firma aus Zürich rund 8 Millionen Euro (10 Millionen US-Dollar) ein. Die Runde wird vom europäischen Risikokapitalgeber HV Capital angeführt. Die Bestandsinvestoren, darunter Wingman Ventures, Senovo und La Famiglia sowie Business Angel Matthias Hilpert sind ebenfalls beteiligt. Bereits im Januar sammelten die Gründer des Zürcher Startups in einer Seed-Runde 2,3 Millionen Euro (2,8 Millionen US-Dollar) ein. Damals investierten auch die Gründer des Unicorn-Unternehmens Sennder.

Das Startup hat eine Prozessoptimierungs-Software für den Einkauf in Unternehmen gebaut. „Viele Unternehmen wissen nicht, wie viel und was sie in den letzten Jahren ausgegeben haben“, erklärt Co-Gründer Tim Grunow im Gespräch. Dabei steige der Druck auf Unternehmen, transparenter zu werden, etwa in Hinblick auf das Lieferkettengesetz. Die Daten, die in solchen Prozessen anfallen, werden auch heute noch in vielen Firmen manuell in Programme wie Excel eingepflegt. Entsprechend groß sei der Nachholbedarf, diesen Vorgang zu modernisieren, so Grunow.

Die Deutsche Bahn ist Kunde

Etwa die Hälfte der Umsätze, die Unternehmen generieren, fließen wieder zurück in den Einkauf, erklärt Grunow. Wenn Firmen nachhaltiger, transparenter und effizienter einkaufen, können sie eine Menge Geld sparen. Das Tool des Software-Startups soll Unternehmen dabei helfen, indem es die Zusammenarbeit zwischen Firmen und Lieferanten vereinfacht. Demnach sollen Kunden auf der Plattform des Startups, darunter die deutsche Bahn und Pepsico, Angebote von Partnern einholen, validieren und Preise aushandeln können. Das Startup verspricht finanzielle Einsparungen beim Einkauf von 15 Prozent.

Mehrere Hundert Millionen Euro sollen Firmen durch die Nutzung der Software bereits gespart haben. Wie viele Kunden das Startup aus Zürich insgesamt zählt, will Grunow nicht verraten, nur so viel: Die Kunden sitzen in ganz Europa verteilt, etwa in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, ebenso in den USA sowie in Asien. Mit dem Geld aus dieser Series-A-Runde soll die europäische Expansion vorangetrieben sowie an Personal aufgestockt werden – von derzeit 30 Mitarbeiter auf rund 40 bis Ende 2021, so Grunow.

Archlet wurde 2019 von Lukas Wawrla, Jakob Manz und Tim Grunow als Spinn-Off-Unternehmen der ETH Zürich gegründet. Die Idee, den Einkaufsprozess von Firmen transparenter und digitaler zu gestalten, hatte das Gründertrio, als sie für eine Beratungsfirma tätig waren. Sie suchten für eine Verpackungsfirma nach Einsparmöglichkeiten und merkten, wie manuell die Arbeit vonstatten ging. Ein No-Go, fanden die drei. „Uns war klar, dass wir etwas tun mussten“. Prompt folgte die Gründung ihres Startups Archlet.

Das Potential im öffentlichen Sektor ist groß, aber zu langsam für Startups

Fünf Monate später hatte Archlet seinen ersten Kunden. Wie viel Firmen für den Service zahlen müssen, will Grunow nicht preisgeben, – außer dass sich die Preise an der Unternehmensgröße orientieren. Zudem lege der Kundenfokus des Startups auf private Unternehmen, da der sogenannte „Sales-Zyklus“, also der Prozess, den das Startup beim Verkauf seiner Software durchführt, in der Regel drei bis sechs Monate dauert. Im öffentlichen Sektor können solche Phasen hingegen bis zu zwei Jahre lang andauern. Das könne man sich als junge Firma, die schnell wachsen wolle, nicht leisten, erklärt Grunow. Auch wenn sich dort viel Geld verdienen lässt. Denn das Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand liegt laut Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bei mindestens 300 Milliarden Euro im Jahr.

Dass viel Nachholbedarf in Beschaffungswesen besteht, haben auch andere Startups erkannt. Das Augsburger Startup Xentral verkauft etwa eine Software, die ebenfalls die Funktion der Wareneinkauf- und Verwaltung anbietet. Darüber hinaus lassen sich mit dem Tool weitere Prozesse bündeln, wie etwa die Logistik, Buchhaltung und Personalplanung. Zuletzt sammelte das 2015 gegründete Startup in einer Series-A rund 16,5 Millionen Euro (20 Millionen US-Dollar) ein. Unter anderem investierte der US-amerikanischen VC Sequoia Capital, der unter anderem an dem Fintech Klarna beteiligt ist.

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