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Steuerfahnder nehmen deutsche UBS-Kunden ins Visier

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Bochum (dapd). In einer bundesweiten Großrazzia haben Staatsanwälte und Steuerfahnder am Montag Häuser und Wohnungen deutscher Kunden der Schweizer Großbank UBS durchsucht. Ermittelt werde wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, sagte der Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft, Norbert Salamon, der Nachrichtenagentur dapd. Er bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Auslöser der Aktion waren demnach Daten von einer Steuer-CD, die Nordrhein-Westfalen vor einigen Monaten gekauft hatte. Die Ermittlungen richteten sich gegen mehrere Hundert Verdächtige, sagte Salomon. Weitere Durchsuchungen seien möglich.

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bochum hat Erfahrungen im Umgang mit Schweizer Schwarzgeldkonten. Sie hatte bereits nach dem ersten Datenkauf durch Nordrhein-Westfalen die Ermittlungen übernommen.

Das bevölkerungsreichste Bundesland hat in den vergangenen Jahren eine Vorreiterrolle bei dem Kampf gegen Schwarzgeldkonten in der Schweiz gespielt. Insgesamt kaufte das Land bereits sieben Steuersünder-CDs (SNP: ^CDSY - Nachrichten) und verteidigt die Praxis vehement gegen Kritik seitens der Bundesregierung.

Nach einer kürzlich vorgelegten Zwischenbilanz des Düsseldorfer Finanzministeriums stehen den Kaufpreisen von insgesamt neun Millionen Euro bislang bundesweit Steuermehreinnahmen von mehr als drei Milliarden Euro gegenüber. Davon entfielen 500 Millionen Euro auf die Auswertung der Datensätze der Steuer-CDs und weitere 2,5 Milliarden Euro auf Selbstanzeigen. Hinzu kämen noch Einnahmen aus Strafverfahren. Dabei seien die Ermittlungen noch gar nicht abgeschlossen.

dapd