Deutsche Märkte öffnen in 5 Stunden 16 Minuten
  • Nikkei 225

    26.797,32
    +119,52 (+0,45%)
     
  • Dow Jones 30

    32.120,28
    +191,66 (+0,60%)
     
  • BTC-EUR

    27.758,67
    -148,92 (-0,53%)
     
  • CMC Crypto 200

    659,25
    -11,75 (-1,75%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.434,74
    +170,29 (+1,51%)
     
  • S&P 500

    3.978,73
    +37,25 (+0,95%)
     

Das Stellenangebot klingt zu anspruchsvoll? Warum ihr euch trotzdem bewerben solltet

·Lesedauer: 4 Min.

Die Suche nach einem neuen, passenden Job kann manchmal ernüchternd sein. Eine Frage dürften sich besonders Berufsanfägerinnen und -anfänger oft stellen, während sie die in Frage kommenden Stellenausschreibungen sichten: Wie soll ich bloß jemals erfolgreich ins Berufsleben starten – wenn so viele Arbeitgeber nach Qualifikationen, Erfahrungen und Praktika verlangen, die ich als junger Mensch noch gar nicht sammeln konnte?

Zu dieser Sorge gesellt sich dann bei vielen auch noch der Selbstzweifel, der entsteht, wenn sie sich mit möglichen anderen Bewerbern vergleichen. Sicher, so glauben viele, gibt es ja viele andere, die viel qualifizierter, erfahrener oder einfach besser sind als man selbst. Das mag sogar stimmen – muss aber noch lange nicht bedeuten, dass ihr euch nicht trotzdem bewerben solltet. Denn wichtig ist neben fachlichen Qualifikationen und eindrucksvollen Lebenslauf-Stationen auch, dass ihr euch von der Masse abhebt.

Um herauszustechen, so glauben viele, helfe es am meisten, wenn man zu 100 Prozent auf die ausgeschriebene Stelle passt – oder, noch besser, zu 150 Prozent. Umgekehrt bedeutet diese Annahme: Je mehr der angegebenen Kriterien wir nicht erfüllen, umso unsicherer sind wir uns. Dabei stimmt das gar nicht. Denn wer zeigen kann, dass er zwar nicht all das mitbringt, wonach das Unternehmen verlangt, aber dafür lern- und anpassungsfähig ist, kann damit genauso erfolgreich sein wie ein „idealer Kandidat“.

Am besten lässt sich das an einigen Beispielen deutlich machen. In einer interessanten Ausschreibung wird nach fünf Jahren Arbeitserfahrung im Bereich Marketing verlangt, ihr habt aber nur zwei? Für die Stelle als PR-Agentin sollt ihr PR studiert haben, könnt aber nur einen Germanistik-Abschluss und diverse Praktika vorweisen? Als Produktentwickler in dem Unternehmen, das ihr toll findet, sollt ihr eine bestimmte Programmiersprache beherrschen, mit der ihr aber bisher erst kurze Zeit gearbeitet habt? „Puh“, denkt ihr in all diesen Fällen womöglich, „ob ich das mit der Bewerbung dann nicht lieber sein lasse?“

Nein, würde das Expertenteam von Absolventa euch an dieser Stelle antworten. In einem Artikel, der auf der Webseite der Jobbörse für Berufsanfängerinnen und -anfänger erschienen ist, appellieren sie: Bewerbt euch, wenn ihr Lust auf einen Job habt und das Gefühl, dass ihr ihn gut machen würdet. Und zwar auch dann, wenn ihr nicht alle angegebenen Voraussetzungen erfüllt.

Die Person, die ein Unternehmen in seiner Stellenanzeige beschreibt, ist kein echter Mensch – sondern ein Ideal. Und Ideale, das werdet ihr wissen, gibt es im wahren Leben nicht. Das trifft nicht nur auf Jobkandidatinnen und -kandidaten zu, sondern beispielsweise auch auf potenzielle Partnerinnen und Partner. Oder wart ihr schon mal mit jemandem zusammen, der all euren Idealvorstellungen entsprach und keinerlei Fehler oder Macken hatte? Eben. Genauso wenig wird eine Personalerin exakt den Menschen finden, der perfekt auf die von ihr ausgeschriebene Stelle passt.

Was dennoch in der Liebe wie bei der Jobbewerbung gilt: Gewisse Standards solltet ihr einhalten. Checkt deshalb genau, was in der Stellenausschreibung steht. Meistens, so schreiben es die Experten von Absolventa, geht daraus auch hervor, welche Kenntnisse und Erfahrungen wirklich unabdingbar sind – und was lediglich erwünscht ist.

Selbstbewusstsein ist gefragt

Wenn ihr es aus der Anzeige nicht direkt herauslesen könnt, dann kann dabei auch euer Verstand oder euer Bauchgefühl helfen. Dass ihr euch besser nicht auf einen Job als Redakteurin bewerbt, wenn ihr eine Rechtschreibschwäche habt, sollte klar sein. Dass ihr aber noch nie mit dem Redaktionssystem gearbeitet habt, das bei eurem Wunschunternehmen benutzt wird, muss kein Problem sein. Wenn das der Fall wäre, könntet ihr in eurer Bewerbung beispielsweise erwähnen, dass ihr euch in früheren Praktika bereits in viele andere Systeme eingearbeitet habt. So wird klar, dass ihr lernfähig seid. Dass ihr das Redaktionssystem nicht kennt, dürfte dann kein K.O.-Kriterium mehr sein.

Und selbst, wenn ihr eine Absage bekommt, muss das nicht bedeuten, dass ihr für ein Unternehmen aus dem Rennen seid. Immer mehr Firmen, schreiben die Karriere-Expertinnen und -Experten von Absolventa, richten nämlich sogenannte „Pools“ für Kandidatinnen und Kandidaten ein. Einer Studie der Hochschule Furtwangen und der Personalberatung Promerit AG zufolge, die in dem Text zitiert wird, plant das bereits jedes zweite Unternehmen in Deutschland.

Konkret würde das dann so ablaufen: Ihr bewerbt euch auf eine Stelle, bekommt sie nicht, aber seid für das Unternehmen trotzdem interessant – zum Beispiel, weil es euch nur an ein wenig Erfahrung mangelt oder die Verantwortlichen euch lieber auf eine andere Stelle als die ausgeschriebene setzen würden. Die Personalerin oder der Personaler fragt euch dann, ob es für euch in Ordnung wäre, mit euren Daten in den Bewerber-Pool aufgenommen zu werden. Dem solltet ihr zustimmen, raten die Fachleute. Und dann kann es sein, dass ihr zu einem späteren Zeitpunkt angerufen werdet und euch vorgeschlagen wird, euch doch auf eine andere Stelle im Unternehmen zu bewerben.

Wie in so vielen Lebensbereichen ist auch beim Bewerben auf Jobs, deren Anforderungsprofil ihr nicht zu 100 Prozent erfüllt, eines gefragt: Selbstbewusstsein (aber wie gesagt: keine realitätsferne Überheblichkeit!). Einer Erhebung des Jobportals Stepstone zufolge, das wie Business Insider zu Axel Springer gehört, trauen sich das aber durchaus schon jetzt viele Kandidatinnen und Kandidaten: Von den 3000 für die Studie befragten Personen gaben 77 Prozent an, dass sie sich auch auf eine Stelle bewerben würden, wenn sie nicht alle geforderten Kriterien erfüllen würden. Das ist doch ein guter Anfang.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.