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Steht ein Aktien-, Anleihen- oder Währungscrash oder alles gleichzeitig bevor?

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Für viele Menschen ist die Welt so lange in Ordnung, wie sie nicht selbst von negativen wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen sind. Aktien haben sich nach dem Crash im März 2020 erstaunlich schnell wieder erholt, Staatsanleihen gelten weiterhin als sicher und Währungen wie der Euro oder US-Dollar sind doch eigentlich ganz stabil, oder etwa doch nicht?

In der Außenwirkung stimmt das Bild noch, aber es gibt verschiedene Entwicklungen, die sowohl am Aktien-, Anleihen- als auch Währungsmarkt zu Verwerfungen führen könnten. Hier sind die Gründe.

1. Überbewertete US-Aktien

Amerikanische Aktien waren bereits vor dem März-Einbruch nicht mehr günstig bewertet. Schon bei der letzten US-Wahl im Jahr 2016 lag das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nach Shiller bei 28. Bei ihm werden im Unterschied zum normalen KGV die Gewinne der vergangenen zehn Jahre zugrunde gelegt, sodass es aussagekräftiger ist.

Über Steuer- und Zinssenkungen wurden einer bis 2016 gut laufende Wirtschaft noch einmal die Sporen gegeben. Und im aktuellen Jahr 2020 über Stützungsprogramme in Billionenhöhe die Wirtschaft, aber vor allem der Aktienmarkt wieder nach oben getrieben.

Aktuell liegt das Shiller-KGV bei 30,3 (30.10.2020). Der langfristige Mittelwert seit etwa 1870 beträgt hingegen 16,75. Wir befinden uns also schon seit Längerem in einer Übertreibungsphase. Es stellt sich die Frage, wann der getriebene Markt vor Erschöpfung zusammenbricht.

2. Währungen verlieren an Wert

Natürlich könnten immer noch größere Stützungsprogramme aufgelegt werden, aber sie haben einen Preis. Die USA koppelten sich 1971 vom Goldstandard ab und bringen seitdem immer mehr Geld in Umlauf. Aufgrund der letzten beiden Krisen hat sich diese Spirale noch einmal deutlich verstärkt. Aktuell hat die amerikanische Notenbank sogar angekündigt, bei seinen Stützungsprogrammen zukünftig keine Grenzen mehr zu kennen.

Diese Entwicklung könnte in einem beschleunigtem Wertverlust der Währung münden. Charlie Munger zog sogar schon den Vergleich mit Venezuela. Ziel der Regierung und Notenbank ist es, die Wirtschaft und Börse mit allen Mitteln am Laufen zu halten. Den Preis dafür zahlen derzeit Bürger mit hohen Barguthaben und Staatsanleihen im Depot.

So erheben viele Banken bereits Negativzinsen oder geben sie über Gebührenanhebungen an den Kunden weiter. Investoren fliehen in der Folge aus dem Dollar in Gold oder Immobilien, die wertstabiler sind. Seit dem Jahr 1700 sind von 750 Währungen nur 20 % übriggeblieben und selbst diese haben über die Zeit nahezu 100 % ihrer Kaufkraft verloren. Im Gegensatz dazu konnte sie über Gold trotz Schwankungen erhalten werden.

3. Staatsanleihen mit Negativrendite und Überbewertung

Deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit notieren bereits zu einer Negativverzinsung und in den USA beträgt die Rendite nur noch 0,65 %. Wie lange kann sich diese Spirale also noch so weiterdrehen und welcher Investor kauft Anleihen, bei denen er Geld verliert?

Gleichzeitig sind Staatsanleihen sehr hoch bewertet. So gesehen sind preiswerte Aktien und Immobilien derzeit immer noch die bessere Wahl, bis die Zinsen infolge einer höheren Inflation steigen. Genau dann könnte auch der Aktienmarkt einbrechen.

Die aktuelle Situation ist nicht für die Ewigkeit

Aktien werden nicht ewig zu extrem hohen Bewertungen notieren, Anleihen nicht dauerhaft im Negativbereich und Geld kann nicht ohne Folgen für die Währung unendlich gedruckt werden. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Fehlentwicklungen korrigiert werden.

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