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Startup-Gründer kommen häufig aus Akademikerhaushalten

Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Gütersloh (dpa) - Wer ein Startup gründet, kommt einer aktuellen Studie zufolge häufig aus einer Akademiker- oder Unternehmerfamilie. Sechs von zehn Gründern und -Gründerinnen dieser jungen Unternehmen haben mindestens einen Elternteil mit akademischem Abschluss, 14 Prozent sogar mit Doktortitel, wie aus einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Im Jahr 2023 wurden dazu 1800 Gründerinnen und Gründer zu ihrem familiären Hintergrund befragt.

Auch Unternehmergeist scheint demnach seine Wurzeln oft in der Familie zu haben: Bei mehr als einem Drittel der gründenden Jungunternehmer waren Mutter, Vater oder beide selbstständig, 24 Prozent führten oder führen sogar ein Unternehmen mit eigenen Angestellten. Zum Vergleich: Unter den Erwerbstätigen insgesamt sind nur 4 Prozent als Unternehmer mit Beschäftigten tätig. Umgekehrt zeige sich, dass die Gruppe der Angestellten bei den Eltern der Gründerinnen und Gründer unterrepräsentiert sei.

«Vitamin B»: Nützliche Kontakte aus dem familiären Umfeld

Damit deuteten die Zahlen einerseits auf eine sich auch im Startup-Ökosystem manifestierende «Schieflage im Bildungssystem», andererseits zeige sich der Effekt von Erfahrungen und Kenntnissen, die im familiären Kontext gemacht wurden, so die Studienautoren. Vorbilder, Bestärkung und Sicherheit seien hier wichtige Einflussgrößen.

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So gaben zwei Drittel aller Gründer und Gründerinnen an, dank ihres familiären Umfelds Kontakte zu anderen Unternehmern geknüpft zu haben. Relevant seien auch wirtschaftliche Ressourcen: 70 Prozent der Befragten aus Unternehmerhaushalten und 57 Prozent der gründenden Beamtenkinder gaben an, sich in schwierigen Situationen auf finanzielle Unterstützung ihrer Eltern verlassen zu können. Bei Arbeiterkindern stimmten nur 14 Prozent dieser Aussage zu.

Weniger Hürden bei der Kapitalbeschaffung

Außerdem sammeln Gründer aus Arbeiterfamilien seltener externes Kapital für ihre Pläne ein als solche aus Unternehmerfamilien: Das liegt nach Überzeugung der Autorinnen auch daran, dass im familiären Netzwerk erfahrene Unternehmer sind oder vermittelt werden können, die selbst investieren.

Im Umkehrschluss zeige die Studie, dass die Hürden für Gründer ohne akademischen oder unternehmerischen Hintergrund ungleich höher seien, sagt Autorin Julia Scheerer, Wirtschaftsexpertin der Bertelsmann Stiftung. «Das muss sich ändern», stellt sie fest. Vorbilder sollten daher auch jenseits der Familien in Schulen und Gesellschaft sichtbarer werden, schlägt Franziska Teubert, Geschäftsführerin beim Startup-Verband, vor. «Dann begeistern wir mehr junge Menschen fürs Gründen und schaffen erste Kontaktpunkte.»