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Dieses Startup, das Firmen vor der Insolvenz schützen will, ist nun selbst insolvent

·Lesedauer: 2 Min.
Joachim Kaune und Antonio Faralli blieben von der Corona-Pandemie nicht verschont. Gemeinsam begleiten sie ihr 2015 gegründetes Startup durch das Insolvenzverfahren
Joachim Kaune und Antonio Faralli blieben von der Corona-Pandemie nicht verschont. Gemeinsam begleiten sie ihr 2015 gegründetes Startup durch das Insolvenzverfahren

Rechnung zu spät bezahlt? Das kann Rechnungserstellern unter Umständen in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Ein Teufelskreis, den das Berliner Startup Fundflow durchbrechen möchte. Sie helfen Unternehmen dabei, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken, indem sie offene Rechnungen begleichen. Doch nun steckt das Online-Factoring-Portal aufgrund von Umsatzeinbrüchen selbst in Zahlungsschwierigkeiten. Im Mai dieses Jahres habe das Fintech einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, um die Firma in Eigenverwaltung zu sanieren, so CEO Joachim Kaune zu Gründerszene. Mitte August wurde dann das Hauptverfahren laut Insolvenzregister eingeleitet, um den Abschluss zu bestätigen.

Ein Blick in die Bilanzen von 2019 zeigt, dass sich die Ertragslage des Startups vorher positiv entwickelt hat. Die Erträge aus dem Factoring-Geschäft haben sich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, knapp 800.000 Euro erwirtschaftete Fundflow mit seinem Produkt. Im Frühjahr 2020 hat die Firma Kaune zufolge noch eine „kleine Finanzierungsrunde“ abgeschlossen, Summen nennt er nicht. Doch dann folgten Umsatzeinbrüche, nachdem ein Drittel der Kunden abgesprungen war. Kaune führt das auf die Unterstützungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurück. Die Vorkasse-Möglichkeiten, die Fundflow anbietet, seien nicht mehr nötig gewesen.

Gründer wollen im Unternehmen bleiben

Die Konsequenz: Sein Startup wurde nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens übernommen. Über drei Monate haben die Fintech-Gründer selbst nach Käufern gesucht. Kaune zufolge sind die neuen Eigentümer ein Fonds und eine Privatperson. Wie viel sie für Fundflow bezahlt haben, will der Gründer nicht verraten. Die derzeit zehn Mitarbeiter des Startups haben ihre Arbeitsplätze im Rahmen dieser Umstrukturierung behalten. Kaune und sein Co-Gründer Antonio Faralli werden ihre Chefpositionen mit den neuen Gesellschaftern hingegen erst einmal neu verhandeln müssen, sagen sie. Bis Ende des Monats will Kaune das Insolvenzverfahren zu Ende führen. „Im Anschluss werde ich schauen, inwiefern ich mich bei der neuen Gesellschaft einbringen kann“.

Im Rahmen der Refinanzierungsmaßnahmen hat das Fintech aus Berlin sein Angebot erweitert, um neue Kundengruppen zu erschließen. So lasse sich das Tool der Firma nun auch als App in anderen Programmen integrieren, etwa in dem Finanz- und Rechnungsprogramm Invoiz, ein Tool für Selbstständige und Kleinunternehmen. Wie Kaune im Gespräch erzählt, ist die Kundenzahl seit der Übernahme des neuen Gesellschafters wieder auf mehrere Hundert gestiegen. Wie viele es vorher waren, will er zum Vergleich nicht sagen.

Fundflow wurde 2015 von Jan-Philip Ramsperger, Antonio Faralli und Joachim Kaune gegründet. Philip verließ die Firma ein Jahr später, das seitdem von Faralli und Kaune geführt wird.

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