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Startgebot 1 Euro: Italienische Gemeinde Salemi versteigert verlassene Häuser

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 2 Min.

Salemi hat wie manch andere Region in Italien ein Problem: Die Kleinstadt leidet an Bevölkerungsschwund. Mit einem Programm hofft die Politik, der Stadt wieder Leben einzuhauchen: Sie versteigert verlassene Häuser zu Spottpreisen.

Photo Taken In Italy, Salemi
Ansicht von Salemi (Bild: Getty Images)

Viele italienische Kleinstädte, Gemeinden und Dörfer leiden an der Flucht ihrer Einwohner Richtung größerer Städte. Mit diversen Maßnahmen ist die lokale Politik bemüht, die Menschen zu halten oder zu ködern. Wie in der sizilianischen Gemeinde Salemi, wo verwaiste Häuser neuerdings versteigert werden. Das Startgebot beträgt ein Euro.

Zu versteigernden Häusern stammen aus dem 17. Jahrhundert

"Alle Gebäude gehören der Stadt", sagt Bürgermeister Domenico Venuti in einem Interview mit CNN Travel. "Das beschleunigt deren Verkauf und verringert den bürokratischen Aufwand." Vor dem Versteigerungsprogramm habe die Stadt die Gegenden saniert, in denen sich die Häuser befinden, fügt der Politiker hinzu. Nun sei man bereit für den nächsten Schritt.

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Die zu versteigernden Häuser stammen aus dem 17. Jahrhundert und befinden sich, wie es heißt, im Herzen der historischen Altstadt. Einige Gebäude würden erhebliche Schäden aufweisen, berichtet CNN, die aus einem schweren Erdbeben Ende der 1960er Jahre herrührten. Andere befänden sich in gutem Zustand und erforderten "minimale Arbeit".

Bringschuld der Käufer

Die Häuser in Schuss bringen wird die Aufgabe der neuen Besitzer sein. Die Interessenten müssen vor der Auktionsteilnahme ein detailliertes Sanierungskonzept vorlegen. Haben sie ein oder mehrere Gebäude ersteigert, müssen sie eine Anzahlung in Höhe von 3.000 tätigen. Das Geld bekommen sie zurückerstattet, sobald die Renovierungsarbeiten innerhalb von drei Jahren fertiggestellt sind.

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Mit dem Programm hofft Venuti, wieder Leben in die Gemeinde zu bringen. Salemi leidet seit Jahren an Einwohnerrückgang. Schon nach dem schweren Erdbeben, das am 15. Januar 1968 das Belice-Tal auf Sizilien erschütterte, verließen mehr als 4.000 Einwohner die Stadt.

Auch andere Regionen kämpfen mit Bevölkerungsschwund

Mit dem Problem steht Salemi nicht alleine da, auch andere Regionen in den Peripherien Italiens kämpfen gegen Bevölkerungsschwund. Mit diversen Maßnahmen versuchen sie der Entwicklung entgegenzuwirken. Über den Fall Cinquefrondi hatten wir im Juni dieses Jahres berichtet. Die Gemeinde in Kalabrien verkauft im Rahmen eines Programms namens "Operation Schönheit" verlassene Häuser für einen Euro. Auch hier ist der Immobilienkauf an die Renovierungspflicht gekoppelt. In der Kleinstadt Mussomeli nennt sich eine ähnliche Initiative "Case 1 Euro".

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