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Starinvestor: „Bitcoin hat KEINE Zukunft“

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Bitcoin
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Mit Bitcoin lag man 2020 goldrichtig. In Euro betrachtet verteuerte sich die digitale Münze im laufenden Jahr um rund 110 % (Stand für diese Zahl und alle weiteren Zahlen: 16.11.2020).

Zum Vergleich: Hauptwidersacher Gold lieferte im selben Zeitraum lediglich ein Plus von 24 %. Der Aktienmarkt ist längst keine Konkurrenz mehr. Der DAX versucht sich weiterhin an einer schwarzen Null.

Doch nicht alle trauen dem Höhenflug von Bitcoin über den Weg. Auch Starinvestor Ray Dalio sieht keine gute Zukunft für den Kryptoklassiker.

Diese Stimme hat Gewicht

Ray Dalio ist kein kleiner Fisch und schon lange im Geschäft. Seit den 1970er-Jahren mischt der Multimilliardär an den Märkten mit.

Beschränkungen hat sich Dalio dabei nicht auferlegt. Ganz im Gegenteil. Sein seit 1991 bestehender Investitionsansatz des Flaggschiffs „Pure Alpha Fund“ basiert genau darauf, möglichst viele voneinander unabhängige Anklageklassen zu suchen. Eine offenbar sehr gute Idee. Das beweist die marktschlagende Rendite von durchschnittlich 12 % pro Jahr (Stand: 2018).

Wer einen solch offenen Ansatz fährt, hat sicher auch kein Problem damit, einen Fuß in die Kryptowelt zu stellen. Doch stattdessen prophezeite Ray Dalio jüngst den Untergang von Bitcoin. In einem Gespräch mit Yahoo Finance sagte er:

Ich glaube nicht, dass digitale Währungen so erfolgreich sein werden, wie die Menschen es (…) hoffen. Wenn es materiell wird, werden die Regierungen es nicht erlauben. Sie werden sagen, dass man keine Transaktionen mit Bitcoin ausführen darf.

Beim Bitcoin ist sich Ray Dalio treu geblieben

Was soll man als Wald-und-Wiesen-Investor mit der Aussage von Ray Dalio anfangen?

Man könnte annehmen, dass aus Ray Dalio der blanke Neid spricht. Denn im Gegensatz zu Bitcoin macht sein „Pure Alpha Fund“ dieses Jahr keine gute Figur. Das Minus ist mittlerweile zweistellig.

Andererseits ist sich Ray Dalio durchaus über die Probleme bewusst, die Bitcoin zu lösen versucht. Anfang des Jahres hausierte er mit dem Spruch „Cash is trash“ (Bargeld ist Müll) und empfahl Gold als Notwehr gegen die Geldmengenausweitung der Notenbanken.

Schon damals war Bitcoin für Ray Dalio nicht das geeignete Werkzeug. Insofern ist sich der Starinvestor immerhin bis heute treu geblieben.

Die Preisfindung geht weiter – auch ohne Ray Dalio!

Ray Dalio hat ohne Zweifel eine beeindruckende Investorenkarriere vorzuweisen. Aber sollte man deshalb bei jeder Entscheidung an seinen Lippen hängen?

Das wäre sicher übertrieben. Man kann die Argumente von Starinvestoren gerne in die eigene Entscheidungsmatrix mit einfließen lassen. Doch auch ein Ray Dalio ist nur ein Mensch.

Menschen können sich irren. Das beweist die extrem lange Karriere von Börsenlegende Warren Buffett, die zwar sehr erfolgreich war, aber doch nicht ohne falsche Annahmen und Fehlentscheidungen auskam.

Den späten Einstieg in Amazon bereut Buffett bis heute. Auch bei vielen anderen Tech-Aktien hielt sich der Altmeister (viel zu) lange zurück.

Das bedeutet nicht, dass Ray Dalio in Bezug auf Bitcoin automatisch unrecht hat. Ganz im Gegenteil. Ein Bitcoin-Verbot ist nicht unrealistisch und wird in manchen Teilen der Welt bereits praktiziert.

Doch wird Bitcoin jetzt auf der Stelle tot umfallen, nur weil Starinvestor Ray Dalio sich negativ geäußert hat? Nein. Das passiert ganz sicher nicht. Die Preisfindung geht weiter. Und die basiert auf den Analysen von Millionen von Investoren. Auch von deiner!

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