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Standortwahl für Rügener LNG-Terminal sorgt für Kritik

Sassnitz (dpa) - Der von der Bundesregierung für ein LNG-Terminal favorisierte Standort Mukran im Osten Rügens stößt bei Verbänden und in der Landespolitik auf Kritik. «Mit den vorliegenden Planungen soll ein auf unsicherer Datenbasis behauptetes energiewirtschaftliches Problem einmal mehr auf Kosten der Natur gelöst werden», sagte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kraenner, am Mittwoch. Er kündigte politischen und rechtlichen Widerstand gegen das geplante Flüssigerdgas-Terminal an.

Der Präsident des Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Jörg-Andreas Krüger, warf Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Kanzler Olaf Scholz (SPD) vor, «auf Rügen mit der Brechstange ein Projekt durchzusetzen, dessen Bedarf und Nutzen zweifelhaft» sei. Das Vorhaben sei schädlich für die Meeresnatur und das Klima.

Der Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), forderte eine verlässliche schriftliche Diskussionsgrundlage. «An mündlichen Überlieferungen können wir uns nicht abarbeiten.» Zudem erwarte er klare Signale, dass die Region im Energiebereich Vorteile erhalte. Er verwies etwa auf die hohen Netzentgelte.

Habeck reist nach Mukran

Die CDU im Schweriner Landtag bezweifelt dies. «Weder werden wegen des Terminals bei uns die Strompreise sinken, noch wird Mecklenburg-Vorpommern anderweitig profitieren», sagte Fraktionschef Franz-Robert Liskow. Auch er hält das Terminal mit Blick auf die Versorgungslage für unnötig. Die Landtagsfraktion der in Schwerin mitregierenden Linkspartei forderte eine bessere Kommunikation.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Bund die Anlandung von LNG in Mukran im Osten der Ostsee-Insel plant. Aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums ist ein Sicherheitspuffer bei den Kapazitäten nötig, um etwa für einen Ausfall von Anlagen gewappnet zu sein. Zudem sei eine Einspeisung im Nordosten auch für die Versorgung anderer europäischer Länder wichtig. Habeck will am Freitag in Mukran mit der Landesregierung über die Pläne sprechen.