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Mehr als 100 Milliarden Euro: Staatsbank KfW fördert so viel wie noch nie zuvor

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Das Fördervolumen der KfW hat sich im Inland in den ersten neun Monaten des Jahres verdreifacht. Viele Mittelständler und Start-ups profitieren davon – wie auch die Staatsbank selbst.

Die Staatsbank schreibt mittlerweile wieder schwarze Zahlen. Foto: dpa
Die Staatsbank schreibt mittlerweile wieder schwarze Zahlen. Foto: dpa

Die staatliche Förderbank KfW hat wegen der starken Nachfrage nach Corona-Hilfen ihr Fördervolumen auf ein Rekordvolumen ausgeweitet. Insgesamt hat sich das Fördervolumen in den ersten neun Monaten 2020 auf 109,1 Milliarden Euro verdoppelt. Das inländische Fördergeschäft hat sich wegen des enormen Interesses an den staatlichen Corona-Krediten sogar beinahe verdreifacht.

„Die aktuellen Förderzahlen spiegeln den enormen Kraftakt wider, den wir gemeinsam mit der Politik und der deutschen Kreditwirtschaft bisher geleistet haben, um die Wirtschaft im Kampf gegen die Folgen der Pandemie zu unterstützen“, sagte Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW-Bankengruppe. Viele Firmen, die KfW-Hilfen erhielten, hätten ohne das Hilfspaket wohl keine Finanzierung bekommen, wie eine repräsentative Umfrage vor Kurzem zeigte.

Bis Ende September beantragten 90.000 Unternehmen die Corona-Kredite der KfW, die zu 99 Prozent von kleinen und mittelgroßen Firmen gestellt wurden. Mittlerweile sind es sogar 95.000 Anträge. Zugesagt hat die Förderbank im Rahmen der staatlichen Hilfsprogramme aktuell 45,6 Milliarden Euro.

Junge Technologiefirmen, also Start-ups, wurden im Rahmen staatlicher Programme mit insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro gefördert. Davon profitierten rund 650 junge wachstumsorientierte Unternehmen.

Die KfW unterstützt den Sektor allerdings indirekt: Von den 1,4 Milliarden Euro flossen 850 Millionen Euro an Venture-Capital-Fonds, die damit rund 350 Start-ups finanzieren wollen. Diese Mittel stammen aus der „Corona Matching Fazilität“, die über KfW Capital und den Europäischen Investitionsfonds EIF abgewickelt wird.

Für weitere 522 Millionen Euro schloss die KfW mit den Förderinstituten der Länder Verträge über Globaldarlehen, die daraus landeseigene Förderprogramme für Start-ups finanzieren wollen. Von dieser Summe sind 100 Millionen Euro bereits zugesagt. Davon profitieren aktuell 300 junge Firmen.

Die indirekte Förderung durch die KfW hat aber auch Nachteile. Start-up-Vertreter bemängeln, dass junge Firmen in einigen Bundesländern noch gar keine Anträge stellen können – gerade wegen der dezentralen Regelung über die Bundesländer.

Corona-Delle aus dem ersten Quartal ausgeglichen

Über die Sommermonate hatte die Nachfrage nach Hilfskrediten etwas nachgelassen. Das dürfte sich im Zuge der zweiten Corona-Welle und dem damit verknüpften Teil-Lockdown im November wieder ändern. Auch, weil die Bundesregierung ein besonders beliebtes Förderinstrument, den Schnellkredit, nun auch für Kleinstfirmen öffnen will.

Künftig sollen auch Betriebe mit weniger als elf Mitarbeitern den Schnellkredit, bei dem der Staat für eine Darlehenssumme von bis zu 800.000 Euro voll für Kreditausfälle haftet, beantragen können. Die Details dazu sind noch offen.

Die Bundesregierung hatte Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, im Frühjahr Hilfen in unbegrenzter Höhe versprochen. Allerdings müssen Unternehmen auch nachweisen, dass sie vor der Coronakrise wirtschaftlich gesund waren.

Die KfW selbst hat ihre wirtschaftliche Corona-Delle aus dem ersten Quartal mittlerweile wieder ausbügeln können: Auf Neunmonatssicht schreibt der Konzern mittlerweile wieder schwarze Zahlen. Zwischen Januar und März hatte die Förderbank zunächst einen hohen Verlust eingefahren.

Hintergrund ist das erhöhte Bewertungsergebnis, also eine deutlich gestiegene hohe Risikovorsorge für möglicherweise ausfallende Kredite. Mittlerweile entwickeln sich die Belastungen für faule Kredite rückläufig, und das operative Ergebnis entwickelt sich laut KfW-Chef Bräunig „erfreulich“.