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Staatliche Cyberangriffe sind laut einer Studie eine große Bedrohung für Unternehmen

·Lesedauer: 5 Min.

80 Prozent der Unternehmen, die an einer Studie des Economist Intelligence Unit und dem Cybersecurity Tech Accord teilgenommen haben, sind besorgt darüber, Opfer einer staatlich geförderten Cyberattacke zu werden. Sie fordern eine stärkere internationale politische Zusammenarbeit, um diese Bedrohungen zu mindern.

Eine Mehrheit der Unternehmen, die für eine heute veröffentlichte Studie des Economist Intelligence Unit (EIU) und des Cybersecurity Tech Accord befragt wurden, sehen staatlich geführte und geförderte Cyberangriffe als eine große Bedrohung. Sie sind besorgt über katastrophale finanzielle Folgen sowie negative Auswirkungen auf ihre Reputation und fordern eine stärkere internationale politische Zusammenarbeit, um diese Bedrohungen abzumildern.

Die Umfrage wurde zwischen November und Dezember 2020 durchgeführt, bevor die kuerzlich bekannt gewordene Cyberattacke auf das Softwareunternehmen SolarWinds publik gemacht wurde. Dieser Angriff war für viele Organisationen ein Weckruf bezüglich der Herausforderungen, die durch staatlich gelenkte und gesponserte Cyberangriffe entstehen. Jedoch zeigt die Umrage auch, dass sich viele Unternehmen der eskalierenden Bedrohung seit langem bewusst sind.

In den letzten Jahren haben Cyberangriffe, die von Staaten ausgeführt oder gefördert wurden, den Cyberraum verändert. Dieser eskalierende Konflikt im Internet wurde durch die weitreichenden Folgen von COVID-19 beschleunigt. Tatsächlich sagen fast 8 von 10 Befragten, dass die Pandemie die Wahrscheinlichkeit eines staatlich geführten oder geförderten Cyberangriffs auf ihre eigene Organisation erhöht hat.

Wie die Umfrage zeigt, erwarten führende Vertreter des Privatsektors, dass Cyber-Bedrohungen durch staatliche Akteure in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden. Sie fordern, dass die Regierungen Maßnahmen ergreifen, um wirksame politische Lösungen auf nationaler und internationaler Ebene umzusetzen. Die wichtigsten Studienergebnisse sind:

  • Cyberangriffe, die von Staaten geführt bzw. gefördert werden bereiten privaten Organisationen große Sorge. 80 Prozent der Befragten zeigten sich besorgt darüber, dass ihre Organisation Opfer einer solchen Cyberattacke werden könnte, wobei die Mehrheit sagt, dass diese Sorge in den letzten fünf Jahren zugenommen hat.

  • Unternehmen erwarten, dass Cyber-Bedrohungen die von Staaten ausgehen in den nächsten fünf Jahren weiter zunehmen werden. Die Befragten gehen davon aus, dass die Bedrohung durch staatliche Akteure in fünf Jahren nur noch durch die Bedrohung durch das organisierte Verbrechen überschattet werden könnte. Dies wäre eine ernste Entwicklung, da Staaten über beträchtliche Kapazitäten, fortschrittliche Werkzeuge und Technologien verfügen, die später von anderen Angreifern genutzt werden können.

  • Es gibt ein falsches Gefühl der Sicherheit. 68 Prozent der Führungskräfte sind der Meinung, dass ihre Organisationen "sehr" oder "vollständig" bereit sind, mit einem Cyberangriff umzugehen. Charles Carmakal, Senior Vice President und Chief Technology Officer bei FireEye und einer der von der EIU befragten Experten, schlug vor, dass die meisten Organisationen in Wirklichkeit keine greifbare Erfahrung im Umgang mit solchen Bedrohungen haben, da sie selten die Hauptziele dieser Angriffe sind. Der jüngste SolarWinds-Hack könnte mehr Unternehmen dazu zwingen, darüber nachzudenken, wie sie Risiken mindern können.

  • Höhere Investitionen der Unternehmen in die Cybersicherheit sind von entscheidender Bedeutung, aber staatliche Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene sind ebenso erforderlich. 6 von 10 Führungskräften sagen, dass ihr Land nur ein mittleres oder niedriges Schutzniveau bietet und dass eine stärkere internationale wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit unerlässlich sei, um die Herausforderungen effektiv anzugehen und ein sichereres und stabileres Online-Umfeld zu schaffen.

"Staatlich geführte und geförderte Angriffe sind ein eskalierendes Problem, das zu groß ist, um es zu ignorieren", sagte Brad Maiorino, Executive Vice President und Strategiechef von FireEye. "Es muss einen grundlegenden Wandel in der Sicherheitsplanung geben, der über die Bemühungen einer Organisation hinausgeht, und dieser Wandel erfordert proaktives und kooperatives Handeln von Regierung und Industrie."

"Obwohl Cyberangriffe eine stille Bedrohung darstellen, können sie verheerende und dauerhafte Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben. Angesichts der jüngsten Eskalationen im Cyberraum wird die Zusammenarbeit zwischen Regierungen immer komplizierter, da sich die politischen Systeme unterscheiden und der technologische Wettbewerb zunimmt", sagte Marietje Schaake, Präsidentin des CyberPeace-Instituts. "Diese Umfrage ist ein wichtiger Aufruf an demokratische Regierungen, stärker und umfassender darüber nachzudenken, welche Art von Cyber-Hilfe sie zum Schutz von Unternehmen in Schlüsselsektoren und letztlich auch der Zivilbevölkerung leisten bieten."

Seit seiner Gründung hat der Cybersecurity Tech Accord auf diese beunruhigende Situation hingewiesen und Regierungen aufgefordert, das Cyber-Ökosystem zu schützen und das Internet nicht als Konfliktdomäne zu nutzen, ob nun direkt oder über Dritte. Als Stimme der Branche und überzeugter Verfechter eines verantwortungsvollen Verhaltens im Cyberraum hat der Cybersecurity Tech Accord Regierungen immer wieder aufgefordert, mehr gegen Cyber-Bedrohungen im Internet zu tun, das Völkerrecht aufrecht zu erhalten und internationale Cybersicherheitsnormen umzusetzen.

"Als Koalition von über 150 globalen Technologieunternehmen sind wir sehr besorgt über staatlich geförderte Cyberangriffe, die immer häufiger und ausgefeilter werden. Es muss bald etwas getan werden", sagte Annalaura Gallo, vom Sekretariat des Cybersecurity Tech Accords. "Diese Umfrage zeigt, dass Unternehmen staatlich geführte und geförderte Cyberangriffe als ein dringliches Thema betrachten, das von Regierungen verlangt, national und international zu handeln. Wir brauchen eine Einigung bei den Vereinten Nationen und die Einbeziehung der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft, nicht zuletzt durch Multi-Stakeholder-Foren wie den Paris Call for Trust and Security in Cyberspace. Wir hoffen, dass diese Umfrageergebnisse der Beginn eines größeren, globalen Gesprächs zu diesem wichtigen Thema sind."

Die Umfrage richtete sich an mehr als 500 Führungskräfte aus dem asiatisch-pazifischen Raum, Europa und den Vereinigten Staaten, die alle mit der Cybersicherheitsstrategie ihrer Organisation vertraut sind und eine breite Palette von Branchen vertreten, angeführt von IT und Technologie, Einzelhandel und Konsumgütern.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Berichts finden Sie in der Infografik hier und ausführliche Informationen finden Sie in der Zeitung hier.

Weitere Informationen zum Cybersecurity Tech Accord finden Sie auf www.cybertechaccord.org.

Über den Cybersecurity Tech Accord: Im April 2018 unterzeichneten 34 globale Technologie- und Sicherheitsunternehmen den Cybersecurity Tech Accord, ein Abkommen zum Schutz und zur Stärkung der Zivilbevölkerung im Internet. Seitdem hat sich diese Initiative zu der größten von der Industrie geführten Bemühungen ihrer Art entwickelt, mit über 150 teilnehmenden Unternehmen aus der ganzen Welt, die sich verpflichtet haben, die Sicherheit, Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Cyberraums zu verbessern. Weitere Informationen finden Sie hier.

Über das Economist Intelligence Unit (EIU): Die EIU ist die Abteilung für Forschung und Analyse der Economist Group und weltweit führend in der globalen Business Intelligence für Führungskräfte. Die EIU deckt neue und zukunftsweisende Perspektiven auf und bietet Zugang zu über 650 erfahrenen Analysten und Redakteuren in 200 Ländern weltweit. Weitere Informationen finden Sie hier.

Originalversion auf businesswire.com ansehen: https://www.businesswire.com/news/home/20210222005179/de/

Contacts

Casey Johnson
APCO Worldwide
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