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SPD-Politiker Thomas Oppermann überraschend gestorben

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Bestürzung über Tod von Thomas Oppermann
Bestürzung über Tod von Thomas Oppermann

Der SPD-Politiker und Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann ist überraschend gestorben. Er brach am Sonntagabend kurz vor einem Auftritt in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" zusammen, bei der er als Interviewgast live aus Göttingen zugeschaltet werden sollte, wie das ZDF am Montag mitteilte. Führende Politiker reagierten über alle Parteigrenzen hinweg bestürzt.

Der plötzliche Tod Oppermanns "ist ein Schock für uns alle", twitterte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Deutschland verliere "einen versierten Politiker, der Bundestag einen herausragenden Vizepräsidenten und die SPD einen leidenschaftlichen und kämpferischen Genossen".

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans zeigte sich "tief erschüttert". Oppermann sei auch in anderen Fraktionen "aufgrund seiner Verlässlichkeit, seiner Klarheit und Professionalität hoch geschätzt und geachtet" worden, erklärten er und Ko-Parteichefin Saskia Esken. Fraktionschef Rolf Mützenich lobte das Wirken des Verstorbenen "für die SPD und für unser Land".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Oppermann als "einen großartigen Menschen und einen überzeugten Demokraten". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete ihn als "verlässlichen und fairen Partner", sie sei traurig über seinen "viel zu frühen Tod". Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte, Oppermanns plötzliches Sterben sei "ein schreckliches Ereignis".

Oppermann sei "immer ein überzeugter Demokrat und aufrechter Sozialdemokrat" gewesen, schrieb CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Twitter. "Er wird fehlen". Der Bundesvorstand der CDU begann seine Sitzung mit einer Schweigeminute. Sie sei traurig, denn "ein besonderer Mensch und Demokrat ist tot", schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) nannte den SPD-Politiker einen "Parlamentarier mit Herz" und einen "Brückenbauer". Sein Schicksal zeige, "wie nah der Tod am Leben ist". Oppermann sei stets bewusst gewesen, "dass es mehr als Politik gibt". Nun wurde er "mitten aus dem Leben gerissen", schrieben die Grünen-Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter.

Von einer "furchtbaren Nachricht" sprach Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger sagte, er sei "fassungslos und schockiert". Oppermann sei "ein integrer Mensch und für mich immer vertrauenswürdig" gewesen.

Nach ZDF-Angaben sollte Oppermann aus dem Göttinger Max-Planck-Institut live in die Sendung geschaltet werden. Während der erste Beitrag bei "Berlin direkt" lief, brach der 66-Jährige demnach plötzlich zusammen. Die ZDF-Kollegen vor Ort hätten umgehend den Notruf getätigt, Oppermann sei in die Uniklinik Göttingen gebracht worden.

Der Leiter des ZDF-Studios Hauptstadtstudios Berlin, Theo Koll erklärte: "Das ganze Team von 'berlin direkt' ist bestürzt und tief betroffen." Er fügte hinzu: "Wir haben noch im Vorgespräch zur geplanten Schalte den wie stets professionellen und entspannten Politiker Thomas Oppermann erlebt."

Oppermann gehörte seit 2005 dem Bundestag an und war von 2013 bis 2017 Fraktionsvorsitzender der SPD. Seine politische Karriere begann im Jahr 1980. Zunächst war er in der niedersächsischen Landespolitik aktiv, unter anderem als Wissenschaftsminister. 

Im August dieses Jahres kündigte er an, nach Ablauf der Legislaturperiode nicht wieder für den Bundestag zu kandidieren. Für ihn sei "jetzt der richtige Zeitpunkt, noch einmal etwas anderes zu machen und mir neue Projekte vorzunehmen", sagte Oppermann damals.

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