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SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach empfiehlt Fortsetzung von Homeoffice

·Lesedauer: 3 Min.
Arbeitnehmer im Homeoffice

Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Fortsetzung des Homeoffice empfohlen. "Jetzt ist ein erheblicher Teil der Menschen noch nicht oder nur einmal geimpft", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch. Die Situation sei "noch nicht ungefährlich".

"Dringend rate ich dazu, die Beschäftigten am Arbeitsplatz zwei Mal pro Woche zu testen, um Ausbrüche zu verhindern", sagte Lauterbach. Der Vorteil an der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus sei ihre hohe Viruslast: Sie sei deshalb mit Schnelltests gut zu identifizieren, mögliche Infektionsherde könnten so frühzeitig entdeckt werden.

Wo Homeoffice nicht möglich ist, rät Lauterbach zum regelmäßigen Lüften und Tragen von Masken. Auch Klimaanlagen seien gegen Ansteckungen hilfreich. "Wenn man die Wahl zwischen Klimaanlage und offenen Fenstern hat, dann sollte man die Fenster zum Lüften einsetzen - das hilft besser gegen Ansteckungen."

Die Homeoffice-Pflicht läuft Ende des Monats mit der in der sogenannten Bundesnotbremse aus. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, forderte am Mittwoch eine schnelle gesetzliche Nachfolgeregelung. "Wir müssen über die Pandemie hinaus die Chancen, die im mobilen Arbeiten liegen, nutzen", sagte Hoffmann im ZDF-"Morgenmagazin". Es gebe "viel zu viele Unternehmen", die keine vernünftige Betriebsvereinbarung für ihre Beschäftigten umsetzen wollten.

Hoffmann widersprach Vorwürfen, eine Home-Office-Regelung sei ein Bürokratiemonster für Arbeitgeber. Es müssten aber natürlich auch für im Homeoffice arbeitenden Menschen Regeln gelten, sagte er - etwa, dass Arbeitszeiten erfasst werden und Beschäftigte nicht ständig erreichbar sein müssen.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erklärte am Mittwoch, in vielen Unternehmen hätten Beschäftigte und Arbeitgeber gute Erfahrungen mit dem Homeoffice gemacht. "Deswegen wollen viele daran festhalten", erklärte Oliver Stettes, Leiter des Kompetenzfeldes Arbeitsmarkt und Arbeitswelt beim IW. Viele Beschäftigte freuten sich über wegfallende Pendelzeiten und sähen hier eine Chance, Familie und Beruf besser zu verbinden.

"Dies gilt aber vermutlich nicht für alle der bis zu rund 40 Prozent Beschäftigten, die nach Angaben von Personen- und Betriebsbefragungen zuletzt im Homeoffice gearbeitet haben", fügte Stettes hinzu. "Wo Führungskräfte und Mitarbeiter zu dem Schluss kommen, dass Homeoffice mehr schlecht als recht funktioniert hat und damit nur als Notmaßnahme taugt, wird man geräuschlos zur gewohnten Vor-Corona-Routine am Arbeitsplatz zurückkehren."

Stettes hob hervor, dass mobile Arbeit Sache der Unternehmen sei. Wie der Konflikt zwischen betrieblichen Interessen, individuellen Bedürfnissen und Wünschen gelöst werde, sei noch offen. Die große Herausforderung der kommenden Monate werde sein, "eine Balance zwischen den verschiedenen Ansprüchen zu finden".

Die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke kritisierte, die Bundesregierung habe die Chance versäumt, "auf den Homeoffice-Erfahrungen von Millionen Beschäftigten und Unternehmen aufzubauen und eine zukunftsfähige Anschlussregel zu schaffen". Dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit dem Ende der Pflicht zum Homeoffice nun "zum Business as usual" zurückkehren und auf die Büro-Präsenzpflicht pochen könnten, sei auch mit Blick auf die Bedrohung durch die Delta Variante "einfach nur unverständlich".

jm/ilo

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