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Sparkurs-Befürworter Anastasiades wird Präsident Zyperns

Der konservative Politiker und Sparkurs-Befürworter Nikos Anastasiades wird neuer Präsident von Zypern. Der 66-Jährige erhielt bei der Stichwahl nach offiziellen Angaben 57,5 Prozent der Stimmen und siegte damit über Ex-Gesundheitsminister Stavros Malas. Erste Aufgabe des neuen Staatschefs wird es sein, ein Hilfspaket der Eurostaaten für das schwer angeschlagene Zypern zu verhandeln.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Eurorettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro, vor allem für seine angeschlagenen Banken. Erhält der Staat keine Hilfe, droht ihm die Pleite. Die Euro-Finanzminister hatten entschieden, über den Antrag erst nach der Wahl eines neuen Staatschefs entscheiden zu wollen.

Der pro-europäische Anastasiades, der gute Beziehungen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat, hatte sich im Wahlkampf für strikte Sparmaßnahmen ausgesprochen, um die Vorgaben der internationalen Gläubiger zu erfüllen. Zypern befinde sich an einem "Scheideweg", sagte der Chef der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (Disy) bei der Stimmabgabe in der Küstenstadt Limassol. "Diese Wahl markiert den Beginn einer neuen Ära für Zypern."

"Die kommende Regierung steht vor großen Herausforderungen", konstatierte auch Malas bei seiner Stimmabgabe. Der 45-jährige Genforscher war erst 2011 in die Politik eingetreten und wurde im Wahlkampf von der kommunistischen Akel-Partei des äußerst unbeliebten scheidenden Präsidenten Demetris Christofias unterstützt.

Am Abend gestand Malas seine Niederlage kurz vor Veröffentlichung der offiziellen Ergebnisse ein. "Jetzt brauchen wir Geschlossenheit", sagte er in seiner Wahlkampfzentrale. "Aber wir werden strikt alles kritisieren, was den Interessen des Volkes oder des Landes widerspricht." Malas war im Wahlkampf für eine Entschärfung der Sparauflagen eingetreten.

Zyperns Wirtschaft war 2012 um 2,3 Prozent geschrumpft. Für das laufende Jahr wird mit einem Rückgang um 3,5 Prozent gerechnet, eine Erholung nicht vor 2016 erwartet.

Insgesamt waren 545.000 Bürger zur Wahl aufgerufen. In Zypern herrscht Wahlpflicht, und theoretisch sind Bußgelder von mehreren hundert Euro möglich. Das entsprechende Gesetz wurde zuletzt jedoch zunehmend selten angewandt.

Vollkommen in den Hintergrund getreten ist im Zuge der Diskussion um die Krise das politische Schicksal der immer noch geteilten Insel. Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die internationale Gemeinschaft setzt darauf, dass der Wahlsieger schon bald die stockenden Verhandlungen über eine Wiedervereinigung mit dem türkischen Nordteils Zyperns vorantreibt.

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