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Sparkassen sichern Milliarden Kredit-Risiken über Pools ab

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Im Kampf gegen Kredit-Ausfälle wegen der Coronakrise könnten einige deutsche Sparkassen von einem Mechanismus profitieren, den außerhalb der Finanzgruppe kaum jemand kennt.

Dabei handelt es sich um so genannte Kreditbaskets, mit denen die Sparkassen Risiken in Milliardenhöhe absichern. Sie funktionieren wie Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit. Zunächst bringen Sparkassen ausgewählte Kredit-Risiken in einen Pool ein. Kommt es dann später zu Ausfällen, stehen die am Pool teilnehmenden Sparkassen für die Verluste gemeinsam gerade.

Ende des Jahres werden rund drei Milliarden Euro an Kreditrisiken deutscher Sparkassen über die dann fünf laufenden Kreditbaskets abgesichert sein, erklärte Thomas Steinmeyer, Abteilungsdirektor bei der BayernLB.

“Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation, in der viele Institute mit Ausfällen rechnen müssen, kann das sehr hilfreich sein - und wirkt stützend für die Sparkassen-Finanzgruppe”, sagte er in einem Bloomberg-Interview.

Risiko-Streuung

Die einmal pro Jahr aufgelegten Kreditbaskets, die allen Sparkassen offenstehen, werden gemeinsam von der BayernLB und der Helaba verwaltet. Die Pools helfen den Sparkassen, “ihr Risiko über Regionen und Branchen hinweg zu diversifizieren”, sagte Steinmeyer. “Hohe Abschreibungen von Krediten, die auf das Ergebnis drücken, können vermieden werden.”

Bislang hatten unter anderem die 51 Sparkassen aus Baden-Württemberg vor den Folgen der Coronakrise gewarnt. “Unabhängig davon, wie sich die Pandemie weiterentwickeln wird, hat sie schon jetzt ein viel höheres Krisenpotenzial, als es zum Beispiel die Finanzkrise hatte”, sagte Peter Schneider, Präsident des dortigen Sparkassenverbands, Ende Juli.

Auch bei den zwölf größten Banken des Landes, darunter die Deutsche Bank AG, sind Ausfälle ein Thema. Bei ihnen hatte sich die Risikovorsorge für notleidende Kredite im ersten Halbjahr auf 4,1 Milliarden Euro verfünffacht, zeigte eine Bloomberg-Auswertung.

CDS-Alternative

Angestoßen wurde die Schaffung der Kreditbaskets einst vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband, der Anfang 2000 den Sparkassen eine Möglichkeit bieten wollte, Firmenkredite gegen Ausfälle abzusichern.

“Denn Kreditausfallversicherungen – so genannte CDS - gibt es nur für sehr große Unternehmen am Markt, nicht aber für den Mittelstand, den die Sparkassen bedienen”, sagte Steinmeyer. “Sparkassen sind Originator, das heißt Abgeber von Risiken, und Investor zugleich.“

Über die Baskets können die Sparkassen einzelne Risiken über einen Zeitraum von drei, vier oder fünf Jahren absichern. Allerdings wird längst nicht jedes Engagement in die Pools aufgenommen. Die Schuldner müssen eine gewisse Mindestbonität aufweisen, die auch geprüft wird. “Es geht hier nicht darum, unmittelbar ausfallgefährdete Kredite abzusichern”, sagte Steinmeyer.

Seit dem Jahr 2004 sind seinen Angaben zufolge gut 110 Millionen Euro an Kreditausfällen über die Pools ausgeglichen worden. Davon profitierten 36 Sparkassen. Auch in diesem Jahr wird es einen neuen Basket gegeben, voraussichtlich ab November.

(Ergänzt um Zitat im drittletzten Absatz)

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©2020 Bloomberg L.P.