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Sparkassen-Präsident sieht Ende von Gratis-Konten gekommen

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Angesichts niedriger Zinsen und schrumpfender Einnahmen rechnet Ulrich Reuter, neuer Präsident des Sparkassenverbands Bayern, mit dem Ende kostenloser Konten und der Ausbreitung von Verwahrentgelten.

“In zwei Jahren wird es keine Bank in Deutschland mehr geben, die kostenlose Girokonten anbietet oder – zumindest im Neugeschäft – auf Verwahrentgelte bei großen Summen verzichtet”, sagte Reuter in einem Interview mit Bloomberg News. “Die Negativzinsen zwingen die Branche zu solchen Schritten, da die Einnahmen im Zinsgeschäft wegbrechen.”

Wegen des Niedrigzinsumfeldes erwirtschaften viele Geldhäuser weniger Erlöse aus Krediten. Zugleich müssen sie für das Parken von Kundengeldern bei der Europäischen Zentralbank einen Strafzins von 0,5% bezahlen. Dieser summierte sich laut Bankenverband, der etwa die Interessen von Deutsche Bank AG und Commerzbank AG vertritt, zuletzt auf 4 Milliarden Euro, hochgerechnet auf ein Jahr und nach Abzug von Freibeträgen.

“Der Virus, der uns mindestens genauso drückt wie der, gegen den es bereits eine Impfung gibt, ist der Niedrigzins”, sagte Reuter.

Mit den Negativzinsen will die EZB ihrerseits die Wirtschaft ankurbeln, indem sie einen Anreiz schafft, Geld nicht zu horten, sondern etwa für Investitionen auszuleihen. Inzwischen geben jedoch immer mehr Institute diese weiter - meistens an Neukunden und oberhalb einer Freigrenze von 100.000 Euro.

Bei Bestandskunden lässt sich die Gebühr ohne Zustimmung der Kunden nur schwer durchsetzen. Dennoch gibt es auch hier erste Versuche, Verwahrentgelte einzuführen.

So kündigte beispielsweise die Stadtsparkasse Düsseldorf einigen Kunden mit Guthaben von mehr als 250.000 Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten. Sie hatten nicht auf Schreiben des Instituts reagiert, in denen ihnen Neuregelungen vorgeschlagen wurden, darunter die Akzeptanz eines Negativzinses oder die Umschichtung von Geldern zu anderen Banken.

Ebenfalls kaum vorstellbar schienen für viele Kunden bis vor kurzem noch Gebühren für Girokonten, anders als in den meisten anderen Ländern. “Die Deutschen waren viele Jahre an kostenlose – zumindest kostengünstige – Konten gewöhnt”, sagte Reuter. Doch das ändere sich nun.

Viele Banken sind bereits dazu übergegangen, noch verbliebene Gratis-Konten an bestimmte Bedingungen zu knüpfen. Dazu zählt beispielsweise ein monatlicher Gehaltseingang von mindestens 700 Euro.

(Ergänzt um Details zu Gebühren im letzten Absatz)

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