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Spanische Airlines Iberia und Vueling beantragen Staatshilfe

Den Airlines fehlt wegen der Coronakrise eine Milliarde Euro. Am Donnerstag hatte Mutterkonzern IAG Staatshilfe noch ausgeschlossen und Stellenstreichungen angekündigt.

Die beiden spanischen Fluglinien Iberia und Vueling haben staatlich garantierte Kredite in Höhe von 1,01 Milliarden Euro beantragt. Davon entfallen 750 Millionen auf Iberia und 260 Millionen auf Vueling. Beide Airlines sind Teil des Konzerns IAG, zu dem auch British Airways gehört.

Die beiden spanischen Fluglinien haben bei Banken eine Konsortialfinanzierung beantragt, heißt es in einer Stellungnahme von IAG vom Freitag. Die Kreditanträge sehen eine fünfjährige Laufzeit bis zum 30. April 2023 vor, können aber jederzeit zurückgezahlt werden. Die Banken werden nun Garantien für diese Finanzierung bei der spanischen Förderung ICO beantragen.

Spanien hat seinen Unternehmen Kreditgarantien in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Die Banken prüfen diese Anträge nach den Richtlinien der ICO, die aber das letzte Wort bei der Genehmigung hat. Bislang hat die spanische Förderbank über 98 Prozent der Garantien an kleine und mittelständische Unternehmen sowie an Selbständige vergeben.

Der Schritt der beiden Fluglinien überrascht, weil der Mutterkonzern IAG am Donnerstag noch erklärt hatte, man beantrage keine Staatshilfe. Stattdessen will IAG mit den Gewerkschaften über eine Restrukturierung sprechen, bei der bis zu 12.000 Jobs gestrichen werden könnten.

Zahlreiche Airlines, darunter auch die Lufthansa, haben in den vergangenen Wochen Hilfen beantragt. Durch die Coronakrise liegt der Luftverkehr größtenteils lahm. Diskutiert wird bei der Lufthansa neben staatlichen garantierten Krediten auch ein direkter Einstieg des Bundes in das Kapital der Airline.

Madrid setzt auf eine europäisch koordinierte Antwort

Die spanische Regierung hat sich bisher nicht klar dazu geäußert, ob sie umfangreiche Staatshilfen für die gebeutelte Luftfahrtindustrie unterstützt oder nicht.

Die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño wies bei einer Pressekonferenz am Freitag darauf hin, dass „die verschiedenen Regierungen, aber auch die europäische Gemeinschaft versuchen, eine möglichst koordinierte Antwort“ auf die Krise der europäischen Fluglinien zu geben.

Die EU erarbeite derzeit einen Rechtsrahmen, um die öffentlichen Hilfen für die Luftfahrtbranche abzudecken. Die spanische Regierung setzt auf ein abgestimmtes Vorgehen.