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Spahn-Kritik in interner Runde: Impfen die Hausärzte jetzt etwa zu schnell?

Lars Petersen
·Lesedauer: 2 Min.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) während einer Pressekonferenz
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) während einer Pressekonferenz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Donnerstagabend in einer internen Runde mit seinen Ministerkollegen aus den Bundesländern die Impfpraxis der Hausärzte kritisiert.

Nach Informationen von Business Insider ging es demnach auf der Gesundheitsministerkonferenz beim Tagesordnungspunkt 3.1. (liegt Business Insider vor) um das Thema "Impfintervall in Arztpraxen". Spahn bat laut Teilnehmern die Länder-Gesundheitsminister darauf zu achten, dass die Hausärzte die vorgesehenen Intervalle für Erst- und Zweitimpfungen beachten. Zwischen beiden Spritzen sollen je nach Impfstoff bis zu zwölf Wochen liegen. Laut Teilnehmern kritisierte Spahn, dass Hausärzte wegen der nahenden Sommerferien entweder Zweitimpfungen an die Impfzentren delegieren – oder die Termine für die zweite Spritze in der Praxis vorziehen. Impfen die Hausärzte damit also jetzt etwa zu schnell?

Fakt ist: Seitdem auch die Hausärzte impfen (und es freilich auch etwas mehr Impfstoff gibt), hat die Impfkampagne in Deutschland deutlich an Fahrt zugenommen. Am Donnerstag gab es einen neuen Rekord: insgesamt eine Million Impfungen pro Tag. Vor allem aufgrund der geringeren Bürokratie gehen die Dosen in den Praxen im Grundsatz schneller weg als in Impfzentren.

Fragt man bei den Kassenärzten nach, wundert man sich über die Mahnungen aus dem Gesundheitsministerium. Die Praxen hätten überhaupt erst mit Impfungen ab 7. April begonnen, also so viele Zweitimpfungen noch gar nicht vornehmen können.

Allerdings: Während bereits 26,9 Prozent der Deutschen eine Erstimpfung erhalten haben, ist die Quote derer, die auch die zweite Spritze bekommen haben, mit 7,7 Prozent noch vergleichsweise gering. Einer der Gründe dafür ist, dass der Fokus in den Impfzentren vor allem auf möglichst viele Erstimpfungen gelegt wird, da bereits die erste Spritze das Infektionsrisiko und die Gefahr schwerer Verläufe drastisch senkt. Dazu hatten die Gesundheitsminister beschlossen, den Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung auf das maximal mögliche auszudehnen. Heißt umgedreht aber auch: Eine Zweitimpfung mit Biontech beispielsweise anstatt nach vier schon nach drei Wochen vorzunehmen, ist zulässig und entspricht der Medikamenten-Zulassung.

Und da erst die zweite Spritze den vollen Impfschutz gewährt, ist ein stärkerer Fokus auf Zweitimpfungen durchaus auch nicht falsch. Denn tatsächlich besteht in den Sommerferien die Gefahr, dass Menschen ihren Zweitimpfungstermin aufgrund von Urlaub nicht wahrnehmen und dann weniger geschützt sind. Immerhin müssen Beschäftigte in vielen Betrieben ihre Urlaubsplanung schon Ende des Vorjahres einreichen und sind dann nicht selten kaum flexibel.

Bei einem anderen Thema reagierte Spahn dem Vernehmen nach deutlich zurückhaltender: So konnte er offenbar nichts zu Plänen der Bundesregierung sagen, Geimpften wieder mehr Freiheiten zu geben. Kurz vor der Schalte war ein entsprechender Entwurf für eine neue Rechtsverordnung des Justizministeriums durchgesickert, wonach Geimpfte laut "ARD" nicht nur auf negative Tests fürs Shoppen oder Quarantänepflichten nach Einreisen verzichten können. Auch Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen sollen für sie nicht gelten. "Er konnte oder wollte nichts dazu sagen", so ein Teilnehmer.