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Sorge vor Corona-Mutanten dämpft Hoffnung auf schnelle Lockerungen

Klöckner, Jürgen
·Lesedauer: 2 Min.

Die britische Virus-Mutante breitet sich aus, ein schnelles Lockdown-Ende wird unwahrscheinlicher. Intensivmediziner warnen vor einer „dritten Welle“.

Die sich schnell ausbreitenden Virusvarianten dämpfen die Hoffnung darauf, dass die Corona-Maßnahmen schnell gelockert werden können. So teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mit, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland kaum noch sinkt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege bei 57,1 und sei damit etwa so hoch wie am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche positiv getestet werden.

Bund und Länder stellen weitere Lockerungen erst ab einem Wert von 35 in Aussicht. Dann sollen etwa der Einzelhandel und Museen wieder öffnen dürfen. Anfang kommender Woche wollen viele Bundesländer aber bereits Grundschulen wieder öffnen, ab März können auch Friseure wieder Kunden empfangen.

Als Grund für den verlangsamten Rückgang werden deutlich ansteckendere Virusvarianten vermutet. Die in Großbritannien zuerst festgestellte Mutation „B 117“ tritt laut RKI mittlerweile bei mehr als 22 Prozent der Corona-Fälle in Deutschland auf. Sie gilt nach Schätzungen als um mindestens 35 Prozent ansteckender als frühere Formen.

Die Ausbreitung der Mutanten ist allerdings lokal sehr unterschiedlich. Stark betroffen sind etwa die Stadt Flensburg und der Landkreis Flensburg-Schleswig, wo die schleswig-holsteinische Landesregierung eine nächtliche Ausgangssperre verhängt hat.

Von einer „dritten Welle“ spricht der Chef des Deutschen Verbands der Intensivmediziner (Divi), Gernot Marx. Es stelle sich angesichts der Ausbreitung der Mutante nicht mehr die Frage, ob es eine dritte Welle gebe, sondern nur, wie diese ausfalle, sagte er dem Handelsblatt. Ob die beschlossenen Lockdown-Maßnahmen ausreichten oder verschärft werden müssten, lasse sich allerdings noch nicht beurteilen.

Grüne fordern Stufenplan

Aus Sicht des Braunschweiger Infektionsforschers Michael Meyer-Hermann reichen die jetzigen Einschränkungen nicht, um das exponentielle Wachstum der britischen Variante zu stoppen.

Kordula Schulz-Asche, Sprecherin der Grünen im Bundestag für Infektionsschutz, forderte eine nachvollziehbare Perspektive: „Von der Regierung erwarten wir jetzt endlich klare Vorgaben, wie und wann bestimmte Bereiche des Lebens wieder geöffnet – und im Zweifel bei wieder steigenden Infektionszahlen auch wieder geschlossen – werden können.“

Es sei nicht zielführend, alle vier Wochen auf der Ministerpräsidentenkonferenz neue kurzfristige Lockdown-Pläne auszusprechen. Stattdessen fordern die Grünen einen bundeseinheitlichen Stufenplan. Bund und Länder wollen am 3. März über den weiteren Kurs entscheiden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigte an, dass die Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol wahrscheinlich über den 23. Februar hinaus verlängert werden. Angesichts des Infektionsgeschehens sei dies zu erwarten, sagte Seehofer bei einem Besuch an der deutsch-tschechischen Grenze. „Aber entschieden ist es nicht“, betont er. Darüber würden der Bund und die betroffenen Länder beraten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wiederum dämpfte die Hoffnungen auf rasche Lockerungen anhand eines festen Plans. Es sei richtig, als Erstes Kitas und Schulen stärker zu öffnen, sagte er in Berlin. Alle zwei Wochen müsse überprüft werden, „wo wir stehen“.