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Warum Sonys neue Playstation-Strategie für Unruhe und Kündigungen im Konzern sorgt

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 3 Min.

Der Verkauf von Sonys neuer Videospielkonsole Playstation 5 kommt nur schleppend voran. Schuld ist nicht die fehlende Nachfrage, sondern das geringe Angebot bei den Händlern. Die Konsole ist auch Monate nach Verkaufsstart fast überall weiterhin ausverkauft. Sony kommt mit der Herstellung nicht hinterher. Doch der japanische Konzern könnte bald mit neuen Problemen konfrontiert werden. Die Unternehmensstrategie bei der Entwicklung von Videospielen für die Playstation 5 sorgt für Unruhe und Kündigungen im Konzern.

Die Tochterfirma Sony Interactive Entertainment ist für die wichtige Videospiel-Sparte beim Elektronikkonzern mit Sitz in Tokio verantwortlich. Die Abteilung Visual Arts Service Group ist hier als heimlicher Star für viele der Videospiel-Hits beim Unternehmen mitverantwortlich. Sie unterstützte in Vergangenheit andere Entwicklerstudios bei der Fertigstellung ihrer neuesten Titel für die Konsole.

Einige der kreativsten Köpfe der Abteilung beschlossen vor drei Jahren, mehr Freiheiten zu gewinnen und gründeten eine eigene Einheit im Konzern, wie der Investigativjournalist Jason Schreier in einem Artikel für "Bloomberg" schreibt. Der Kopf der Gruppe war der langjährige Sony-Entwickler Michael Mumbauer. Er und 30 weitere Mitarbeiter gründeten die neue Einheit. Ihr Plan war es, den Erfolg vergangener Titel zu nutzen und ein Remake des erfolgreichen Playstation-Spiels "The Last of Us" von 2013 zu entwickeln.

Doch die Unterstützung durch Sony blieb aus. Die neu gegründete Einheit bekam Insidern zufolge nicht einmal einen eigenen Namen. Stattdessen wurde das Entwicklerstudio Naughty Dog, das The Last of Us ursprünglich entwickelte und ebenfalls zu Sony gehört, mit der Neuauflage des Spiels beauftragt.

Die Folge: Viele der kreativen Köpfe verließen das Unternehmen. Darunter auch Mumbauer. Auf eine Anfrage von "Bloomberg" reagierte der Konzern nicht.

Entwickler sind frustriert

Die Vernachlässigung kleiner Entwicklungsteams scheint zur neuen Konzernstrategie bei Sony zu gehören. Unter der Marke Playstation Studio vereint das Unternehmen Dutzende Entwickler auf der ganzen Welt. Der japanische Konzern priorisiert jedoch immer mehr die großen, erfolgreichen Entwicklerstudios wie Naughty Dog (The Last of Us, Uncharted) und Santa Monica Studio (God of War).

Auf dem Papier geht diese Priorisierung einzelner Studios auf. Die Spiele der großen Sony-Entwickler werden von Kritikern gelobt und finden großen Anklang in der Gaming-Gemeinde. Konkurrent Microsoft setzt derweil auf ein breit gefächertes Portfolio aus vielen Entwicklern, die oft kleinere Indiespiele produzieren. Die großen, exklusiven Kracher bleiben beim US-Unternehmen dadurch oft aus. Doch auch unter den kleineren Titeln finden sich immer wieder Perlen, die über Zeit an Kultstatus gewinnen und viel Gewinn abwerfen.

Die kleineren Entwickler erhalten bei Sony nun nicht mehr die Unterstützung von früher, schreibt Schreier. Das Resultat: Eine begrenzte Auswahl an Spielen, die zwar qualitativ hochwertig sind, jedoch risikoarm entwickelt wurden und für wenig Innovation sorgen. Stattdessen werden die kleineren Teams bei Sony auf die großen Studios zur Unterstützung aufgeteilt. Eigene Projekte müssen sich hinten einreihen. So auch das Team von Mumbauer. Ob die verbleibenden Entwickler des Teams an weiteren Projekten arbeiten werden, ist unklar.

Sony läuft Gefahr, sich zu sehr auf seine etablierten Marken zu verlassen und neue, innovative Ideen im Keim zu ersticken. Die Fokussierung auf nur ein bis zwei große Veröffentlichungen im Jahr könnte nicht nur die Entwickler frustrieren und abwenden, sondern auch die Spieler enttäuschen.

kh