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Warum im Sommer die Aktienkurse fallen

Sommer, Strand und Sonnenschein. Diese Formel sorgt seit jeher für einen gelungenen Urlaub. Für den Aktienmarkt ist diese Umgebung allerdings selten ideal.

Die Periode zwischen Mai und September bringt für gewöhnlich die schlechtesten Renditen des Jahres. Das zeigt der langfristige Durchschnitt eindeutig.

Während der März den DAX im Mittel um 1,57 % heben kann, bringt der Mai bereits eine Nullrendite (Stand für diese Zahl und alle weiteren Zahlen: 20.07.2022). Der September hält den Negativrekord mit einer Rendite von minus 1,74 %.

Über die Gründe für den im Durchschnitt katastrophal schlechten Aktiensommer kann man nur spekulieren. Füllen sich die großen Händler vor dem Sommerurlaub noch schnell die Reisekasse? Oder handelt es sich im Grunde nur um eine sich selbst erfüllende Prophezeiung?

Mein Verdacht: Der Ursprung der Saisonalität am Aktienmarkt ist im Hormonhaushalt des Homo sapiens zu finden. Und damit kann man arbeiten!

Wenn das Vitamin D die Kaufentscheidungen trifft

Vor einigen Jahren untersuchten Forscher an der Medizinischen Universität Graz den Zusammenhang zwischen dem Vitamin D und dem Hormon Testosteron. Ersteres kann der menschliche Körper selbst über die Haut herstellen. Und zwar mithilfe der UV-Strahlung, die als Anteil im Sonnenlicht auf uns herabstrahlt.

Jedem leuchtet ein: Mehr Sommer bedeutet mehr Vitamin D. Ziemlich unbekannt sollte hingegen der Einfluss von Vitamin D auf den Testosteronspiegel sein.

Denn mehr Vitamin D bedeutet eben auch mehr Testosteron. Und das nicht zu knapp.

Im März erreicht der Testosteronspiegel seinen Tiefpunkt. Im August seinen Höhepunkt. Und da haben wir auch schon den Sommerzyklus, der wahrscheinlich einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Aktienmarkt hat.

Der Sommer kuriert die Angst

Dazu muss man wissen: Testosteron steigert nicht nur die Aggression, sondern auch den Willen zur Kooperation. Ein niedriger Testosteronspiegel geht hingegen nicht selten mit Angst und Depression einher.

Aus diesen Informationen lässt sich doch glatt ein stimmiger Sommerindikator für den Aktienmarkt ableiten. Im März ist die Bereitschaft zur Kooperation am niedrigsten und die Angst am höchsten. Ein kleiner Funke genügt und schon schlittert der Aktienmarkt ins Minus.

Pünktlich zum Herbst drehen sich die Parameter ins Gegenteil. Die Bereitschaft zur Kooperation kehrt zurück und sorgt für eine im Mittel starke Wintersaison am Aktienmarkt.

Jede Übertreibung bringt Chancen

Im Grunde ist das keine Überraschung. Die Stimmung der Marktteilnehmer hat selbstverständlich einen Einfluss auf den Aktienkurs. Und die Stimmung im Winter ist eben anderes als die im Sommer.

Klar ist aber auch, dass wir es gerade jetzt – im Hochsommer – mit einem durch und durch emotionalen Aktienmarkt zu tun haben. Ein Markt, der zur übertriebener Angst neigt.

Man darf vermuten, dass auch die aktuelle Sommerangst mal wieder übertrieben ist. Und dass Investoren, die ordentlich Vitamin D getankt haben, diese Angst gnadenlos für günstige Aktienkäufe nutzen.

Der Artikel Warum im Sommer die Aktienkurse fallen ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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