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Solarisbank vertieft Zusammenarbeit mit Krypto-Start-up Bitwala

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Die Banktochter Solaris Digital Assets wird in Zukunft für Bitwala Kryptowährungen verwahren. Doch die Lizenz dafür ist bisher nur vorläufig.

Die Berliner Solarisbank, die unter anderem auf die Zusammenarbeit mit Krypto-Unternehmen spezialisiert ist, vertieft die Zusammenarbeit mit dem Krypto-Start-up Bitwala. Das gab die Bank am Dienstag bekannt. Fortan werde die Solaris Digital Assets GmbH, eine Tochter der Solarisbank, für Bitwala die Verwahrung von Kryptowährungen verwalten.

„Bitwala ist ein internationaler Pionier im Krypto-Banking, und wir freuen uns, unsere erfolgreiche und innovative Partnerschaft durch diese bedeutende Komponente zu vertiefen“, so Alexis Hamel, Managing Director von Solaris Digital Assets.

Hintergrund für die Entscheidung ist eine gesetzliche Regelung: Im Januar führte Deutschland eine Erlaubnispflicht für die Verwahrung von Kryptowerten ein. Diese gilt, wenn ein Unternehmen digitale Währungen für Dritte verwahrt. Für Anleger ist das von Vorteil: Sie können selbst in Bitcoin, Ether oder andere Kryptowährungen investieren, müssen sich aber nicht um die Aufbewahrung kümmern. Denn die ist im Vergleich zu herkömmlichen Finanzprodukten technisch anspruchsvoll.

Stattdessen hält in diesem Fall nun die Verwahrstelle, die Solaris Digital Assets, den sogenannten Private Key der Bitwala-Kunden, also den individuellen Authentifizierungsschlüssel. Das schafft zusätzliche Sicherheit.

Für Anleger wird das in erster Linie bei der digitalen Geldbörse sichtbar, der sogenannten Wallet: Neue Bitwala-Kunden müssen diese nun nicht mehr selbst erstellen, sondern erhalten automatisch eine Krypto-Wallet in ihrer App. Für erfahrene Kunden, die ihre Private Keys selbst aufbewahren wollen, wird Bitwala auch weiterhin eine sogenannte „Self-Custody“-Wallet anbieten.

Neues Angebot gilt vorerst nur für Bitcoin und Ether

Der neue gemeinsame Service wird ab Januar für Bitwala-Kunden zugänglich sein, vorerst umfasst das Angebot nur die Kryptowährungen Bitcoin und Ether. Hamel erklärt aber, dass Solaris Digital Assets das Angebot ab dem ersten Quartal 2021 dann auf „einige weitere relevante Stablecoins“ ausweiten will, also auf Kryptowährungen, die mit Vermögenswerten hinterlegt sind, was vor Preisschwankungen schützen soll.

Benjamin Jones, CEO und Mitgründer von Bitwala, sieht die Vorteile der vertieften Partnerschaft vor allem für Kunden, die bisher wenig Erfahrung mit Kryptowährungen gesammelt haben: „Durch die Integration der Verwahrungslösung können wir neuen Kunden den Einstieg erleichtern.“ Zudem erhöhe die Zusammenarbeit die Geschwindigkeit von Transaktionen und Überweisungen. Um das technisch durchzuführen, arbeitet Solaris Digital Assets mit dem israelischen Technologieunternehmen Curv zusammen.

Allerdings verwahrt die Solaris Digital Assets die Kryptowährungen momentan nur unter einer vorläufigen Lizenz, der Antrag auf eine dauerhafte Lizenz ist bereits gestellt. Erst eine endgültige Entscheidung der Bafin wird zeigen, ob die Partnerschaft zukunftsfähig ist. Doch Hamel gibt sich zuversichtlich: „Wir haben ein großartiges und erfahrenes Team, das an dem Antrag gearbeitet hat, und sind zuversichtlich, dass wir zeitnah einen positiven Entscheid erhalten.“

Schon zuvor hatte die Solarisbank mit Bitwala kooperiert: Die Bank verfügt über eine Vollbanklizenz, was für Partner-Start-ups im Bereich der Finanztechnologie regulatorisch von großem Nutzen ist. Bitwala ist einer der prominentesten Partner: Das Start-up bietet seinen Kunden ein Girokonto und zudem den unkomplizierten Kauf von Bitcoin. Bisher mussten Bitwala-Kunden ihren Zugangsschlüssel zur virtuellen Geldbörse selbst verwahren.