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Weshalb das Software-Startup Kubermatic erst fünf Jahre nach Start Millionen einsammelt

·Lesedauer: 4 Min.
Sebastian Scheele und Julian Hansert in Hamburg - wo alles anfing und jetzt frisch finanziert auch weitergeht.
Sebastian Scheele und Julian Hansert in Hamburg - wo alles anfing und jetzt frisch finanziert auch weitergeht.

Diese Geschichte hätte auch ganz anders laufen können. Wenn sie etwa nicht auf dem Sattel zweier Rennräder in der Nähe des Hamburger Flughafens begonnen hätte, sondern zum Beispiel in einem Meetingraum in Kalifornien. „Normalerweise bekommen Gründer aus dem Silicon Valley gleich zum Start zehn bis 20 Millionen auf den Tisch gelegt, nur weil sie ein gutes Pitchdeck haben“, sagt Sebastian Scheele, Co-Founder und CEO von Kubermatic. Er meint dabei Gründer aus dem Tech- und Softwarebereich, die sich mit so komplexen Sachen wie Cloud Native Computing beschäftigen. So wie Scheele und sein Partner Julian Hansert. „Aus Deutschland kommend waren wir immer ein Underdog. Wir müssen uns immer beweisen, zeigen, dass wir es technologisch draufhaben und das Businessmodel verstehen.“ Mit viel Arbeit, Schweiß und auch nicht ohne zwischenzeitliche Rückschläge sei ihnen das in den fünf Jahren des Bestehens ihrer Firma gelungen, so der 40-Jährige.

Lange Bootstrapped, jetzt 6 Millionen

Anfang November verkündete Kubermatic eine Seed-Finanzierung in Höhe von 5,2 Millionen Euro (sechs Millionen Dollar). Anführer der Runde ist der pan-europäische VC Nauta Capital. Mit dabei sind als Angel-Investoren aber auch Bastian Nominacher und Martin Klenk, zwei Mitgründer von Celonis, jenem Münchner Softwarehändler, der im Juni diesen Jahres eine Milliarde Dollar von Investoren eingesammelt hat und dessen Bewertung von 11,1 Milliarden die bisher höchste für ein deutsches Startup war.

Was Kubermatic macht, ist einerseits sehr schwer und andererseits auch ganz leicht zu erklären: Im Grunde schafft ihre Software Ordnung. Ordnung im wilden Datendurcheinander der Clouds. Man spricht dabei von Containern, in die zusammenpassende Daten quasi hineinsortiert werden. Diese Idee stammt ursprünglich von Google. „Irgendwann hatte Google die Komplexität der eigenen Rechenzentren nicht mehr im Griff“, erzählt Julian Hansert, Co-Gründer und COO. „Deshalb hat Google eine Technologie entwickelt, um die Systeme dort granularer zu machen. Und daraus haben sie ein Open-Source-System entwickelt.“

Geschäftsmodel für Open Source

Kubernetes heißt das und ist – Open Source eben – frei verfügbar. Dennoch hatte Sebastian Scheele eine Idee, wie man daraus ein Geschäftsmodell machen könnte und erzählte diese bei einer gemeinsamen Rennradtour seinem künftigen Mitgründer Julian Hansert. Und der fand die gut. Sehr gut. War auch der beste Zeitpunkt: Der Einsatz der Container zum Ordnen von Datengewirr ist laut einer Erhebung der Cloud Native Computing Foundation seit 2016 um 300 Prozent gestiegen. Und 91 Prozent der Organisationen, die auf die Container setzen, verwenden dafür Kubernetes.

Anfangs lag der Fokus auf Beratung: Open-Source-Software mag zwar umsonst sein, aber deshalb kann noch lange nicht jeder auch damit umgehen. Scheele und Hansert begannen also mit mehr oder weniger klassischer IT-Beratung. Das funktionierte so gut, dass das Unternehmen ohne nennenswerte Finanzierung (lediglich kleine Beträge im Rahmen des InnoRampUp-Programm der IFB 2016 und dem German Accelerator 2017) organisch wuchs und immer größere Kunden von sich überzeugen konnte. Bertelsmann etwa war einer der ersten. Zu den aktuellen Kunden gehören T-Systems MMS, Allianz und Siemens. Als komplett remotes Unternehmen beschäftigt Kubermatic fast 90 Mitarbeiter, die in 24 verschiedenen Ländern sitzen.

Kurswechsel

Im Sommer letzten Jahres beschlossen Scheele und Hansert dann eine Art Kurswechsel, weg von der Beratung, hin zu einer Softwarefirma. Ihr Produkt: Die Kubermatic Kubernetes Platform (KKP). Die zentralisiert und automatisiert den Betrieb unterschiedlicher Kubernetes-Cluster in den Computersystemen großer Organisationen. Als diese Plattform fertig und im Markt extrem gut angenommen wurde, wusste Sebastian Scheele, wie er sagt: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Investoren dazu zu holen.“

Deren Unterstützung werden die Gründer von Kubermatic nun vor allem für den Bereich Marketing und Sales verwenden. Für ein Enterprise-B2B-Unternehmen können die Prozesse dort nämlich lang und aufwendig sein: „Das sind große Kunden, bei denen vom ersten Kontakt bis dass das System läuft, sechs Monate oder mehr vergehen.“ Auf jeden Fall gibt es viel zu tun: Branchenkenner meinen, dass sich das „Containisieren“ im Lauf der kommenden zwei Jahre durchsetzen wird. Weil aber bisher die wenigsten Unternehmen und Organisationen mit der entsprechenden Container-Management-Software und den nötigen Services ausgerüstet sind, sieht das Beratungshaus Gartner hier einen 944 Millionen Dollar-Markt.

Ein Fokus des Kubermatic Sales-Teams soll auf Nordamerika liegen. Damit die Geschichte von Kubermatic, wenn sie schon nicht da angefangen hat, dort weitergehen kann.

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