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Softbank macht Enpal mit neuer Riesenrunde zum Unicorn

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Mario Kohle (37) hat sein erstes Startup Käuferportal, jetzt Aroundhome, nach acht Jahren verlassen, um mit Enpal Solaranlagen zu vermieten.
Mario Kohle (37) hat sein erstes Startup Käuferportal, jetzt Aroundhome, nach acht Jahren verlassen, um mit Enpal Solaranlagen zu vermieten.

Für das Berliner Tech-Unternehmen Enpal ist es ein Ritterschlag: der japanische Milliardenfonds Softbank investiert 150 Millionen Euro in den Vermieter von Solaranlagen. Laut Mitgründer und CEO Mario Kohle steigt die Bewertung somit auf 950 Millionen Euro – umgerechnet 1,1 Milliarden Dollar und damit Einhorn-Status. Nach vier Jahren hat es Enpal in die Königsklasse geschafft, in die allein in diesem Jahr ein Dutzend deutsche Startups aufgestiegen ist.

Erst im Juli gab Enpal seine Series C über 100 Millionen Euro bekannt, darunter mit Peter Rive. Er ist der Cousin von Elon Musk und Gründer der US-Firma Solarcity, die inzwischen zu Tesla gehört. Insgesamt sammelte die Firma somit 280 Millionen Euro ein. „Wir sind vom Investoreninteresse überrascht worden“, erzählt Kohle im Gespräch mit Gründerszene. Das habe er in seiner 13-jährigen Karriere als Unternehmer bisher nicht erlebt. Vor Enpal baute er Käuferportal auf, das mittlerweile Aroundhome heißt – ein Vermittlungsportal für teure Produkte wie Garagen und Solaranlagen, das unter das Dach von Prosiebensat.1 gewandert ist.

400 Millionen Euro Kredit abbezahlen

Die 150 Millionen Euro von Softbank seien eine Erweiterung der aktuellen Enpal-Finanzierungsrunde, sagt er. Der Gründer habe bereits Anfang des Jahres mit den Japanern gesprochen, der Abschluss sei aber erst jetzt zustande gekommen. Kohle hat Enpal 2017 mit seinem besten Freund aus WHU-Zeiten, Viktor Wingert, und seinem ersten Aroundhome-Praktikanten Jochen Ziervogel gegründet.

Enpal kauft Solaranlagen und vermietet diese an Kunden. Über 10.000 Exemplare hat das Startup eigenen Angaben zufolge seit dem Start installiert. Die Anlagen finanziert das Neu-Unicorn mithilfe von Bankkrediten. Allein in diesem Jahr waren das verschiedene Darlehen in Höhe von rund 400 Millionen Euro, darunter vom US-Hedgefonds Blackrock. Enpal-Kunden bezahlen die Photovoltaikmodule mit einer monatlichen Gebühr ab, nach 20 Jahren gehört die Anlage ihnen.

Im vergangenen Jahr setzte Enpal auf diese Weise 56 Millionen Euro um. In diesem Jahr könnte die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt werden. Das gute an dem Geschäftsmodell: die Erlöse sind sicher und fließen im Idealfall über Jahrzehnte regelmäßig auf das Firmenkonto. Ein Teil dieser monatlichen Gebühren geht auch an die Kreditgeber zurück. Ob die Marge am Ende reicht, um die Gewinnschwelle zu erreichen, ist fraglich. Zumal Enpal seine Handwerker selbst einstellt und nicht auf günstigere Subunternehmen zurückgreift. Investoren sehen in dem Startup dennoch Potenzial. „Wenn der Markt die Milliardenbewertung macht, dann ist diese auch fair“, sagt Kohle.

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