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So wollen osteuropäische Regierungen die russisch-ukrainische Gaspipeline retten, laut Bericht

Laut einem Bericht wollen europäische Regierungsvertreter den russisch-ukrainischen Gastransit aufrechterhalten. - Copyright: picture-alliance/ dpa | epa Maxim Shipenkov
Laut einem Bericht wollen europäische Regierungsvertreter den russisch-ukrainischen Gastransit aufrechterhalten. - Copyright: picture-alliance/ dpa | epa Maxim Shipenkov

Trotz des Ukraine-Krieges fließt noch russisches Gas nach Europa – nämlich an mehrere osteuropäische Länder über eine Pipeline, die durch die Ukraine führt. Doch das Abkommen, dass diese Transitvereinbarung regelt, läuft Ende des Jahres aus. Angesichts des Krieges erwarten die meisten Marktbeobachter, dass auch diese Gaslieferungen damit zum Erliegen kommen.

Wie "Bloomberg" nun aber unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, bemühen sich europäische Regierungs- und Unternehmensvertreter gemeinsam mit ukrainischen Kollegen darum, den Transit aufrecht zu erhalten. Eine Option, die demnach diskutiert wurde, sieht vor, dass europäische Unternehmen Gas aus Aserbaidschan kaufen und in russische Pipelines einspeisen, die wiederum nach Europa führen. Eine solche Vereinbarung würde es Europa ermöglichen, die Peinlichkeit zu vermeiden, russisches Gas zu einem Zeitpunkt zu kaufen, zu dem es versucht, Moskaus Einnahmen zu schmälern, so "Bloomberg".

Ukraine soll den Plan befürworten

Die Ukraine soll diese Idee laut dem Bericht befürworten. Denn die Transiteinnahmen, die das Land durch die Gaslieferungen erhält, sind eine wichtige Stützte für die vom Krieg zerstörte Wirtschaft. Im Jahr 2021 beliefen sich die Einnahmen auf etwa eine Milliarde Dollar.

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"Es gibt zwei Faktoren, die wir uns immer vor Augen halten sollten", sagte Oleksiy Chernyshov, Vorstandsvorsitzender des staatlichen ukrainischen Gaskonzerns Naftogaz, gegenüber "Bloomberg". "Der eine ist, dass die Ukraine über eine unglaubliche Infrastruktur für den Transit und die Speicherung von Gas verfügt, die genutzt werden sollte. Der andere ist, dass die Ukraine prädisponiert ist, diese Infrastruktur zu nutzen, weil sie viele Vorteile mit sich bringt.“ Chernyshov schließt erwartungsgemäß jeden Plan aus, der eine Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Gazprom vorsieht. Die Lieferung von Gas aus Aserbaidschan könne jedoch „eine gewisse Zukunft haben", so der CEO von Naftogaz.

Laut "Bloomberg" könne der Plan der europäischen Regierungsvertreter für Russland von Vorteil sein, wenn er als Tauschgeschäft eingerichtet würde. Im Gegenzug könnte Russland sein Gas an andere Orte liefern.

Slowakei ist eines der Schlüsselländer, das von dem Abkommen profitieren könnte

Die Gespräche befinden sich laut "Bloomberg" noch in der Anfangsphase. Viele Details müssten noch ausgehandelt werden, und es sei nicht klar, ob es zu einer Einigung kommen wird. Auch die Entwicklungen auf dem Schlachtfeld könnten demnach eine Rolle spielen. Angeblich soll Uniper SE, der Gaskonzern, der von Deutschland verstaatlicht wurde, an den Gesprächen beteiligt sein. Ein Sprecher von Uniper lehnte eine Stellungnahme ab, Robert Habecks Wirtschaftsministerium sagte "Bloomberg" nur, dass die Regierung in Gesprächen innerhalb der EU sei.

Die Slowakei ist eines der Schlüsselländer, die von einem solchen Abkommen profitieren könnte. Premierminister Robert Fico sprach vergangenen Monat nach einer Reise nach Aserbaidschan von dieser Möglichkeit, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. „Jetzt kommt es darauf an, dass sich Unternehmen wie die russische Gazprom, aserbaidschanische und ukrainische Unternehmen auf wirtschaftliche und preisliche Bedingungen einigen“, erklärte er im Mai gegenüber Reportern. "Wenn dies gelingt, könnte die Slowakei Gas aus Aserbaidschan importieren, wobei ein Teil davon in der Slowakei verbleibt und ein Teil in andere Länder weitergeleitet wird.

Russland liefert noch immer rund 15 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr über die Ukraine nach Europa, vor allem in die Slowakei und nach Österreich. In Österreich deckt russisches Gas seit fünf Monaten in Folge mehr als 80 Prozent des österreichischen Verbrauchs. Europa importiert auch russisches Flüssiggas per Schiff und hat trotz häufiger Debatten darüber, ob es dies tun sollte, nie Sanktionen gegen russisches Gas verhängt.