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So will Stuttgart die Bürger animieren, Hunde aus dem Tierheim zu adoptieren

“Adopt, don’t shop”, lautet ein Motto vieler Tierschützer: Anstatt einen Hund vom Züchter zu kaufen, sollte man lieber einen aus dem Tierheim adoptieren. Stuttgart geht mit gutem Beispiel voran und senkt für Heimhunde den Steuersatz.

Einen Freund fürs Leben aus dem Tierheim? In Stuttgart entscheiden sich die meisten immer noch für Vierbeiner vom Züchter. Das soll sich jetzt ändern (Symbolbild: Getty Images)

Statt 108 Euro jährlich zahlen Hundebesitzer, die einem Vierbeiner aus dem Tierheim ein neues Zuhause gegeben haben, zukünftig nur noch 54 Euro. Mit dem halbierten Steuersatz will die Stadt die Leute dazu animieren, diesen Hunden den Vorzug zu geben, und damit die teilweise hoffnungslos überfüllten Einrichtungen entlasten.

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Dieser Spartarif gilt allerdings nur für den Ersthund eines jeden Haushalts. Ausgenommen sind außerdem Hunde, die zu Rassen zählen, die gemeinhin als sogenannte Kampfhunde bezeichnet werden. Für die zahlt man der “Stuttgarter Zeitung” zufolge nach wie vor 612 Euro pro Jahr.

Jährlich werden nur 200 Tierheimhunde in Stuttgart adoptiert

Die Entscheidung erfolgte nach einer Initiative der grünen Gemeinderatsfraktion. Denn bisher sind die Zahlen der Heimhunde in der baden-württembergischen Landeshauptstadt verschwindend gering. Bislang entschieden sich nur 200 neue Hundebesitzer jährlich für einen Hund aus einem städtischen Tierheim. Der Rest bevorzugt nach wie vor Tiere vom Züchter.

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Martin Pechmann, Mitarbeiter des Stuttgarter Tierheims, lobt den Versuch, einen Anreiz zu schaffen, Hunde zu adoptieren anstatt sie vom Züchter zu kaufen. Jedoch gibt er im Gespräch mit dem "Schwäbischen Tagblatt" zu bedenken, dass die Hundesteuer nur ein verschwindend geringen Anteil der Haltungskosten ausmachen würde. Futter, Zubehör und mögliche Tierarztkosten fallen weitaus schwerer ins Gewicht als die jährliche Hundesteuer. Deswegen zweifle er daran, ob die Maßnahme wirklich ausschlaggebend für die Entscheidung zwischen Tierheim- oder Zuchthund sein wird.

Bleibt also abzuwarten, ob der Vorstoß den gewünschten Erfolg haben wird. Zumindest könnte er anregen, sich mit dem Thema Tierheim auseinanderzusetzen. Sollte das Konzept aufgehen ist zu hoffen, dass andere Städte sich ein Beispiel an Stuttgart nehmen werden.

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