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So viel verdienen Supermarkt- und Discounter-Mitarbeiter

Christian Bernhard
Freier Autor

Die Supermarkt- und Discounter-Mitarbeiter sind in Zeiten von Corona besonders gefordert. Doch wie ist es eigentlich um ihre Bezahlung bestellt? Eine Analyse bringt überraschende Erkenntnisse ans Licht.

Supermärkte in Deutschland bezahlen ihre Mitarbeiter sehr unterschiedlich. (Symbolbild: Getty Images)

Das Portal für Arbeitgeber-Bewertungen Glassdoor hat aktuelle Gehaltsinformationen von Mitarbeitern bei Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und Kaufland verglichen und ausgewertet. Das überraschende Ergebnis, das Business Insider vorliegt: Zwei Discounter bezahlen am meisten Gehalt.

Bei Lidl verdienen die Mitarbeiter demnach im Schnitt 41.780 Euro brutto pro Jahr. Platz zwei sichert sich mit Aldi mit einem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt von 37.780 Euro. Rewe komplettiert das Podium mit 37.224 Euro.

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Das in der Regel hochpreisigere Unternehmen Edeka bezahlt seinen Angestellten laut Glassdoor im Schnitt nur 27.269 Euro pro Jahr, bei Kaufland sind es sogar nur 26.777 Euro. Nicht wirklich viel – vor allem in Anbetracht der Dinge, dass die Supermarkt- und Discounter-Mitarbeiter in der Corona-Krise von vielen Seiten als “Alltagshelden” bezeichnet wurden.

Kritik von der Gewerkschaft Verdi

Unklar bleibt bei der Untersuchung, ob Bonusauszahlungen wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld Teil der oben genannten Zahlen sind. Das durchschnittlichen deutsche Jahreseinkommen, das laut Business Insider bei 47.928 Euro liegt, unterschreiten alle fünf Unternehmen.

Die Corona-Sonderzahlungen für die Mitarbeiter, die einige Konzerne angekündigt hatten, sorgen ebenfalls für Diskussionen. Lidl und Kaufland lassen ihren rund 140.000 Beschäftigte einen Warengutschein in Höhe von 250 Euro zukommen, das bestätigte eine Lidl-Sprecherin dem rbb. Rewe und Penny buchten einen Danke-Bonus als Guthaben auf die Mitarbeiterkarten ihrer Arbeitnehmer. In welcher Höhe die Prämie an jeden Mitarbeiter geht, teilte die Rewe Group auf rbb-Anfrage nicht mit.

Dafür gibt es Kritik von der Gewerkschaft Verdi. “Wir haben im Einzelhandel Prämien zwischen 100 und 300 Euro”, sagte Verdi-Funktionärin Erika Ritter. Im Vergleich zu den Umsätzen der Supermärkte, die bei über 50 Prozent ihrer normalen Umsätze liegen sollen, reiche das nicht aus. “Drei Mal 500 Euro hätte ich für angemessen gehalten”, erklärte sie.

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