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So verkaufte Dietmar Hopps Sohn sein Verlust-Unternehmen an die SAP

·Lesedauer: 2 Min.
Dietmar Hopp an der Eröffnung der Klima-Arena in Sinsheim, 2019.
Dietmar Hopp an der Eröffnung der Klima-Arena in Sinsheim, 2019.

Der Sohn des Milliardärs und SAP-Gründers Dietmar Hopp konnte seine Firmenbeteiligungen in einem erfolglosen Unternehmen dank der Intervention seines Vaters an SAP verkaufen. Der Preis, zu dem SAP die Firma Crossgate übernommen hat, überstieg sogar die Bewertung, die EY der Firma attestierte. Wie viel Einfluss Dietmar Hopp noch auf das Unternehmen hat, zeigen Recherchen des „Spiegel“ und des ARD-Magazins „Fakt“.

Dietmar Hopp hält rund 5 Prozent der SAP-Anteile, trat 2015 aus dem Aufsichtsrat zurück und bekleidet keine Funktion mehr im Unternehmen. Sein Sohn, Daniel Hopp, war nie bei der SAP beschäftigt. Mit seiner Firma DAH Beteiligungs GmbH ist er als Investor tätig. 2006 kaufte er 28 Prozent der Anteile der Firma Crossgate, ein Unternehmen aus München, das Firmen mit Kunden und Zulieferern digital vernetzt. Ab 2007 kooperierte SAP mit Crossgate und erwarb später 6,4 Prozent der Anteile. Der damalige Chef der SAP, Jim Hagemann Snabe, saß eine Zeit lang im Aufsichtsrat von Crossgate.

Als Crossgate später in Liquiditätsnot geriet, bat SAP einen Überbrückungskredit an und kaufte schließlich das Unternehmen, das Verluste schrieb. Crossgate soll keinen wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen gehabt haben, so die Recherche. Vielmehr ging es um eine Rettungsaktion, die Dietmar Hopp initiierte. Denn für die meisten im SAP-Vorstand war klar, dass Crossgate Geld verliert. Snabe soll sich trotzdem bemüht haben alle Vorstandsmitglieder von der Übernahme zu überzeugen um „eine sehr peinliche Situation gegenüber Herrn Hopp zu vermeiden“, schrieb er in einer Mail.

2011 ging der Kauf von Crossgate durch und die SAP zahlte sogar einen höheren Preis, als die damalige Bewertung des Unternehmens. Der Wirtschaftsprüfer EY stellte eine Bewertung von 96 Millionen Euro fest, SAP zahlte aber für 93,4 Prozent der Anteile 115 Millionen Euro. Knapp ein Jahr später wurde auch für Mitgründer und SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner klar, dass der Crossgate-Kauf ein schlechtes Geschäft war. Das bestätigt eine Mail von Plattner an Snabe:

„Was ist hier los? Wer hat die Akquisition initiiert? Welche Konsequenzen gibt es? Hat der Verkäufer das Unternehmen falsch dargestellt? Gab es keine ordentliche Prüfung? Gab es Insidergeschäfte? Wenn ich die Zusammenfassung richtig verstehe, müssen wir das Unternehmen schon nach einem Jahr komplett abschreiben. Das muss ernsthafte Konsequenzen haben.“

Die SAP begründete den Kauf mit strategischen Überlegungen und teilte mit, dass man Crossgate vor der Übernahme gründlich geprüft habe.

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