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So lief die ersehnte Fan-Rückkehr

Christopher Michel
·Lesedauer: 3 Min.

Laute Fangesänge, Fahnenmeer, Schals, die nach oben gereckt werden, und eine groß angelegte Choreografie, die die gesamte Kurve bedeckt - so enthusiastisch begrüßen die Fans von Eintracht Frankfurt die Mannschaft üblicherweise zum Saisonstart nach mehrmonatiger Sommerpause.

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In Coronazeiten hingegen ist vieles anders. Statt vor 50.000 Anhängern dürfen die Hessen zum Heimspiel gegen Arminia Bielefeld aber erstmals wieder vor immerhin 6.500 Fans spielen.

Von 31.000 Dauerkartenbesitzern, die sich bewerben können, nutzen rund 10.000 die Formulare, was Vorstand Axel Hellmann lobend erwähnt: "Dafür, dass der Zeitraum für die Antragsstellung nur 48 Stunden am Wochenende möglich war, ist das eine ordentliche Zahl."

Kein Hexenkessel - aber angenehme Stimmung

Die Vorfreude der anwesenden Fans ist groß. Der Duft der Bratwurst zieht wieder durch das weite Rund und es herrscht eine gewisse Atmosphäre - kein Hexenkessel und Voll-Alarm zwar, aber doch eine schöne, angenehme Stimmung. Damit die Partie reibungslos über die Bühne geht, muss der Verein aber enormen Aufwand betreiben.

Philipp Heßberger, seit rund einem Jahr Referent des Vorstands der Eintracht und Hauptansprechpartner rund um die Hygienekonzepte, erklärt auf Nachfrage von SPORT1: "An normalen Spieltagen haben wir rund 900 Ordner engagiert, diesmal sind 500 bis 600 im Einsatz."

Sprich: Obwohl das Stadion nur zu rund zwölf Prozent ausgelastet ist, wird ein deutlich höherer Anteil des üblichen Personalstamms benötigt. Alle fünf großen Eingänge rund um die Arena sind offen, die Anhänger sollen alle 92 Drehkreuze innerhalb eines bestimmten Zeitfensters zum Durchqueren nutzen. "Wir können in der Stunde 11.000 Fans durchschleusen. Somit gibt es keinen Stau", erklärt Heßberger.

Fans von Eintracht Frankfurt halten sich an Regeln

Die Regeln sind klar: Abstand halten, die Hände an einem der zahlreichen Spender desinfizieren, die Maske muss überall getragen und darf nur auf dem Platz abgenommen werden. Heißt: Auch Stadionwurst und Kaltgetränk - vollständig alkoholfrei - sind nur auf dem Platz gestattet. Der Doppelpass zwischen Zuschauern und Eintracht gelingt, Verstöße sind rund 90 Minuten vor Beginn der Partie nicht zu sehen, Hellmann erhält von vorbeigehenden Fans Lob für die Organisation.

Je näher der Anpfiff rückt, desto deutlicher wird die Fußball-Lust der Menschen auf den Rängen spür- und hörbar. Die Fans begrüßen das Team lautstark, singen die Vereinshymne "Im Herzen von Europa" voller Inbrunst mit und halten die Abstände dabei vorbildlich ein.

Selbst Familienmitglieder sitzen getrennt, die Hessen lassen sich bei der Planung auf keine Kompromisse ein. Es ist ein vom Universitätsklinikum und Gesundheitsamt Frankfurt begleitetes Experiment. Eine Evaluierung folgt, Fehler sollen und dürfen nicht passieren.

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Arminia Bielefeld von Heimvorteil unbeeindruckt

Einen sportlichen Vorteil für das Heimteam bringen die Fans aber - wie auch in den Stadien in Stuttgart, Berlin oder Bremen - nicht.

Aufsteiger Bielefeld zeigt sich unbeeindruckt von der Kulisse, die Eintracht müht sich trotz Gesängen und aufmunternder Rufe der Anhänger zu einem hart erkämpften Remis. Das Zeitspiel der Arminia wird mit heftigen Pfiffen und Buhrufen quittiert, auch diverse Schiedsrichterentscheidungen sorgen auf den Rängen für Unzufriedenheit.

Doch irgendwie rückt das Sportliche etwas in den Hintergrund, es riecht in den 90 Minuten samt Nachspielzeit einfach wieder nach Fußball. Obwohl das Ergebnis aus Eintracht-Sicht enttäuscht, wird das Team mit einem warmen Applaus verabschiedet.

Neuhaus und Hütter freuen sich über Fan-Rückkehr

"Wir freuen uns sehr darüber. Es war ein kleiner Anfang, aber man hatte das Gefühl, dass die Atmosphäre da war und dass es jemanden interessiert, wenn der Ball wieder von hinten nach vorne fliegt", fasst Arminia-Trainer Uwe Neuhaus seine Gemütslage zusammen.

Eintracht-Coach Adi Hütter pflichtet ihm bei: "Es war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Die 6.500 Zuschauer haben das ausgezeichnet gemacht. Es war ein schönes Gefühl, wieder vor Zuschauern aufzulaufen."