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So läuft die Fortbildung zum geprüften Berufsspezialisten

Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Bonn/Berlin (dpa/tmn) - Abschlüsse wie Meister, Techniker oder Fachwirt sind häufig bekannt. Aber es gibt auch die Fortbildung zum geprüften Berufsspezialisten. Die Qualifizierung kann dazu beitragen, als Fachkraft für den eigenen Betrieb attraktiv zu bleiben - und ein erster Schritt zum höheren Bildungsniveau sein. Aber für welche Berufe gibt es die Fortbildung eigentlich? Und für wen bietet sie sich an? Antworten auf wichtige Fragen.

Was steckt hinter der Fortbildung «geprüfter Berufsspezialist»?

Mit der jüngsten Änderung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2020 wurden drei Fortbildungsstufen etabliert: der geprüfte Berufsspezialist, der Bachelor Professional und der Master Professional. Damit habe die Aufstiegsfortbildung in der beruflichen Bildung eine stärkere Strukturierung bekommen, sagt Monika Hackel. Sie leitet den Bereich «Struktur und Ordnung der Berufsbildung» beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Während die beiden höheren Fortbildungsstufen mit dem Bachelor- beziehungsweise Masterabschluss äquivalent sind, bildet der geprüfte Berufsspezialist eine Vorstufe dazu. «Das Besondere am Berufsspezialisten ist, dass er sehr stark an die Ausbildungsinhalte angelehnt ist und diese noch mal vertieft beziehungsweise andere Schwerpunkte setzt», sagt Hackel. Dabei sollen die fachliche Kompetenz intensiviert und die selbstständige Planung und Bearbeitung komplexer Fragestellungen gefördert werden.

Für welche Berufe gibt es die Fortbildungsmöglichkeit?

Abhängig davon, in welchem Bundesland man lebt oder zu welcher Kammer man gehört, können unterschiedliche Fortbildungsangebote bestehen. So gibt es beispielsweise Fortbildungsmöglichkeiten für Berufsspezialisten im ökologischen Landbau oder in der industriellen Transformation.

Zeichnet sich ein bundesweiter Bedarf ab, können die einzelnen Berufsfortbildungen auch in eine bundesweite Regelung überführt werden. Aktuell ist das bei drei Berufsbildern der Fall: geprüfte Berufsspezialisten für den Vertrieb, für fremdsprachige Kommunikation und für Kraftfahrzeug-Servicetechnik.

«Da ist sehr viel Bewegung drin. Die Berufsspezialisten entstehen aus Überlegungen, wie Berufslaufbahnen neu gestaltet werden können und wie man es beispielsweise attraktiver gestalten kann, einen weiteren Fortbildungsabschluss anzusteuern», so Hackel. Teilweise sei es möglich, die Fortbildungsinhalte auf die Meisterprüfung anrechnen zu lassen.

Für wen bietet sich die Fortbildung an?

«Generell bietet sich die erste Fortbildungsstufe für alle Fachkräfte an, die eine duale Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und sich weiterqualifizieren wollen», sagt Oliver Heikaus, Weiterbildungsexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Der Berufsspezialist biete einen ersten Schritt zur Weiterbildung, der jederzeit ausgebaut werden könne.

Doch die Fortbildung ist nicht nur ein Sprungbrett zur Weiterqualifizierung. Es gehe auch darum, mit der Zeit zu gehen, findet Monika Hackel: «Der Berufsspezialist greift innovative Felder auf, die im Betrieb gebraucht werden und die man nutzen kann, um für seinen Arbeitgeber attraktiv zu sein.» Es gehe darum, sein Wissen aktuell zu halten und von der sich verändernden Industrie und Gesellschaft nicht abgehängt zu werden, so Hackel.

Wie aufwendig und teuer ist die Fortbildung?

400 Stunden umfasst der gesetzlich vorgegebene Lernumfang für Berufsspezialisten mindestens. «Die Dauer hängt auch von der gewählten Vorbereitungsform ab», sagt Oliver Heikaus. Wer sich etwa für einen berufsbegleitenden Vorbereitungslehrgang entscheide, müsse ein knappes Jahr dafür einplanen. «Vollzeit- oder Blocklehrgänge können die Vorbereitungszeit verkürzen», so Heikaus.

Wie die Dauer der Lehrgänge unterscheiden sich auch deren Kosten, «sie können etwa 2000 bis 3000 Euro betragen», so der Weiterbildungsexperte. Wichtig: Grundsätzlich ist eine Förderung über das sogenannte Auftiegs-Bafög möglich.

Wie finde ich die richtige Fortbildung?

Oliver Heikaus empfiehlt Interessierten, genau zu überlegen, welche Inhalte der Berufsausbildung besonderes Interesse geweckt haben. Danach könne ein Gespräch mit einem Weiterbildungsberater folgen. «Am Ende sollte ein Weiterbildungsangebot gewählt werden, das zur beruflichen und privaten Situation passt», sagt Heikaus.

Ganz grundlegend richtet sich die Fortbildung an Menschen mit abgeschlossener Berufsbildung im jeweiligen Fachbereich. Teilweise sei es möglich, ohne Ausbildung, aber mit entsprechender Berufserfahrung die Fortbildungsprüfung abzulegen, sagt Monika Hackel. Ausschlaggebend ist die jeweilige Prüfungszulassungsregelung.