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So hoch sind die durchschnittlichen Dispozinsen in Deutschland – und für wen sich ein Wechsel der Bank lohnt

Wer Dispozinsen zahlt, sollte sich um seine Finanzen kümmern.  - Copyright: Getty Images
Wer Dispozinsen zahlt, sollte sich um seine Finanzen kümmern. - Copyright: Getty Images

Innerhalb eines Jahres sind die Dispozinsen um 2,4 Prozentpunkte gestiegen, zeigt eine Auswertung der Barkow Consulting GmbH für Business Insider. Die Entwicklung der Dispozinsen in den vergangenen Monaten hat erhebliche Auswirkungen auf Bankkunden, die häufig auf Dispokredite zurückgreifen müssen, um kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Betrachtet man den Zeitraum seit 2012, fällt auf, dass die Dispozinsen in Deutschland nach einem Höchststand von durchschnittlich 10,39 Prozent im Januar 2012 einen stetigen Abwärtstrend aufweisen. Dieser Trend setzte sich über die Jahre fort und führte dazu, dass der durchschnittliche Dispozinssatz im April 2022 auf ein historisches Tief von 7,0 Prozent fiel.

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Allerdings hat sich dieser Trend im Oktober 2022 mit der Einleitung der Zinswende durch die Europäische Zentralbank (EZB) umgekehrt. Die Dispozinsen sind seither stark angestiegen und erreichten im März 2023 im Schnitt einen Wert von 9,56 Prozent.

Stärkster Anstieg seit 20 Jahren

Dieser Anstieg ist der stärkste Anstieg der Dispozinsen, den es in den vergangenen 20 Jahren gegeben hat. Die Dispozinsen könnten damit bald höher liegen, als vor zehn Jahren. Weitere Zinsschritte der EZB sind möglich.

Doch warum steigen die Dispozinsen derzeit so schnell? Die Zinswende der EZB erfolgte in schnellen Schritten und für Banken wird das Geschäft mit euren Einlagen wieder rentabel. Deswegen steigen die Zinsen auf Tages- und Festgeld ebenfalls sehr schnell. Gleichzeitig wird es aber unrentabel, euch das Geld zu leihen. Damit sich für die Banken das Dispo-Geschäft weiter lohnt, steigen die Dispozinsen also ebenfalls in raschem Tempo.

"Es ist üblich, dass Banken Zinserhöhungen bei Krediten schneller weitergeben als bei Einlagen wie zum Beispiel Tagesgeld", erklärt Peter Barkow, Geschäftsführer von Barkow Consulting. Doch für die Banken gäbe es auch Richtlinien, die die derzeitigen Zinsschritte erklären würden. "Nach der Gesetzesänderung im Jahr 2010 sind die Dispozinsen der Banken an einen geeigneten Referenzzins gebunden. Wenn dieser wie aktuell steigt, steigen die Dispozinsen quasi automatisch. Natürlich können die Banken auf die Erhöhung auch verzichten", sagt er zu Business Insider.

Wann lohnt sich der Wechsel?

Bedeutet auch: Es gibt derzeit immer noch Banken, die relativ niedrige Dispozinsen anbieten. Die jüngste Entwicklung der Dispozinsen zeigt, dass ihr euch sorgfältig überlegen solltet, zu welcher Bank ihr geht. Es ist empfehlenswert, regelmäßig die Zinssätze und Konditionen zu überprüfen und gegebenenfalls einen Bankwechsel in Betracht zu ziehen, um hohe Zinsen zu vermeiden.

Wie viel ihr bei einem Bankwechsel spart, zeigt diese Beispielrechnung: Wer für ein Jahr 1500 Euro im Dispo ist, zahlt bei einer Bank mit 7,0 Prozent Dispozinsen Gebühren in Höhe von 114 Euro. Wer dagegen bei einer Bank mit elf Prozent ist, zahlt schon 167 Euro. Viele Sparkassen verlangen sogar Dispozinsen von über 13 Prozent. Bei einem Dispozins von 13,5 Prozent klettern die Gebühren dann gar auf 205 Euro. Der Wechsel bringt euch also eine Ersparnis von 90 Euro. Beachtet aber die Kontoführungsgebühren und Konditionen der Banken.

Darüber hinaus sollten Bankkunden bedenken, dass ein Dispokredit trotz seiner Flexibilität und Bequemlichkeit eine teure Form der Kreditfinanzierung ist. Andere Kreditoptionen, wie zum Beispiel ein Ratenkredit, können oft günstiger sein, insbesondere bei einem längerfristigen Finanzierungsbedarf.