Deutsche Märkte öffnen in 37 Minuten
  • Nikkei 225

    28.608,59
    -909,71 (-3,08%)
     
  • Dow Jones 30

    34.742,82
    -34,94 (-0,10%)
     
  • BTC-EUR

    45.426,46
    -3.621,64 (-7,38%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.461,47
    -99,83 (-6,39%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.401,86
    -350,38 (-2,55%)
     
  • S&P 500

    4.188,43
    -44,17 (-1,04%)
     

So hebt sich Audis neues Elektro-SUV Q4 e-tron von seinem günstigeren Geschwister VW ID.4 ab

Elias Holdenried
·Lesedauer: 5 Min.
Optisch tritt der Q4 e-tron deutlich aggressiver als der VW ID.4 auf.
Optisch tritt der Q4 e-tron deutlich aggressiver als der VW ID.4 auf.

Als Audi im Februar feierlich seinen neuen Imageträger e-tron GT enthüllte, war aus der Entwicklungsabteilung der Konzernschwester Porsche ein verstimmtes Raunen zu vernehmen. Einige Ingenieure und Manager des Zuffenhausener Autobauers echauffierten sich intern darüber, dass Audi bei der Enthüllung überhaupt nicht darauf hingewiesen hatte, dass fast 70 Prozent der Technik des Ingolstädter Elektrosportwagens direkt vom Porsche Taycan übernommen wurden. Bei der beiden Modellen zu Grunde liegenden Elektroplattform J1 handelt es sich zwar um ein Gemeinschaftsprojekt von Audi und Porsche, nach Informationen von Insidern fiel jedoch der Großteil des Entwicklungsaufwands auf den schwäbischen Sportwagenhersteller zurück.

Auch bei seiner nächsten batteriebetriebenen Modellneuheit hat sich Audi technisch im Konzernregal bedient. Es ist also alles andere als ein Zufall, dass sich die Eckdaten des neuen Q4 e-tron großteils mit denen des bereits erhältlichen VW ID.4 decken. Das SUV basiert nämlich nicht nur wie dieser auf dem modularen E-Antriebs-Baukasten, sondern übernimmt auch dessen 52 und 77 kWh große Akku-Packs. Der Premium-Ableger aus Ingolstadt wird beim Verkaufsstart im kommenden Juni mindestens 41.900 Euro kosten. Damit ist das Basismodell des Audi fast 5.000 Euro teurer als der günstigste ID.4.

Optisch bleibt er nah an der Studie

Neben dem normalen Q4 e-tron wird es auch einen immer 2.000 Euro teureren Sportback geben. Das SUV-Coupé soll mit seinem Fließheck optisch deutlich dynamischer auftreten. Das nach hinten sanft abfallende Dach hat aber auch einen praktischen Nutzen: Der Cw-Wert verbessert sich beim Sportback von 0,28 auf 0,26. Ansonsten haben die Audi-Designer unter der Führung von Marc Lichte es geschafft, die grundlegenden Proportionen und viele Design-Details von der gleichnamigen Studie aus dem Jahr 2019 in die Serie herüberzuretten. Aufgrund des angedeuteten und markentypischen Singleframe-Grills dürften Laien das SUV auf den ersten Blick nicht als E-Auto erkennen. Dieser dürfte zusammen mit den schmalen und optional mit Matrix LED-Technik ausgestatteten Scheinwerfern für ein gehöriges Überholprestige sorgen.

Am Heck gibt es wie bei den anderen Ingolstädter Elektromodellen ein durchgehendes Leuchtband. Mit seiner muskulösen Schulterlinie und der markanten Sicke im unteren Türbereich wirkt schon der normale Q4 e-tron bedeutend sportlicher als der glattflächig brave Plattform-Bruder ID.4. Mit einer Länge von 4,59 Metern überragt der Audi den Wolfsburger übrigens nur um einen Zentimeter und liegt so größentechnisch zwischen den konventionell angetriebenen SUV-Modellen Q3 und Q5. Die Breite beträgt 1,87 und die Höhe 1,63 Meter.

Die sportliche Dachlinie macht den Sportback nicht nur schicker, sonder auch effizienter.
Die sportliche Dachlinie macht den Sportback nicht nur schicker, sonder auch effizienter.

Bis zu 1.490 Liter Kofferraumvolumen

Das Interieur ist im typischen Audi-Stil gehalten wirkt und weniger minimalistisch als das Cockpit des elektrischen VW-SUV. Zudem dürfte die Materialauswahl und die Verarbeitung auf einem deutlich höheren Niveau liegen. Im Q4 e-tron debütiert zudem eine neue Lenkrad-Generation mit zwei Speichen, deren Touchflächen keine Fugen mehr haben sollen. Digitalanzeigen sind selbstverständlich Serie. Das Infotainmentsystem, sowie die meisten Fahrzeugfunktion werden wie gewohnt über einen bis zu 11,6 Zoll großen Touchscreen oder die Sprachsteuerung bedient.

Käufer der gehobeneren Versionen kommen in den Genuss des neuen Head-up-Displays mit Augmented Reality-Funktionen. Natürlich darf auch das Audi-typische Virtual Cockpit nicht fehlen. Beim Gepäckvolumen müssen sich die beiden Q4 e-tron dem ID.4 knapp geschlagen geben. Während der Laderaum des Volkswagen je nach Konfiguration zwischen 543 und 1.575 Liter fasst, gibt Audi die Kapazität des Laderaums mit 520 bis 1.490 Litern an. Beim Sportback schrumpft das maximale Volumen nochmals um dreißig Liter.

Das Cockpit des Q4 e-tron ist zum Fahrer hin ausgerichtet und digital.
Das Cockpit des Q4 e-tron ist zum Fahrer hin ausgerichtet und digital.

Gleiche Reichweite bei mehr Leistung

Wenn man sich bereits näher mit dem VW ID.4 beschäftigt hat, hat der neue Audi in Sachen Technik wenig überraschendes zu bieten. Die Basisversion Q4 35 e-tron trägt den kleineren Stromspeicher mit einer Kapazität von 52 kWh im Fahrzeugboden und wird von einem im Heck platzierten E-Aggregat mit 170 PS angetrieben. Die Reichweite des Einstiegsmodells wird nach der WLTP-Norm mit 341 Kilometern angegeben, der günstigste Sportback schafft dank der bessere Aerodynamik acht Kilometer mehr. Darüber rangiert der Q4 40 e-tron, der schon über die größere 77 kWh-Batterie und eine Maximalleistung von 204 PS verfügt. Die mittlere Variante soll mit einer Batterie-Füllung bis zu 520 Kilometer weit kommen - Somit bietet sie genau den gleichen Radius, wie der reichweitenstärkste ID.4. An einer 125 kW-Schnelladestation kann der Ladestand des Q4 40 e-tron in 38 Minuten von fünf auf 80 Prozent erhöht werden. In zehn Minuten soll genug Strom für etwa 130 Kilometer in die Lithium-Ionen-Batterie fließen.

Der typische Singleframe-Grill ist bei dem E-Auto geschlossen.
Der typische Singleframe-Grill ist bei dem E-Auto geschlossen.

Der Q4 übertrumpft VWs Technikspender mit seiner Topversion 50 e-tron zumindest leistungstechnisch. Während beim ID.4 derzeit schon bei 204 PS das Ende der Fahnenstange erreicht ist, stellen die beiden Elektromotoren des stärksten Q4 e-tron gemeinsam 299 PS zur Verfügung. So sprintet das SUV in 6,2 Sekunden von Null auf Hundert. Bei 180 km/h wird der Vortrieb elektronisch eingeschränkt. Der an der Vorderachse platzierte Motor beteiligt sich jedoch nur am Antrieb, wenn der Fahrer ordentlich auf's Pedal drückt - Es handelt sich also um keinen permanenten Allradantrieb. Der zweimotorige Q4 50 e-tron ist mit einem Gewicht von rund 2,1 Tonnen etwa 200 Kilo schwerer als as Basismodell. Darunter leidet natürlich die Reichweite. Der Aktionsradius sinkt dadurch auf 488, beziehungsweise 497 Kilometer beim Sportback.

Der Audi dürfte dynamischer fahren

Gegen Aufpreis sollen die Kunden ihren Q4 e-tron entweder mit adaptiven Dämpfern oder einem Sportfahrwerk ausstatten können. Zudem macht die markentypische Progressiv-Lenkung das Fahrgefühl auf Wunsch knackiger. Bei niedrigen Temperaturen soll optional eine Wärmepumpe die Reichweite erhöhen. Natürlich bietet Audi auch eine Vielzahl von Assistenzsystemen an, die allerdings im Großen und Ganzen schon von anderen Modellen der Marke bekannt sind. Die maximale Anhängelast des allradgetriebenen Topmodells beträgt 1,2 Tonnen. Auch in dieser Disziplin deckt sich die Werksangabe mit der des stärksten VW ID.4.

Der stärkste Q4 e-tron bietet eine Anhängelast von 1,2 Tonnen.
Der stärkste Q4 e-tron bietet eine Anhängelast von 1,2 Tonnen.