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Kohfeldt wollte diesen Fußball nicht spielen lassen

·Lesedauer: 4 Min.
Kohfeldt wollte diesen Fußball nicht spielen lassen
Kohfeldt wollte diesen Fußball nicht spielen lassen

Es ist der große Knall vor dem letzten Spieltag!

Werder Bremen entlässt Trainer Florian Kohfeldt einen Tag nach dem 0:2 beim FC Augsburg und ersetzt ihn durch Thomas Schaaf.

Durch die Pleite rutschte Werder durch das 1:1 von Arminia Bielefeld gegen Hoffenheim auf den Relegationsrang ab und muss nun richtig zittern.

Der CHECK24 Doppelpass mit Kevin Großkreutz, Patrick Helmes und Friedhelm Funkel am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Am letzten Spieltag geht es für die Norddeutschen gegen Borussia Mönchengladbach um alles.

Das Polster auf den 1. FC Köln auf dem ersten direkten Abstiegsplatz beträgt für Bremen auch nur noch einen Punkt.

Doppelpass: Baumann begründet das Kohfeldt-Aus

In den vergangenen neun Partien holte Bremen zudem nur einen Punkt.

Im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 begründet Geschäftsführer Frank Baumann die Entlassung des Trainers.

"Flo hat viele Ansätze gewählt, um die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen. Wenn das dauerhaft nicht zum Guten dreht, dann passiert etwas in der Mannschaft", meint der Chef. (Baumann: Werder droht die Insolvenz)

Bereits vor einigen Spielen stand Kohfeldt laut dem Ex-Kapitän vor dem Aus.

"Wir haben vor zwei Wochen in die Mannschaft hineingehört. Grundsätzlich sind die Spieler von den Qualitäten von Florian überzeugt."

Baumann schwärmt von Schaaf

Das reichte aber am Ende nicht. Denn: Die Ergebnisse und die Leistungen besserten sich nicht.

"Jetzt die Entwicklung des Spiels gestern in Augsburg mit der Roten Karte, mit der Überzahl, die wir nicht nutzen konnten und ein Stück weit der Ratlosigkeit, die man auf dem Platz gespürt hat, hat in dem Trend der letzten zwei Jahre uns zu der Überzeugung kommen lassen, dass der Mannschaft ein Stück weit der Glaube an diese Konstellation verloren gegangen ist und dass wir sehr spät und zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt nochmal den Trainer wechseln müssen, um unser Ziel, den Klassenerhalt, noch erreichen zu können", erklärte Baumann.

"Dass die Mannschaft ratlos und hilflos wirkte, das wurde widergespiegelt. Florian musste aus seiner Sicht in unserer Situation auch einen Fußball spielen, den er eigentlich gar nicht spielen lassen will und kann. Das hat wohl auch dazu geführt, dass er es in dieser Situation jetzt nicht vermitteln konnte."

Jetzt soll es also Thomas Schaaf richten, der Meistertrainer von 2004.

Er ist für Baumann der perfekten Mann für den letzten Spieltag und eventuell folgende Relegationsspiele.

"Der größte Effekt eines Trainerwechsels ist dann vorhanden, wenn der Glaube an die jetzige Konstellation am Boden ist. Daher ist es vielleicht unerheblich, wie viele Spiele es noch sind. Die Spieler müssen wieder an sich glauben." Baumann erläuterte die Vorzüge seines ehemaligen Trainer.

"Thomas kann mit seiner Erfahrung und seiner Art und Weise die Grundtugenden der Spieler einfordern. Er kann auch für Begeisterung sorgen und den Spielern Selbstvertrauen vermitteln. Wir haben einen Trainer, der keine große Eingewöhnungszeit braucht. Er kennt die Mannschaft und kann Ansatzpunkte finden."

Derweil ist auch die Suche nach einem Nachfolger für Kohfeldt für die nächste Saison offenbar schon fortgeschritten. Einen Namen wollte Baumann nicht nennen. Er sagte aber: "Wir werden etwas entgegen unserer letzten Handlungen für die nächste Saison einen externen Trainer verpflichten."

Baumann: "Insolvenz-Risiko ist minimal"

Ein Scheitern sieht Baumann in der Abkehr von Kohfeldt nicht. "Unser Weg ist nicht gescheitert, da ich überzeugt bin, dass ein Verein eine klare Philosophie haben muss, welchen Fußball man spielen will und welche Werte man vertritt", erklärte er. "Diese muss unabhängig von einem Cheftrainer sein. Werder ist und muss ein besonderer Verein bleiben. "

Der Geschäftsführer sieht dafür auch auf finanzieller Ebene gute Vorzeichen. "Ich glaube, dass Werder wie viele andere Klubs unter der Pandemie zu leiden hat. Wir haben in den letzten Monaten unsere Hausaufgaben gemacht und haben noch einige Bälle in der Luft. Wir wissen nicht genau, wie sie runterfallen – beispielsweise wann Fans wieder in die Stadien dürfen", führte Baumann aus.

"Wir sind seit Beginn der Pandemie offen mit der finanziellen Lage umgegangen. Mit der Mittelstandsanleihe hat sich nichts verändert. Wenn der eine oder andere Ball runterfällt, dann werden wir keine Liquiditätsprobleme haben. Wir sind für die nächsten Monate auch durchfinanziert. Wir müssen bis zum Herbst noch einige Auflagen für die Lizenz erfüllen. Auch das werden wir schaffen."

Kein Werder-Fan müsse sich Sorgen um den Fortbestand des Klubs machen. "Ich kann eine Insolvenz nicht zu 100 Prozent ausschließen, da ich nicht weiß, wie sich die Pandemie entwickelt", räumte Baumann zwar ein. "Wir haben aber positive Zeichen bekommen und sind auf längere Zeit durchfinanziert. Das Insolvenz-Risiko ist minimal."

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