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So bedrohlich wird der Fachkräftemangel: Jede zweite Firma in Deutschland bangt bereits um die Existenz, zeigt eine Umfrage

Der Mangel an Arbeits- und Fachkräften wird zur Bedrohung für viele Unternehmen.  - Copyright: Picture Alliance
Der Mangel an Arbeits- und Fachkräften wird zur Bedrohung für viele Unternehmen. - Copyright: Picture Alliance

Der Fachkräftemangel ist aus Sicht kleiner und mittlerer Unternehmen insgesamt zur größten Bedrohung ihrer Existenz geworden – trotz anderer Probleme wie der schwachen Nachfrage, hoher Kosten oder bürokratischer Auflagen. Die Hälfte der deutschen Firmen sieht den Fachkräftemangel als größte Bedrohung ihres Fortbestehens an, ergab eine Umfrage im Auftrag der Commerzbank. Hinzu kommen für viele Firmen das Problem, eine geeignete Nachfolge für die Unternehmensführung zu finden. Jedes dritte Unternehmen will schließen, wenn kein Nachfolger gefunden wird.

Für die „Unternehmerkunden-Studie“ der Commerzbank führte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos bundesweit 1.600 Interviews mit Unternehmen. Befragt wurden Firmen mit einem Jahresumsatz bis 15 Millionen Euro – sowohl Commerzbank-Kunden als auch Kunden anderer Banken.

Der Befragung zufolge ist der Arbeitskräftemangel für die Unternehmen das wichtigste Thema. Jedes zweite gab an, bereits direkt davon betroffen zu sein. „Diese Betriebe finden vor allem keine oder nicht genügend qualifizierte Mitarbeitende“, sagte Commerzbank-Vorstand Guido Groß. Ein Drittel der betroffenen Unternehmen sucht vergeblich Auszubildende oder kommt selbst Verzug, weil Geschäftspartner vom Arbeitskräftemangel betroffen sind. Jeder fünfte Unternehmer sagt bereits, dass er keinen Nachfolger findet.

Fachkräftemangel: Konkurrenz um Arbeitskräfte

Unternehmen würden bereits mit vielen Angeboten versuchen, als attraktive Arbeitgeber Mitarbeitende zu gewinnen oder zu halten. Knapp die Hälfte der Firmen setze auf flexible Arbeitsmodelle, mit Home-Office oder Teilzeit, auf eine Bezahlung über Marktniveau und auf bezahlte Weiterbildungen. „Nur ein Drittel bietet bereits auch eine betriebliche Altersvorsorge an“, sagt Groß. „Dabei zählt dies zu einem sehr gefragten Instrument bei Mitarbeitenden.“
 
Die Nachfolge für die Unternehmensführung sei aktuell für rund ein Drittel der Firmem in Deutschland relevant. Sie sprächen vor allem gezielt mögliche Kandidaten an. Jedes fünfte Unternehmen arbeite bei der Suche nach Nachfolgern mit Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern sowie den Kammern zusammen. Deutschlandweit wollen 20 Prozent der Verantwortlichen ihr Unternehmen noch maximal fünf Jahre führen, weitere 12 Prozent maximal zehn Jahre. Gut jeder Fünfte will das Unternehmen in der eigenen Familie weitergeben. Über ein Drittel hat sich noch keine Gedanken gemacht, wie es mit dem Unternehmen nach dem eigenen Ausscheiden weitergehen soll. „Wenn man bedenkt, dass eine Firmenübergabe im Schnitt fünf Jahre dauert, ist dies ein sehr bedenkliches Ergebnis“, sagte Groß.
 
Sollte zunächst kein Nachfolger gefunden werden, will jeder Fünfte seinen Betrieb so lange weiterführen, bis die Nachfolge geklärt ist. 37 Prozent sagen aber, dass sie das Unternehmen in diesem Fall schließen werden.