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SNB dürfte auf Interventionen Zinssenkung folgen lassen

Catherine Bosley und Harumi Ichikura

(Bloomberg) -- Die Schweizerische Nationalbank muss möglicherweise mehr tun, als Milliarden in die Devisenmärkte zu pumpen, um zu verhindern, dass der Franken auf ein bedrohliches Niveau steigt.

Daten signalisieren, dass die Notenbank vor kurzem interveniert hat, nachdem die Landeswährung gegenüber dem Euro auf den höchsten Stand seit 2017 geklettert ist. Vor diesem Hintergrund erwarten immer mehr Ökonomen, dass die SNB ihren Leitzins senken wird. Fünf von 17 Befragten in der monatlichen Umfrage von Bloomberg erwarten nun in diesem Quartal eine Zinssenkung von bis zu 25 Basispunkten, verglichen mit nur einem Umfrageteilnehmer im Juli.

Die eidgenössische Währung ist in den letzten drei Monaten gegenüber dem Euro um mehr als 4% gestiegen und es wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank neue Stimuli bekannt geben wird. Daher steht die SNB unter genauer Beobachtung, welche Maßnahmen sie ergreifen könnte, um die Franken-Stärke einzudämmen. In der vergangenen Woche sind die Sichteinlagen um fast 2,8 Milliarden Franken (2,58 Milliarden Euro) gestiegen, der größte Zuwachs in mehr als zwei Jahren, und ein Zeichen dafür, dass die Zentralbank an den Devisenmärkten interveniert hat.

UBS Group AG, Raiffeisen Bank International AG und Bank J. Safra Sarasin gehören zu den Instituten, die nun eine Zinssenkung der SNB prognostizieren, obwohl die Leitzinsen mit -0,75% bereits die niedrigsten weltweit sind. Zwar findet die nächste Sitzung erst am 19. September statt, aber die Zentralbank könnte jederzeit handeln, abhängig von der Entwicklung beim Franken. Sie neigt zu überraschenden Ankündigungen und hat die Zinsen seit 2009 nicht mehr auf einer regulären Sitzung geändert.

Der Franken ist am Dienstag gegenüber dem Euro auf den höchsten Stand seit Juni 2017 geklettert. Er zog um 0,1% auf 1,0860 Franken je Euro an und notierte zuletzt 0,2% niedriger. Aufgrund der Nervosität an den Märkten über die Proteste in Hongkong und die globalen Handelsspannungen bleiben die bullischen Wetten auf den Franken an den Optionsmärkten nahe eines Neunmonatshochs.

SNB-Präsident Thomas Jordan sagte, es gebe immer noch Spielraum bei Interventionen und Zinsen, sollte sich die Konjunkturlage verschlechtern. Er hat in der Vergangenheit eine Bereitschaft demonstriert, bei Bedarf drastische Maßnahmen zu ergreifen. Die Händler erinnern sich sehr wohl an seine die Märkte erschütternde Entscheidung im Jahr 2015, die Franken-Deckelung abzuschaffen.

Zwar prognostizieren nun mehr Umfrageteilnehmer eine Senkung der SNB, aber die Median-Prognose geht davon aus, dass der Leitzins unverändert bleiben wird.

--Mit Hilfe von Rita Hagedorn.

Kontakt Reporter: Catherine Bosley in Zurich cbosley1@bloomberg.net;Harumi Ichikura in London hichikura@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Fergal O'Brien fobrien@bloomberg.net, Rainer Buergin

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