Deutsche Märkte geschlossen

Slowakei will mehr Autos entwickeln statt nur produzieren

DAVOS (dpa-AFX) - Das Autoland Slowakei will sich künftig stärker auf die Entwicklung von Fahrzeugen konzentrieren und damit wettbewerbsfähig bleiben. "Wir wollen nicht nur als der Ort gesehen werden, an dem die Teile zusammengebaut werden", sagte Außenminister Miroslav Lajcak der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen auch als der Ort gelten, an dem Zukunftsentscheidungen getroffen werden und überlegt wird, wie das Auto der Zukunft aussieht."

Deshalb wolle das EU-Land die Struktur der Autoindustrie leicht verändern, die derzeit stark auf der Fertigung basiert. "Wir wollen uns mehr auf Forschung und Entwicklung fokussieren", sagte Lajcak am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Fragen nach einer Diversifizierung der slowakischen Wirtschaft, die stark von der Autobranche abhängt, wich der Minister aus. "Die Automobilindustrie ist unsere spezielle Nische", sagte er. Die Slowakei biete Fähigkeiten und Erfahrung. "Wir glauben, dass die starke Präsenz der Autoindustrie ein Fakt ist, den wir nutzen wollen, um wettbewerbsfähig zu bleiben." Der Minister räumte zugleich ein, dass die Branche unter Fachkräftemangel leide.

Lajcak sagte, die geplante Fabrik von Volkswagen <DE0007664039> in der Türkei habe keine Folgen für die Slowakei. "Wir verlieren dadurch nichts. Wir sind sehr zufrieden mit der Präsenz von Volkswagen in der Slowakei."

Die Slowakei mit etwa 5,4 Millionen Einwohnern hat weltweit die höchste Pro-Kopf-Autoproduktion. Im Jahr 2019 wurden von Volkswagen in Bratislava, Peugeot PSA <FR0000121501> in Trnava, Kia in Zilina und neuerdings auch Jaguar Land Rover in Nitra insgesamt 1,1 Millionen Autos produziert. Das entspricht nach Angaben des Branchenverbandes ZAP 202 Autos pro 1000 Einwohnern.