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Skurrile Geschäftsideen mit Erfolg: Fremdsprachen lernen in 3 Monaten

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

“Language Hacking” nennt Benny Lewis seine Lernmethode, mit der man, so sein Versprechen, eine Fremdsprache in drei Monaten lernen können soll – und zwar fließend. Die Community und Onlinekurse seines Unternehmens “Fluent in 3 months” (oder abgekürzt “FI3M”) wurden in sämtlichen internationalen Medien besprochen und hochgelobt – Und seine Fangemeinde wächst.

Mit “Fluent in 3 months” soll es möglich sein, Fremdsprachen in drei Monaten fließend zu erlernen. (Symbolbild: Getty Images)

Brendan Lewis, genannt Benny, würde sich selbst als nicht besonders sprachbegabt bezeichnen. Selbst nach jahrelangem Deutsch- und Gälischunterricht in der Schule konnte der Ire seine beiden Wahlfremdsprachen nicht fließend sprechen, und auch der teure Spanischkurs vor Ort wollte nicht wirklich Erfolg zeigen. Bis Benny nach einem halben Jahr in Spanien auf einer Party einen Mann traf, ein Polyglott, also jemanden, der zahlreiche Sprachen mühelos spricht. Dieser Mann gab ihm einen entscheidenden Tipp zum Lernen von fremden Sprachen, auf dem heute Lewis’ Business basiert.

Keine Magie, nur der Mut zum Fehlermachen

Wie der Tipp lautete? Einfach loslegen! Denn Sprachen seien kein Hexenwerk, so der sprachbegabte Partygast – man brauche nur die Bereitschaft, Fehler zu machen. Der junge Benny beherzigte den Rat, sprach sechs Monate später fließend Spanisch und machte danach direkt mit Italienisch weiter…

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Seit 2003 hat der Ire mit einer stetig weiter entwickelten Lernmethode sieben Fremdsprachen fließend erlernt, vier weitere beherrscht er auf Konversationslevel. Aus seinem “Language Hacking” hat Lewis heute ein gut funktionierendes Business gemacht: Seine Website “Fluent in 3 months” (“Fließend in 3 Monaten”) oder kurz “FI3M” bietet Workshops und Onlinekurse für die verschiedensten Sprachen an. Von Mandarin bis Tagalog, von Hebräisch bis Hindi, auf auswählbaren Levels von Grundkenntnissen innerhalb einer Woche bis zur sicheren Konversation.

Worin liegt denn nun das Geheimnis?

Lewis kombiniert in seinen Kursen motivationspsychologische Tricks mit Lernmethoden und “Hacks” aus seinem eigenen Erfahrungsschatz, die oft da ansetzen, wo der Frust des Lernenden bremst. Denn nur zu oft geht es um Angst vor Fehlern, falsche Scham und mangelndes Selbstvertrauen, die einen am Lernen (und vor allem: am Sprechen) hindern.

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Was es dazu braucht? Zum einen Motivation, die laut Lewis die Grundzutat ist, um eine Sprache schnell zu lernen. Denn nur, wer motiviert ist und eine Leidenschaft für die Sprache und die dazugehörigen Menschen hegt, überwindet die Scheu, Fehler zu machen und fängt einfach an zu sprechen.

Der Gründer Brendan Lewis würde sich selbst wohl nicht als besonders sprachbegabt bezeichnen. (Bild: fluentin3months.com)

Daraus ergibt sich die notwendige Selbstsicherheit, nicht ständig auf mögliche Grammatikregeln zu achten und stattdessen im Learning-by-Doing-Verfahren auch nachhaltige Spracherfahrung zu sammeln. Und zuletzt: Sprachpartner, die einem bei eben dieser helfen und korrigieren. Dazu treffen sich auf “FI3M” mittlerweile tausende interessierte “Language Hacker” in einer Community, die sich in der jeweiligen Sprache, in Tipps und Lernerfolgen, aber auch zu Reisen und Erfahrungen austauschen.

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Brendan “Benny” Lewis und sein Konzept des Language Hackings ist mittlerweile weltweit bekannt – nach seinem Buch “Fluent in 3 months” tourte der Ire 2014 und 2015 um die Welt, Medien von “New York Times” bis “Business Insider” besprachen seine Workshops. Und das Wichtigste: Die “F13M”-Community ist auf mittlerweile 300.000 Mitglieder angewachsen. Tendenz: steigend.

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